Martin Schoeller

Martin Schoeller, 2017

Martin Schoeller (* 12. April 1968 in München) ist ein deutscher Fotograf.

Leben

Schoeller ist ein Sohn des Journalisten und Literaturkritikers Wilfried F. Schoeller und der Bruder der Regisseurin Bettina Schoeller. Er wuchs in Frankfurt am Main auf. Nach dem Abitur machte er beim Berliner Lette-Verein eine Ausbildung als Fotodesigner. Im Anschluss war er von 1993 bis 1996 erster Assistent der renommierten US-amerikanischen Fotografin Annie Leibovitz.

Seit 1993 lebt und arbeitet Schoeller in New York. Dort ist er auch für das Magazin The New Yorker als Nachfolger von Richard Avedon tätig. Seine Arbeiten erscheinen auch in Publikationen wie National Geographic, Time, GQ, Glamour, Entertainment Weekly, Vogue und Harper’s Bazaar.

2024 wurde mit We All Bleed Red eine Dokumentation über Schoeller veröffentlicht.

Werk

Einen wichtigen Teil seines Werkes stellen Porträts dar, die er Close-Ups nennt, spektakuläre Nahaufnahmen bekannter Persönlichkeiten wie Bill Clinton, Jack Nicholson, Jon Bon Jovi oder Angelina Jolie. In Deutschland sind diese Aufnahmen durch eine umfangreiche Fotostrecke in der Zeitschrift Stern (Nr. 27/2005) bekannt geworden. Seine Bilder beschreibt er selbst so: „Ich denke, meine Bilder sind nicht unfair. Im Gegenteil, ich denke, sie versuchen ehrlicher zu sein.“

Aus Anlass des 75. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz porträtierte Schoeller 75 überlebende Frauen und Männer; die Ausstellung mit diesen Porträts läuft unter dem Titel Survivors - Faces of Life after the Holocaust.

Martin Schoeller verwendet für seine Close-Ups stets dieselbe Technik: Er misst die Augenhöhe seines Gegenübers und bringt dann die Kameralinse genau auf gleiche Höhe. Statt eines Kamerablitzes verwendet Schoeller weiches Neonlicht. Über seine Arbeitsweise sagt er: „Ich behandele sie alle gleich, ob Promi oder Freund oder ein Obdachloser von der Lower East Side. Sie kriegen dasselbe Licht, denselben Hintergrund, dieselbe Kamera, dieselbe Behandlung.“

Ehrungen

Einzelausstellungen

Veröffentlichungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Martin Schoeller. In: Artfacts. Abgerufen am 7. Januar 2020 (englisch).
  2. ↑ Jan Christoph Wiechmann: Martin Schoeller: Der Kopfjäger. In: stern.de. 16. August 2005, abgerufen am 7. Januar 2020.
Personendaten
NAME Schoeller, Martin
KURZBESCHREIBUNG deutscher Fotograf
GEBURTSDATUM 12. April 1968
GEBURTSORT München