Markus Paul Somm (* 16. März 1965 in Wettingen; heimatberechtigt in Erlen) ist ein Schweizer Journalist, Publizist, Verleger und Historiker. Er war von 2010 bis 2018 Chefredaktor und von 2014 bis 2018 auch Verleger der Basler Zeitung (BaZ). Seit 2021 ist er Verleger und Chefredaktor des Nebelspalters.
Markus Somm ist als Sohn des ehemaligen ABB-Schweiz-Chefs Edwin Somm in Baden aufgewachsen. Er studierte Geschichte an den Universitäten München, Bielefeld und Zürich sowie Politikwissenschaft an der Harvard University und schloss 1994 in Zürich mit dem Lizenziat ab. 2019 wurde er an der Universität Freiburg mit einer Arbeit zur BBC promoviert.
Seit Mitte der 1990er Jahre arbeitet Somm als Journalist im Bereich Schweizer Politik, zuerst beim Aargauer Volksblatt, dann beim Tages-Anzeiger, unter anderem als Bundeshauskorrespondent, und ab 2003 bei der Weltwoche, zuletzt als stellvertretender Chefredaktor. Er schrieb Biografien über Henri Guisan und Christoph Blocher sowie eine Monografie über die Schlacht bei Marignano.
Nachdem Tito Tettamanti und Martin Wagner die Basler Zeitung (BaZ) im Februar 2010 übernommen hatten, wurde Somm am 30. August 2010 zu deren Chefredaktor ernannt. Im ersten Jahr seiner Tätigkeit als Chefredaktor büsste die Tageszeitung 12 Prozent, insgesamt 9340 ihrer Abonnenten, ein. Die Basler Zeitung erlitt unter Somm den grössten Einbruch an Lesern in ihrer Geschichte – von 2010 bis 2018 halbierte sich die beglaubigte Auflage von 83'773 auf 41'213. Er wurde am 1. Mai 2014 zusätzlich zum Verleger der BaZ und zum Verwaltungsratsmitglied berufen. Er löste damit Filippo Leutenegger ab, der am 7. Mai 2014 sein Amt als Zürcher Stadtrat antrat. Als Verleger und Chefredaktor kritisierte Somm, dass es in einigen Zeitungen Journalisten gebe, die unabhängig von den Werbekunden mit missliebiger Berichterstattung agieren. Er betonte, dass dies unter seiner Führung anders sei: Unternehmen, die in seiner Zeitung Inserate schalten, so Somm, müssen sich «nicht blöde heruntermachen lassen».
Im Zusammenhang mit der Entlassung von Chefredaktor Markus Spillmann bei der Neuen Zürcher Zeitung im Dezember 2014 wurde er von deren Verwaltungsrat als Nachfolger auserkoren. Somm verzichtete jedoch auf die Berufung, nachdem bereits der Vorschlag heftige Proteste ausgelöst hatte, und verblieb bei der Basler Zeitung.
Somm verliess die BaZ 2018 nach der Übernahme der Zeitung durch den Tamedia-Konzern als Chefredaktor und Verleger auf Ende 2018.
Im Frühjahrssemester 2018 wurde er Fellow am Shorenstein Center on Media, Politics and Public Policy der Harvard Kennedy School in Cambridge, USA. Seine Kolumne bei der SonntagsZeitung und die Gesprächssendung bei Radio 1 mit Roger Schawinski behielt er bei.
2020 wurde bekannt, dass er mit dem Unternehmen Klarsicht AG die Satirezeitschrift Nebelspalter kaufe. Eine Neuausrichtung der Zeitschrift wurde im März 2021 online in Zürich produziert und ergänzt mit «aufwändigen Videoproduktionen». Laut Sandro Benini vom Tages-Anzeiger im Mai 2026 bestritt Somm mit Dominik Feusi täglich den Polit-Podcast Bern einfach. Zudem schreibe Somm laut WOZ Die Wochenzeitung fast täglich eines seiner «Memos» für den Nebelspalter. Im gedruckten Nebelspalter erschienen die zuvor online erschienenen Artikel und weitere Konserven aus dem Archiv, so Benini. Nach fünf Jahren war nicht wie erhofft die Gewinnschwelle erreicht, laut der Fünf-Jahres-Bilanz von Sandro Benini wurde insbesondere der Anspruch verfehlt, eine «moderne Publikation für urbane Liberale» zu sein; die Publikation erscheine eher als «dokrtinärer, weitgehend überraschungsfreier rechtsbürgerlicher Meinungsjournalismus.» Benini resümierte: «Aktivistischer Politklamauk, aggressiver Tonfall, Ressentiments gegen politische Gegner». Somm seinerseits erklärte die überraschungsfreie Erwartbarkeit mit dem online bestehenden Bedürfnis, ein unverwechselbares Profil zu haben, um zu überleben.
In seiner Studentenzeit galt Somm als Trotzkist und war Mitglied der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA). Als er als Redaktor beim Tages-Anzeiger arbeitete, wurde er als Sozialdemokrat eingestuft. Im 2026 überschrieb Sandro Benini für eine Bilanz zur Entwicklung des Nebelspalters im Tages-Anzeiger seinen Artikel mit «Markus Somms Gratwanderung am rechten Rand».
Somm wurde Mitglied der FDP, es wurde ihm aber schon 2014 eine politische Nähe zur SVP und deren Vordenker Christoph Blocher attestiert, dies auch vor dem Hintergrund des seit 2010 in den Medien verschiedentlich vermuteten und 2014 offengelegten finanziellen Engagements von Blocher bei der Basler Zeitung. Zudem hatte Somm zuvor für die allgemein als SVP-nah geltende Weltwoche gearbeitet und 2009 eine autorisierte Blocher-Biografie veröffentlicht. Er selbst ordnet sich politisch «rechts der Mitte» ein und blieb im Vorstand seiner FDP-Regionalpartei aktiv.
In der Schweiz gehörte Somm zu den Unterstützern von Donald Trump 2017–2021. Wegen Trumps Verhalten nach seiner Abwahl und beim Sturm auf das Kapitol in Washington 2021 distanzierte sich Somm im Januar 2021 von ihm. Nach seiner Wiederwahl habe Somm laut WOZ das Jahr 2025 «euphorisch» begrüsst und im 2025 habe Somm den US-Präsidenten oft auch gleich zum Hauptthema seiner Verlautbarungen gemacht.
Somm ist mit der Radiojournalistin Anita Richner verheiratet, hat fünf Kinder und wohnt mit seiner Familie in Wädenswil.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Somm, Markus |
| ALTERNATIVNAMEN | Somm, Markus Paul (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Journalist, Publizist, Verleger und Historiker |
| GEBURTSDATUM | 16. März 1965 |
| GEBURTSORT | Wettingen |