Martin Caidin

Martin Strasser Caidin (* 14. September 1927 in New York; † 24. März 1997 in Tallahassee, Florida) war ein US-amerikanischer Sachbuch- und Science-Fiction-Autor.

Leben

Martin Caidin wurde früh zur Vollwaise und wuchs teils im Kinderheim, teils auf der Farm seiner Großeltern im Staat New York auf. Er interessierte sich sehr für Technik; seinen ersten Artikel über das Design von Messerschmitt-Kampfflugzeugen veröffentlichte er im Alter von 16 Jahren. 1945 trat er in die Handelsmarine ein und arbeitete einige Jahre in Japan. In der Air Force diente er 1947 bis 1950 und brachte es bis zum Sergeant. Er zog dann nach Florida, wo er die Fliegerei als Hobby betrieb und an einem der frühen Raumfahrtprogramme mitarbeitete. Danach war er bis 1964 als Berater für diverse Fluggesellschaften tätig.

Er schrieb neben Sachbüchern über Raumfahrt, Militärgeschichte und Fliegerei eine Reihe von Science-Fiction-Romanen, von denen einer 1969 unter dem Titel Verschollen im Weltraum verfilmt wurde. Bei der nochmaligen Veröffentlichung des Romans zum Filmstart wurde der Text von 1964 stark verändert und an den technischen Fortschritt des Raumfahrtprogramms angepasst. Ein wiederkehrendes Thema ist das der Cyborgs, Verschmelzungen von Mensch und Maschine, bei denen bionische Ersatzkörperteile zum Einsatz kommen. Caidin bezieht sich in seinem Roman „The God Machine“ (1968) und in seinem berühmtesten Roman „Cyborg“ (1972) auf die Bionik. Cyborg wurde 1973 etwas vage als Fernsehfilm The Six Million Dollar Man adaptiert, dem Vorläufer einer gleichnamigen Fernsehserie. Caidin schrieb drei Fortsetzungen zu Cyborg: Operation Nuke, High Crystal und Cyborg IV. Caidin verfasste auch den Steve-Austin-Zyklus, der die Vorlage für den Film und die TV-Serie Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann (und den Ableger Die Sieben-Millionen-Dollar-Frau) bildete. Nach diesen Erfolgen kauften Hollywood-Produzenten die Filmrechte an fast jedem neuen Buch des Autors, es wurden allerdings nur wenige tatsächlich verfilmt. Die wohl erfolgreichste Verfilmung eines seiner Bücher ist Der letzte Countdown von 1980. Eine Zeitreisegeschichte, die den amerikanischen Flugzeugträger Nimitz an den Tag vor dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 versetzt. Das Buch wurde mit großem Staraufgebot unter anderen mit Kirk Douglas, Martin Sheen und Katharine Ross verfilmt. Immerhin hatte Caidin auf diese Weise finanziell ausgesorgt und konnte sich seinem liebsten Hobby widmen, der Fliegerei.

Caidin restaurierte die älteste noch fliegende Junkers Ju 52, die von ihm „Iron Annie“ genannt wurde. Sie ging später an die Lufthansa und wird heute noch für VIP-Flüge genutzt.

Er starb im Alter von 69 Jahren an Schilddrüsenkrebs.

Bibliografie

Six Million Dollar Man (Tie-in-Romanserie)

Cyborg-Subserie:

Messiah Stone (Romane)
Indiana Jones (Tie-in-Romanserie bei Bantam)
Romane
Kurzgeschichten
Sachliteratur

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Die Ju 52/3m der Lufthansa. Archiviert vom Original am 19. Februar 2012; abgerufen am 8. November 2009.