Martin Nordmann

Martin Nordmann (* 11. November 1895 in Magdeburg; † 12. März 1980 in Hannover) war ein deutscher Mediziner und Pathologe.

Leben

Nordmann besuchte das Realgymnasium in Magdeburg bis 1914. Im Ersten Weltkrieg war er beim Militär Fahnenjunker. Er wurde 1914 mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse und 1915 mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet und schied bei Kriegsende als Oberleutnant aus.

Anschließend studierte er von 1919 bis 1923 Medizin an der Universität Berlin, Georg-August-Universität Göttingen und an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1922 legte er sein Staatsexamen ab und promovierte 1923 zum Dr. med. mit der Dissertation „Beitrag zur Frage der experimentellen Schwangerschaftsglycosurie“ an der Georg-August-Universität Göttingen. Im Jahr 1923 erfolgte ebenfalls seine Approbation.

Ab 1923 bis 1924 war er Assistenzarzt im Pathologisch-Anatomischen Institut und 1924 bis 1925 in der Medizinischen Klinik in Magdeburg. Danach war er bis 1928 Assistenzarzt im Pathologischen Institut der Medizinischen Fakultät an der Universität in Köln. Dort erfolgte 1927 seine Habilitation für allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie und Nordmann war dort anschließend bis 1928 Privatdozent.

Von 1928 bis 1929 war Nordmann Rockefeller Stipendiat und in den USA, England und den Niederlanden tätig. Anschließend erfolgte 1929 eine Umhabilitierung auf allgemeine Pathologie und spezielle pathologische Anatomie an der Königlich-Württembergischen Eberhard-Karls-Universität in Tübingen; Nordmann wurde an der dortigen Medizinischen Fakultät Privatdozent. Er war zudem von 1929 bis zum 31. Januar 1932 1. Assistenzarzt im Pathologischen Institut und Privatdozent für allgemeine Pathologie und spezielle pathologische Anatomie der Medizinischen Fakultät an der Universität zu Köln. Am 1. Februar 1932 wurde er nichtbeamteter außerordentlicher Professor für Pathologie der Medizinischen Fakultät an der Königlich-Württembergischen Eberhard-Karls-Universität in Tübingen.

Vom 1. Februar 1932 bis 1945 leitete Nordmann als Direktor das Pathologisch-Bakteriologische Institut im Stadtkrankenhaus Hannover. In der Wehrmacht war er als Oberstarzt beratender Pathologe beim Heeresgruppenarzt Mitte. Nach Kriegsende 1945 war er Pathologe im Krankenhaus Nordstadt in Hannover bis 1961 seine Versetzung in den Ruhestand erfolgte.

Nordmann setzte sich aufgrund seiner pathologischen Befunde für die Anerkennung des durch Asbest verursachten Lungenkrebs als Berufskrankheit ein.

Er war von 1963 bis 1968 Vizepräsident der Weltorganisation der Anatomischen und Klinischen Gesellschaft für Pathologie sowie von 1965 bis 1966 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pathologie. Im Jahr 1968 wurde er Präsident der Weltorganisation der Anatomischen und Klinischen Gesellschaft für Pathologie. Dieses Amt hatte er bis 1972 inne.

Ab dem 15. November 1974 war er Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin.

Nordmann war Vorsitzender des Ärztevereins Hannover und Ehrenpräsident der Buchführungs- und Steuerstelle der deutschen Ärzteschaft.

Schriften

Einzelnachweise

  1. 1 2 Nordmann, Martin in GEPRIS Historisch | DFG. Abgerufen am 18. April 2024.
  2. ↑ Vorlesungsverzeichnis der Württembergischen Eberhard-Karls-Universität in Tübingen - Sommerhalbjahr 1936
  3. ↑ Doerr, Wilhelm, and Wilhelm Doerr. Pathologie in Heidelberg: Stufen nach 1945. Springer Berlin Heidelberg, 1986.
  4. ↑ Professorinnen und Professoren der Universität zu Köln Detailansicht. Universität Köln, abgerufen am 18. April 2024.
  5. 1 2 Nachruf im Deutschen Ärzteblatt: Martin Nordmann † (22.05.1980). Abgerufen am 19. April 2024.
  6. ↑ Elevitch, Franklin R., et al. "Ausbildung und Beruf."
Personendaten
NAME Nordmann, Martin
KURZBESCHREIBUNG deutscher Mediziner und Pathologe
GEBURTSDATUM 11. November 1895
GEBURTSORT Magdeburg
STERBEDATUM 12. März 1980
STERBEORT Hannover