| Martinique-Riesenreisratte | ||||||||||||
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Präparat der Martinique-Riesenreisratte im Muséum national d’histoire naturelle. | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Megalomys desmarestii | ||||||||||||
| (J. Fischer, 1829) |
Die Martinique-Riesenreisratte (Megalomys desmarestii), auch als Antillen-Riesenreisratte bezeichnet, ist eine ausgestorbene Spezies der Karibischen Riesenreisratten (Megalomys) von Martinique in der Karibik. Sie wurde 1829 von Johann Baptist Fischer als Mus desmarestii in seinem Werk Synopsis Mammalium wissenschaftlich erstbeschrieben. Das Artepitheton ehrt den französischen Zoologen Anselme Gaëtan Desmarest. Das Typusmaterial wurde vom Naturforscher Auguste Plée gesammelt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Art auf Martinique weit verbreitet. Wahrscheinlich starb sie um 1902 aus, wobei die Nachstellung durch eingeführte Kleine Mungos als Hauptursache gilt. Damit zählte sie zu den ersten Säugetierarten der Karibik, die im 20. Jahrhundert ausgerottet wurden.
Die Martinique-Riesenreisratte gehörte zu den größten karibischen Reisratten. In Körpergröße und Habitus ähnelte sie der Wanderratte (Rattus norvegicus).
Die Art erreichte eine Körperlänge von etwa 36 cm und ein Gewicht von rund einem Kilogramm. Das Fell war lang und dicht und bedeckte nahezu den gesamten Körper mit Ausnahme der Füße und Ohren. Die Oberseite war tiefschwarz gefärbt, während die Unterseite cremeweiß erschien. Der Schwanz war oberseits schwarz und unterseits weiß. Er war ungewöhnlich lang und entsprach annähernd der Länge des übrigen Körpers.
Der Kopf war klein und gerundet, die Schnauze vergleichsweise kurz.
Möglicherweise führte die Art eine semiaquatische Lebensweise. Es wurde berichtet, dass sie bei Verfolgung durch Fressfeinde ins Meer flüchtete, die Insel jedoch nie schwimmend verließ.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Art auf Martinique häufig anzutreffen. Da sie als Schädling in den Kokosnussplantagen im Süden der Insel galt, wurden gezielte Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet. Zudem wurde sie gelegentlich als Nahrungsquelle genutzt, was aufgrund ihres ausgeprägten moschusartigen Geruchs jedoch nur selten geschah.
Am 8. Mai 1902 brach der Vulkan Montagne Pelée aus und zerstörte die Inselhauptstadt Saint-Pierre vollständig. Als wahrscheinlichste Ursache für das Aussterben gilt jedoch die Beutegreifung durch eingeführte Kleine Mungos. Der Vulkanausbruch könnte das endgültige Verschwinden der Art zusätzlich beschleunigt haben.