Martin Sebaldt (* 11. Februar 1961 in Bad Reichenhall) ist ein deutscher Politikwissenschaftler. Er lehrte bis zu seiner Pensionierung im April 2025 als Professor an der Universität Regensburg.
Nach Schule und Abitur (1980) in Bad Reichenhall war Sebaldt bis 1982 Soldat auf Zeit und wurde zum Mörseroffizier ausgebildet. Nach zahlreichen Wehrübungen war er zuletzt als Stabsoffizier und Dozent an der Führungsakademie der Bundeswehr eingesetzt und ist heute Oberst der Reserve.
Im Jahr 1982 begann er sein Studium der Politikwissenschaft, der Mittleren und Neueren Geschichte sowie der Soziologie an den Universitäten Passau (WS 1982 bis SS 1984, WS 1986 bis WS 1987), München (WS 1984 bis SS 1985) und Cambridge (Oktober 1985 bis Juni 1986). Zum Wintersemester 1987 schloss er das Studium als Magister Artium ab (Note: sehr gut; Examensschwerpunkt in Politikwissenschaft: Britischer Parlamentarismus und internationaler Parlamentarismusvergleich). Danach war er am Lehrstuhl für Politikwissenschaft (Professor Heinrich Oberreuter) tätig. Sebaldt war Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung (Studienförderung) sowie der Hanns-Seidel-Stiftung (Graduiertenförderung) und wurde im Sommersemester 1991 mit einer Arbeit über die Die Thematisierungsfunktion der Opposition. Die parlamentarische Minderheit des Deutschen Bundestags als innovative Kraft im politischen System der Bundesrepublik Deutschland promoviert (magna cum laude).
Im Sommersemester 1996 folgte die Habilitation für die Gesamtdisziplin Politikwissenschaft.
Am 31. Juli 1996 wurde Sebaldt zum Privatdozenten an der Universität Passau ernannt und trat eine Stelle als Oberassistent am Lehrstuhl für Politikwissenschaft I an. Ab dem Wintersemester 1997 war er mit der Vertretung der Professur für Politikwissenschaft, insb. Politische Systeme von Ursula Hoffmann-Lange an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg betraut und war im Wintersemester 2001 Otto von Freising-Gastprofessor an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.
Im Sommersemester 2002 hatte Sebaldt die Vertretung des Lehrstuhls für Politikwissenschaft von Carl Böhret an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer inne und wurde am 1. September 2002 zum außerplanmäßigen Professor an der Universität Passau ernannt.
Seit dem Sommersemester 2003 vertrat er den Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft (Schwerpunkt Westeuropa) an der Universität Regensburg und wurde am 22. Juli des Jahres auf ebendiesen berufen. Die Ernennung zum ordentlichen Professor folgte am 1. Oktober 2003.
Von 2004 bis 2007 war Sebaldt Prodekan und anschließend Dekan der Philosophischen Fakultät III, von 2007 bis 2009 Mitglied des Senats der Universität Regensburg, von 2011 bis 2013 Studiendekan. Von 2009 bis 2015 und erneut von 2018 bis 2024 war er Vorsitzender des Promotionsausschusses seiner Fakultät. Als Geschäftsführer führte Sebaldt sein Institut für Politikwissenschaft in den Jahren 2020 und 2021 durch die Krisenzeiten der Corona-Pandemie.
2022 berief ihn Bundestagspräsidentin Bärbel Bas in die Jury für die Vergabe des Wissenschaftspreises des Deutschen Bundestages, der er bis zum Ende der Legislaturperiode im Frühjahr 2025 angehörte.
In seiner Zeit als Hochschullehrer veröffentlichte Sebaldt bislang 12 Bücher und gab darüber hinaus 10 Sammelwerke heraus. Die Gesamtzahl seiner Publikationen beläuft sich auf rund 150. An den Universitäten Passau und Regensburg betreute Sebaldt insgesamt über 800 Qualifikationsschriften, darunter 33 Dissertationen und zwei Habilitationsschriften. Zu seinen Absolventen zählen die Professoren Oliver Hidalgo und Alexander Straßner sowie der Landtagsabgeordnete Gerhard Hopp.
| Personendaten | |
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| NAME | Sebaldt, Martin |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politikwissenschaftler und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 11. Februar 1961 |
| GEBURTSORT | Bad Reichenhall |