Martin Seel

Martin Seel im November 2021 bei den 50. Römerberggesprächen im Chagall-Saal in Frankfurt am Main

Martin Seel (* 20. September 1954 in Ludwigshafen am Rhein) ist ein deutscher Philosoph und Hochschullehrer. Seit 2004 lehrt er an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt. Seel gilt als Vertreter der „dritten Generation“ der Frankfurter Schule. Bekannt wurde er seit 1998 auch durch journalistische Veröffentlichungen. Seit dem 1. Oktober 2020 ist er emeritiert.

Leben

Germanistik, Philosophie und Geschichte studierte Seel in Marburg und Konstanz. 1984 promovierte er zum Doktor der Philosophie bei Albrecht Wellmer in Konstanz, wo 1990 auch seine Habilitation erfolgte.

Jeweils als Professor für Philosophie lehrte er von 1992 bis 1995 an der Universität Hamburg und von 1995 bis 2004 an der Justus-Liebig-Universität Gießen. 2004 übernahm er eine Professur für Philosophie an der Universität Frankfurt. Seel ist seit 2007 Principal Investigator, also Gründungsmitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ („Normative Orders“) der Goethe-Universität.

Er ist mit der Kommunikationswissenschaftlerin Angela Keppler verheiratet und hat einen Sohn. Seit dem 1. Oktober 2020 ist er emeritiert.

Akademisches und journalistisches Philosophieren

Martin Seel veröffentlichte zur Ästhetik – insbesondere zur Ästhetik des Films –, zur praktischen sowie zur theoretischen Philosophie. Von 1998 bis 2001 schrieb er eine Kolumne in der Wochenzeitung Die Zeit, in der er sich mit aktuellen Zeitströmungen und Debatten in und außerhalb der Philosophie auseinandersetzte. Eine Auswahl dieser leicht zugänglichen Texte wurde 2001 unter dem Titel Vom Handwerk der Philosophie veröffentlicht. Günter Figal sprach dem Werk sprachlichen Schliff zu, sah diese Traktate jedoch eher als Spiel oder Spielerei, dies allerdings durchaus im positiven Sinne. Nach Eva Weber-Guskar hält sich Seels journalistisches Philosophieren, dessen „eleganten“ Stil sie lobt, eher an „der Oberfläche der Thesen“, die er vertritt: „Dialektische Schärfe steht hier nicht im Vordergrund.“ Seels Ideen seien zwar „der Sache nach zumeist weder besonders neu noch besonders aufregend begründet“; doch Leser könnten „sich diese Ideen von Seel gut in geschmeidigen Sätzen vorführen lassen, entlang von Ausschnitten aus philosophischen Theorien, aus deren Fundus er großzügig schöpft.“

Werke

Literatur

Commons: Martin Seel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Joel Anderson: The 'Third Generation' of the Frankfurt School.
  2. 1 2 Goethe-Universität —. Abgerufen am 25. Mai 2021.
  3. ↑ Rezensionsnotizen zu Vom Handwerk der Philosophie bei Perlentaucher
  4. ↑ Eva Weber-Guskar, 'Lauter schöne Explosionen. Der Philosoph Martin Seel spielt gerne mit Paradoxien', Die Zeit | Literatur Nr. 41 (Okt. 2014), S. 66.
  5. ↑ Rezensionen: Gerhard Gamm In: Die Zeit. 19. Oktober 2000; Michael Grossheim In: Die Welt. 2. Dezember 2000.
  6. ↑ Rezensionen: Günter Figal In: FAZ. 12. August 2002; Wolfgang Schneider In: Die Welt. 22. Dezember 2001.
  7. ↑ Rezension: Marcus Willaschek In Frankfurter Rundschau. 19. Oktober 2002.