
Marta de los Ángeles Abreu y Arencibia (* 13. November 1845 in Santa Clara; † 2. Januar 1909 in Paris) war eine kubanische Philanthropin und Patriotin, die in ihrer Heimatstadt bleibenden Eindruck hinterließ. Die Universität von Santa Clara trägt ihren Namen.
Marta Abeu ist Tochter von Pedro Nolasco González-Abreu y Jiménez und Rosalía Arencibia y Plana. Ihre Familie war wohlhabend. Sie besaß landwirtschaftliche Nutzflächen, Zuckerfavriken und andere Geschäfte rund um Santa Clara.
Ihre Kindheit verbrachte sie vorwiegend im Elternhaus in Santa Clara und der Finca der Familie bei Encrucijada, zu der auch die Zuckerfabrik Dos Hermanas (Zwei Schwetern) gehörte. Schom zu dieser Zeiz soll sich ihre Empathie für die Entrechteten gezeigt haben, indem sie ihre Kleidung auszog, um sie den Kindern der dort beschäftigten Sklaven zu schenken.
1869 zog die Familie angesichts des kürzlich ausgebrochenen Zehnjährigen Krieges nach Havanna um. Damit begann auch das kosmopolitische Leben Abreus, mit Reisen in die USA oder Europa. Dies vermittelte ihr eine weit breitere Weltsicht, als sie anderen Zeitgenossen vergönnt war.
1874 heiratete sie den Anwalt Luis Estévez. Zwar war er weniger wohlhabend als sie, jedoch entfachte er ihren Patriotismus für die kubanische Sache und ihre Nächstenliebe. Reichtum sei kein Selbstzweck, sondern solle einer höheren Sache dienen, so sein Credo, das auch Abeu verinnerlichte. Jahre später wurde ihr Mann erster Vizepräsident Kubas. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.
Aus der Grundüberzeugung heraus, dass es nicht nur um Wohltätigkeit, sondern auch um Gerechtigkeit gehen müsse, öffneten sie ihr Haus für Freiheitskämpfer des Unabhängigkeitskriegs.
Eine der größten ihrer Spenden betraf die Finanzierung von allgemein zugänglichen und koszenlosen Schulen für Arme und Schwarze. 1880 genehmigte der Stadtrat vom Santa Clara ein solches Projekt.
1887 finanzierte sie ein Netz von öffentlichen Waschhäusern, inspiriert von ähnlichen Einrichtungen in der Schweiz. Armen solle der Zugang kostenlos sein und die Instandhaltung Frauen unterliegen, so ihre Verfügung.
Als das größte Werk gilt der Bau eines Theaters, das Teatro La Caridad. Das Theater diente nich nur der Unterhaltung der reichen Oberschicht, vielmehr kamen die Einnahmen der Instandhaltung von Krankenhäusern und Schulen zuhute, die auch für den armen Teil der Bevölkerung zugänglich waren.
Neben ihrem Philanthropismus unterstützte sie auch massiv die zu ihrer Zeit stattfindenden Unabhängigkeitsbewegung. Sie und ihr Sohn Pedrito waren mit 800.000 Goldpesos Großspender für den kubanischen Freiheitskampf. Von diesem Geld wurden Munition, Waffen, medizinische Ausrüstung und Medikamente angeschafft.
Nach dem Ende der Unabhängigkeitskriege kehrte sie 1899 nach Kuba zurück, in der Hoffnung, Kuba würde nun eine würdige Republik werden. Doch ihre Hoffnung wurde angesichts der US-amerikanischen Invasion, des Platt Amendment usw. enttäuscht.
Zwar wurde ihr Mann Luis Estévez 1902 Vize unter Präsident Tomás Estrada Palma. Wegen gravierender Dissens mit den politischen Gegebenheiten, die sich nicht mit seinen Visionen vereinbaren ließen, trat Estévez jedoch 1905 von seinem Amt zurück. Die Familie emigrierte dauerhaft und ließ sich in Paris nieder, wo Marta schwer erkrankte. Eine Notoperation Ende 1908 führte zu weiteren Komplikationen, woraufhin sie am 2. Januar 1909 im Alter von 63 Jahren starb.
Ihr Tod löste nicht nur in ihrer Heimatstadt Santa Clara Bestürzung aus. In der Stadt wurden Gedenkfeiern veranstaltet und zahlreiche Statuen errichtet. In Havannas Altstadt benannte man eine Straße nach ihr.
Marta Abreu ist heute an der Seite ihres Mannes auf dem Friedhof Cristobal Colon in Havanna beigesetzt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Abreu, Marta |
| ALTERNATIVNAMEN | González Abreu y Arencibia, Marta de los Ángeles (vollständiger Name); Abreu de Estévez, Marta (Ehename) |
| KURZBESCHREIBUNG | kubanische Philanthropin |
| GEBURTSDATUM | 13. November 1845 |
| GEBURTSORT | Santa Clara, Kuba |
| STERBEDATUM | 2. Januar 1909 |
| STERBEORT | Paris, Frankreich |