Martina Thom, geb. Müller (* 23. April 1935 in Leipzig; † 17. September 2019), war eine deutsche marxistische Philosophin. Von 1976 bis zur Institutsabwicklung 1991 war sie Professorin für Geschichte der marxistisch-leninistischen Philosophie.
Martina Thom wurde als Tochter von Gerhard Müller (1915–1997) und seiner Ehefrau Elisabeth Müller, geb. Knorr (1914–1988), geboren. Ihr Vater war Schriftsetzer und Lehrer, ihre Mutter arbeitete als Sekretärin und Kontoristin. Thom legte 1953 das Abitur an der Richard-Wagner-Oberschule in Leipzig ab und trat der SED bei. Danach war sie als hauptamtliche FDJ-Schulgruppenleiterin tätig, bevor sie von 1954 bis 1959 Philosophie an der Karl-Marx-Universität Leipzig studierte. 1959 war sie Karl-Marx-Stipendiatin. Im Jahr 1964 promovierte sie bei Klaus Zweiling mit einer Arbeit über den neuhegelianischen Revisionismus von Georg Lukács und Karl Korsch. Nach der Ernennung zur Hochschuldozentin 1969 und der Habilitation zur Entstehungsgeschichte der Philosophie Immanuel Kants 1976 bei Helmut Seidel wurde sie noch im selben Jahr auf eine ordentliche Professur für Geschichte der marxistisch-leninistischen Philosophie berufen. Von 1986 bis 1991 war sie Direktorin der Sektion marxistisch-leninistische Philosophie an der Universität Leipzig. Mit der Abwicklung des Instituts für Philosophie wurde sie 1992 von ihrer Professur abberufen und ging in den Vorruhestand.

Sie war seit 1957 mit dem Medizinhistoriker und Philosophen Achim Thom verheiratet. Als ihr Sterbeort wird sowohl Leipzig als auch Schwarz im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte angegeben. Ihre Grabstätte befindet sich auf dem Südfriedhof in Leipzig.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Thom, Martina |
| ALTERNATIVNAMEN | Müller, Martina (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche marxistische Philosophin |
| GEBURTSDATUM | 23. April 1935 |
| GEBURTSORT | Leipzig |
| STERBEDATUM | 17. September 2019 |
| STERBEORT | Leipzig oder Schwarz (Mecklenburg) |