
Martin Hundt (* 13. Juli 1932 in Wurzen; † 23. September 2023 in Potsdam) war ein deutscher marxistischer Historiker.
Martin Hundts Eltern waren Inhaber eines Schreibwarengeschäfts. Er besuchte von 1939 bis 1943 die Volksschule und von 1943 bis 1949 die Handelsschule. Sein Abitur machte er 1951 an der Oberschule in Wurzen. Er studierte (1951–1954) Publizistik und Zeitungswissenschaft an der philosophischen Fakultät der Karl-Marx-Universität in Leipzig. Seine wichtigsten Lehrer waren Wilhelm Eildermann und Hermann Budzislawski, bei dem er ein Jahr als Hilfsassistent tätig war. Seine Diplomarbeit hatte die Neue Rheinische Zeitung zum Thema. Die nächsten drei Jahre war er Wirtschaftsredakteur der Volksstimme in Karl-Marx-Stadt. Von 1957 bis Januar 1963 war er Redakteur und Mitglied des Redaktionskollegiums der Studentenzeitung forum, die vom Zentralrat der FDJ herausgegeben wurde.

Ab März 1963 bis 1991 war Martin Hundt wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED in Berlin. Er arbeitete mit am Band 27 der Marx-Engels-Werke. Seit 1964 beteiligte er sich an der Vorbereitung der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA). Zwischen 1965 und 1972 gehörte er zu den Mitarbeitern am Probeband der MEGA. Am 25. April 1969 promovierte er zum Dr. phil. über Louis Kugelmann. Er war Mitglied der Redaktionskommission der Abteilung III der MEGA, die den Briefwechsel von Marx und Engels und mit Dritten umfasst. 1981 habilitierte er (Dr. sc.) über die Programmdiskussion im Bund der Gerechten und wurde im September 1981 zum ordentlichen Professor für Geschichte der Arbeiterbewegung ernannt. Er leitete die Edition der MEGA Bände Abteilung I. Band 10 und 11 sowie Abteilung I. Band 14 und war Gutachter der Bände der Abteilung III. Band 1 bis 5 sowie Abteilung I Band 18.
Nach 1990 war er am Gründungsprozess der IMES beteiligt. Er wirkte 1993 an der Neufassung der Editionsrichtlinien mit.
Martin Hundt war seit 1975 mit Irina Hundt (geb. Gribova) (* 22. April 1947) verheiratet, einer Mitarbeiterin der MEGA von der Lomonossow-Universität und hatte drei Kinder. Hundt lebte zuletzt in Schwielowsee Ortsteil Wildpark West in der Nähe von Potsdam. Er verstarb am 23. September 2023 in einem Potsdamer Krankenhaus.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hundt, Martin |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher marxistischer Historiker |
| GEBURTSDATUM | 13. Juli 1932 |
| GEBURTSORT | Wurzen |
| STERBEDATUM | 23. September 2023 |
| STERBEORT | Potsdam |