Markus Reichstein

Markus Reichstein (2019)

Markus Reichstein (* 25. September 1972 in Kiel) ist ein deutscher Geowissenschaftler mit dem Forschungsschwerpunkt Wechselwirkungen zwischen Klima und Ökosystemen. Seit Mitte 2012 ist er Direktor am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena und seit 2014 Professor für Globale Geoökologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Karriere

Nach dem Studium der Landschaftsökologie an der Universität Münster, das er 1998 mit einem Diplom abschloss, promovierte Reichstein 2001 an der Universität Bayreuth zum Thema Drought effects on ecosystem carbon and water exchange in three Mediterranean forest ecosystems – a combined top-down and bottom-up analysis. Von 2001 bis 2003 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Pflanzenökologie an der Universität Bayreuth. Ein Marie-Curie-Postdoc-Stipendium der EU verbrachte er an der Universität Tuscia (Italien), mit regelmäßigen Gastaufenthalten am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), an der University of Montana, Missoula und der University of California, Berkeley (2003–2006). 2006 wurde Reichstein zum Leiter einer unabhängigen Max-Planck-Forschungsgruppe am MPI für Biogeochemie in Jena berufen. Seit 2012 ist er Direktor der Abteilung Biogeochemische Integration und Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft.

Forschung

Seine Forschung widmet Reichstein den Biogeochemischen Kreisläufen und der Dynamik des Erdsystems, insbesondere der Modellierung von Ökosystemreaktionen auf Klimawandel und -variabilität. In den letzten Jahren befasst er sich zusätzlich den Themenbereichen Extremereignisse und gesellschaftliche Resilienz gegenüber Klimaextremen. Er war 2015 Mitbegründer des Michael Stifel Center für Daten- und Simulationswissenschaften Jena (MSCJ) und ist seitdem Mitglied des wissenschaftlichen Direktoriums. Hier verfolgt er mit Kollegen die Anwendung maschinellen Lernens und künstlicher Intelligenz für ein besseres Verständnis des Erdsystems.

Auszeichnungen

Reichstein erhielt vielfache Auszeichnungen, darunter einen Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis für 2020, 2018 den Piers J. Sellers Global Environmental Change Mid-Career Award der Amerikanischen Geophysikalischen Union (AGU), 2013 den Max-Planck-Forschungspreis und 2010 den Jim Gray (Microsoft) seed award for excellence in e-science. Seit mehreren Jahren zählt er zu den hochzitierten Wissenschaftlern in den Geo- und Umweltwissenschaften. Im Jahr 2025 wurde er als Mitglied der Sektion Organismische und Evolutionäre Biologie in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen.

Ausgewählte Veröffentlichungen

Commons: Markus Reichstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ Michael Stifel Center Jena for Data-Driven & Simulation Science | Board of Directors. Friedrich-Schiller-Universität Jena, abgerufen am 25. März 2019 (englisch).
  2. ↑ Piers J. Sellers Global Environmental Change Mid-Career Award. American Geophysical Union, abgerufen am 25. März 2019 (englisch).
  3. ↑ Ein Preis - zwei Preisträger. Max-Planck-Gesellschaft, abgerufen am 25. März 2019.
Personendaten
NAME Reichstein, Markus
KURZBESCHREIBUNG deutscher Geowissenschaftler mit dem Forschungsschwerpunkt Wechselwirkungen zwischen Klima und Ökosystemen
GEBURTSDATUM 25. September 1972
GEBURTSORT Kiel