Martin Choroba

Martin Choroba (* 1961 in Göttingen) ist ein deutscher Filmproduzent und Medienmanager.

Leben

Der studierte Kommunikationswissenschaftler und Ethnologe produzierte seine ersten Filme in Zusammenarbeit mit der Westallgäuer Filmproduktion und später mit der von ihm gegründeten Syndikat-Film. Hier führte er auch Regie bzw. schrieb Drehbücher, darunter sein erstes Fernsehspiel „Schmerz – Chronik einer Krankheit“ mit Günter Lamprecht in der Hauptrolle, ausgezeichnet auf der Medicinale in Parma 1992 sowie nominiert auf dem John Muir Festival in Los Angeles 1992. Nach seinem Studium an der Georg-August-Universität in Göttingen wechselte er nach Stuttgart und absolvierte dort beim damaligen Süddeutschen Rundfunk (SDR) ein Volontariat. Anschließend arbeitete er im Bereich der Dramaturgie des Fernsehspiels und war danach bis 1994 als verantwortlicher Kulturkorrespondent in Stuttgart für das Landesprogramm von SDR und Südwestrundfunk (SWR) zuständig.

1994 wechselte er zur Tellux-Film nach München, um dort die Geschäftsführung zu übernehmen. Es folgten weitere Geschäftsführungen innerhalb der Tellux-Gruppe in Österreich, Luxemburg und Deutschland, unter anderem bei der Provobis in Berlin. 2002 wurde er in den Vorstand der Tellux-Beteiligungsgesellschaft mbH berufen, in der er schließlich die Leitung übernahm. Er entwickelte als Geschäftsführer die Tellux-Beteiligungsgesellschaft mbH weiter. Zu ihr gehören 20 Tochterfirmen mit dem Kerngeschäft Produktion, darunter die Tellux next, seit 2015 für den digitalen Geschäftsbereich der Unternehmensgruppe zuständig. Darüber hinaus hält die Tellux-Gruppe auch Beteiligungen an einem Fernseh- sowie an einem Hörfunksender.

Zu weiteren medialen und gesellschaftlichen Engagements gehörte außerdem bis 2024 ein Aufsichtsratsmandat in der ehemaligen Allgemeinen Programmgesellschaft (apg), die auch die Plattform katholisch.de betrieben hat. Seit 2025 ist Martin Choroba Aufsichtsratsmitglied des Katholischen Filmwerks (KFW). Von 2015 bis 2026 war er Vorstandsvorsitzender des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU) in München, Mit-Initiator der Leipziger Erklärung 2009 zur Gründung des deutschen Hochschulfernsehens im Internet und lehrte als Dozent für einige Semester an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München und der Universität Leipzig im Bereich Kommunikationswissenschaften. Er ist Initiator und Gründer des internationalen Fritz-Gerlich-Preises, der seit 2012 auf dem Filmfest in München verliehen wird und war Jurypräsident des Signis-Preises auf dem Fernsehfestival in Monte Carlo sowie auf dem Fernsehfestival Prix Italia in Turin 2013.

In seiner Funktion als Produzent verantwortete er zahlreiche preisgekrönte Fernsehprogramme und Filme und arbeitete dabei mit namhaften Regisseuren wie Volker Schlöndorff, Werner Herzog, der italienischen Regisseurin Liliana Cavani oder dem kanadisch-amerikanischen Regisseur Christian Duguay zusammen. Den Film „Yanuni“ von Richard Ladkani produzierte er als Executive Producer u. a. mit Leonardo DiCaprio.

Filmografie (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Wilfried Witte: Unerhörte Leiden: Die Geschichte der Schmerztherapie in Deutschland im 20. Jahrhundert. Campus Verlag 2017, ISBN 3-593-43665-5, S. 282.
  2. ↑ Aufklärungsfilm: Chronik des Schmerzes. Abgerufen am 17. Dezember 2018.
  3. ↑ 55 Jahre TELLUX-Gruppe. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 17. Dezember 2018; abgerufen am 17. Dezember 2018 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.