Markus Rex

Markus Rex an Bord der Polarstern während der MOSAiC-Expedition.

Markus Rex (* 28. November 1966 in Braunschweig) ist ein deutscher Polarforscher, Klimaforscher, Physiker und Bestsellerautor, der das Klimasystem der Polargebiete und die Ozonschicht erforscht. Er ist Professor an der Universität Potsdam und leitet die Sektion Atmosphärenphysik des Alfred-Wegener-Instituts (AWI).

Werdegang

Markus Rex wurde wie seine Schwester Gundula als Kind des Braunschweiger Professors für Raumflugtechnik, Dietrich Rex und dessen Ehefrau Ursula Rex, geborener Schiller, in Braunschweig geboren. Nachdem er 1986 das Abitur an der Raabeschule in Braunschweig bestanden hatte, studierte Rex an der Technischen Universität Braunschweig Physik, Geophysik und Meteorologie. Er wechselte nach Göttingen und schrieb 1992 seine Diplomarbeit mit Daten aus einem Forschungsprojekt in der Arktis zum Thema Stratosphärische Ozonabbauraten aus den Ozonsondendaten der EASOE-Kampagne. Er forscht zum polaren Ozonloch.

Rex promovierte 1997 an der Freien Universität Berlin bei Karin Labitzke und Steven Pawson mit einer Arbeit zum Thema Der Ozonabbau in der arktischen Stratosphäre: Ergebnisse einer neuen Messstrategie (Match). 2013 wurde er an der Universität Bremen mit einer Arbeit zum Thema Variabilität und Veränderung der polaren Ozonschicht und ihre Bedeutung im Klimasystem habilitiert.

Rex arbeitete am Jet Propulsion Laboratory der NASA am California Institute of Technology in den USA, am Alfred-Wegener-Institut und an der University of Canterbury in Neuseeland. Er war Dozent an der Freien Universität Berlin und der Universität Bremen.

2016 wurde die Sektion Atmosphärische Zirkulation und Spurenstoffe des Alfred-Wegener-Instituts in Sektion Physik der Atmosphäre umbenannt und Rex wurde ihr Leiter als Nachfolger von Klaus Dethloff.

Rex engagiert sich aktiv in der allgemeinverständlichen Kommunikation von Wissenschaft. Er ist Autor des Sachbuch-Bestsellers "Eingefroren am Nordpol".

Forschung

Markus Rex und Matthew Shupe an Bord der Polarstern während der MOSAiC-Expedition.

Rex’ Forschungsschwerpunkte sind Atmosphärenchemie, der arktische Ozonabbau sowie Klimaprozesse in den Polarregionen. 1997 veröffentlichte er als Erstautor eine Studie in der Fachzeitschrift Nature, in der der damals stärkste beobachtete chemische Ozonverlust in der Arktis dokumentiert und Mechanismen beschrieben wurden, die einen fortgesetzten Ozonabbau bis weit in das Frühjahr hinein ermöglichten. Die Ergebnisse trugen zum Verständnis der Bedingungen bei, die zu einem starken Ozonabbau in der Arktis führen können.

Im Jahr 2004 quantifizierten Rex und Kollegen erstmals empirisch den Zusammenhang zwischen arktischem Ozonabbau und klimatischen Veränderungen in der Stratosphäre. Die Studie zeigte, dass eine Abkühlung der unteren arktischen Stratosphäre den Ozonabbau deutlich verstärkt und dass die in den 1990er Jahren beobachteten starken Ozonverluste sowohl auf anthropogene Halogene als auch auf langfristige Veränderungen des arktischen Stratosphärenklimas zurückzuführen sind.

2014 berichteten Rex und Mitarbeiter über die Entdeckung eines großräumigen Gebietes über dem tropischen Westpazifik mit ungewöhnlich geringer atmosphärischer Oxidationskapazität. Die Ergebnisse deuteten auf einen zuvor nicht beschriebenen Transportweg für Schadstoffe in die Stratosphäre hin.

Von 2019 bis 2020 leitete Rex zusammen mit seinen beiden Stellvertretern Klaus Dethloff und Matthew Shupe das internationale Forschungsprojekt MOSAiC – Multidisciplinary drifting Observatory for the Study of Arctic Climate, das die Auswirkungen des Klimawandels in einer ganzjährigen Expedition in der Arktis erforscht.

Auszeichnungen (Auswahl)

Für sein Engagement zum Thema Arktis und Klimawandel ist Rex mehrfach ausgezeichnet worden.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Veröffentlichungen im Vorwege oder Zusammenhang mit der MOSAiC-Expedition
Commons: Markus Rex – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Videos

Audios

Einzelnachweise

  1. ↑ Markus Rex bei prabook.com. Abgerufen am 12. Oktober 2020.
  2. 1 2 Variabilität und Veränderung der polaren Ozonschicht und ihre Bedeutung im Klimasystem bei scholar.google.com online als PDF. Abgerufen am 12. Oktober 2020.
  3. ↑ Rex, Dietrich. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1001.
  4. ↑ Ehemaliger Raabeschüler leitet die größte Arktisexpedition aller Zeiten auf raabeschule.de
  5. 1 2 Arktisexpedition schreibt Geschichte. In: maz-online. 22. März 2019, abgerufen am 9. Januar 2020.
  6. ↑ Der Ozonabbau in der arktischen Stratosphäre : Ergebnisse einer neuen Meßstrategie (Match) bei d-nb.info online, download als PDF möglich. Abgerufen am 12. Oktober 2020.
  7. ↑ Prof. Dr. Markus Rex bei silbersalz-festival.com. Abgerufen am 12. Oktober 2020.
  8. ↑ 25 Jahre Das Alfred-Wegener-Institut in Potsdam bei epic.awi.de. Abgerufen am 11. Oktober 2020.
  9. ↑ Markus Rex, Neil R. P. Harris, Peter von der Gathen, Ralph Lehmann u. a.: Prolonged stratospheric ozone loss in the 1995–96 Arctic winter. In: Nature. Band 389, Nr. 6653, 1997, S. 835–838, doi:10.1038/39849.
  10. ↑ M. Rex, R. J. Salawitch, P. von der Gathen, N. R. P. Harris, M. P. Chipperfield, B. Naujokat: Arctic ozone loss and climate change. In: Geophysical Research Letters. Band 31, Nr. 4, 2004, doi:10.1029/2003GL018844.
  11. ↑ M. Rex, I. Wohltmann, T. Ridder, R. Lehmann u. a.: A tropical West Pacific OH minimum and implications for stratospheric composition. In: Atmospheric Chemistry and Physics. Band 14, Nr. 9, 2014, S. 4827–4841, doi:10.5194/acp-14-4827-2014.
  12. ↑ Wir müssen die Arktis besser verstehen. Deutschlandfunk, 18. September 2019, abgerufen am 9. Januar 2020.
  13. ↑ Markus Rex: Von Eis umschlossen. In: Die Zeit. Abgerufen am 9. Januar 2020.
  14. ↑ Leadership bei mosaic-expedition.org. Abgerufen am 21. Oktober 2020.
  15. ↑ Preisträgerinnen und Preisträger 1990 - 1999. Abgerufen am 9. Juni 2022.
  16. ↑ AWI-scientist Markus Rex receives Dobson-Award. 25. Juni 2004, abgerufen am 9. April 2026 (englisch).
  17. ↑ Markus Rex. In: Falling Walls Foundation. Abgerufen am 19. Juni 2026 (englisch).
  18. ↑ Nature’s 10. Abgerufen am 22. April 2026 (englisch).
  19. ↑ SEADEVCON Maritime Award – SEADEVCON. Abgerufen am 24. September 2020 (deutsch).
  20. ↑ Imprint – SEADEVCON. Abgerufen am 15. November 2020 (deutsch).
  21. ↑ ITB BuchAwards 2021: Die Gewinner stehen fest. Abgerufen am 9. Juni 2022.
  22. ↑ NDR Sachbuchpreis 2021: Das waren die Bücher auf der Shortlist. Abgerufen am 9. Juni 2022.
  23. ↑ Deutscher Radiopreis - Nominiert in der Kategorie "Beste Innovation am Morgen". Abgerufen am 9. Juni 2022.
  24. ↑ FALLING WALLS PEOPLE - Markus Rex. Abgerufen am 9. Juni 2022.
  25. ↑ The Arctic Circle Prize. Abgerufen am 22. April 2026 (britisches Englisch).
  26. ↑ Medal - International Arctic Science Committee. Abgerufen am 22. April 2026.
  27. ↑ NOMIS Foundation: Celebrating the 2025 NOMIS Distinguished Scientist and Scholar Award recipients. In: The NOMIS Foundation. 23. Oktober 2025, abgerufen am 9. April 2026 (amerikanisches Englisch).
  28. ↑ Mit SWR1 auf dem Forschungsschiff Polarstern. Abgerufen am 9. Juni 2022.
Personendaten
NAME Rex, Markus
KURZBESCHREIBUNG deutscher Physiker und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 28. November 1966
GEBURTSORT Braunschweig