Ulcus hypertonicum Martorell

Klassifikation nach ICD-10
L97 Ulcus cruris, anderenorts nicht klassifiziert
L98.4 Chronisches Ulkus der Haut, anderenorts nicht klassifiziert
{{{03-BEZEICHNUNG}}}
{{{04-BEZEICHNUNG}}}
{{{05-BEZEICHNUNG}}}
{{{06-BEZEICHNUNG}}}
{{{07-BEZEICHNUNG}}}
{{{08-BEZEICHNUNG}}}
{{{09-BEZEICHNUNG}}}
{{{10-BEZEICHNUNG}}}
{{{11-BEZEICHNUNG}}}
{{{12-BEZEICHNUNG}}}
{{{13-BEZEICHNUNG}}}
{{{14-BEZEICHNUNG}}}
{{{15-BEZEICHNUNG}}}
{{{16-BEZEICHNUNG}}}
{{{17-BEZEICHNUNG}}}
{{{18-BEZEICHNUNG}}}
{{{19-BEZEICHNUNG}}}
{{{20-BEZEICHNUNG}}}
{{{21-BEZEICHNUNG}}}
ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Klassifikation nach ICD-11
BD41.Y Sonstige näher bezeichnete chronische arterielle Verschlusskrankheit, nicht durch Atherosklerose
ICD-11: Englisch • Deutsch (Vorabversion)

Das Ulcus hypertonicum Martorell, oder Hypertensive ischämische Arteriolosklerose ist eine seltene und sehr schmerzhafte Form eines Unterschenkelgeschwürs (Ulcus cruris) auf der Basis eines länger bestehenden und unkontrollierten Bluthochdruckes (Arterielle Hypertonie) mit Arteriolosklerose, die zu einem Hautinfarkt führt.

Andere Synonyme sind: Beinulkus ischämisches; Infarktulkus; ischämisches Beinulkus; Martorell Syndrom; Martorell-Ulkus; Ulcus hypertonicum; Ulkus Martorell

Die Bezeichnung bezieht sich auf den Autoren der Erstbeschreibung aus dem Jahre 1945 durch den spanischen Kardiologen Fernandes Martorell (1906–1984).

Vorkommen

Zwischen 5 und 15 % aller Unterschenkelgeschwüre sind Martorells Ulcera, die aber nur bei Patienten mit einem lang bestehenden und schlecht kontrollierten Bluthochdruck auftreten. Die Mehrheit der Patienten sind Frauen. Das mittlere Alter liegt um 70 Jahre.

Ursache

Alle Betroffenen haben eine länger bestehende und schlecht kontrollierte arterielle Hypertonie. Dem Ulcus liegt eine ischämische subkutane Arteriolosklerose zugrunde.

Klinische Erscheinungen

Klinische Kriterien sind:

Oft liegen auch Diabetes mellitus und Periphere arterielle Verschlusskrankheit vor.

Diagnose

Die Diagnose ergibt sich aus der Kombination klinischer Befunde.

Die Erkrankung ähnelt in der feingeweblichen Untersuchung der Calciphylaxie.

Differenzialdiagnose

Abzugrenzen sind das Pyoderma gangraenosum, eine Nekrotisierende Kutane Vaskulitis sowie andere Ursachen schmerzhafter Unterschenkelulzera.

Therapie

Die Behandlung besteht in der Nekroseabtragung und Hauttransplantation.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Pschyrembel online
  2. 1 2 3 4 Altmeyers Enzyklopädie
  3. 1 2 3 Sara I. Gomez-Villegas, Erik Andrews, Arash Mostaghimi, Yee-Ping Sun, Joseph Loscalzo: Caving In to Pressure New England Journal of Medicine 2025, band 393, Ausgabe 1 vom 3. Juli 2025, Seiten 73–79, doi:10.1056/NEJMcps2413155
  4. ↑ F.Martorell: Las ulceras supramaleolares por arteriolitis de las grandes hipertensas. In: Actas Reuniones Cientificas Cuerpo Facultativo Instituto Policlinico Barcelona, Band 1, S. 6, 1945.
  5. 1 2 J. Hafner, S. Nobbe, H. Partsch, S. Läuchli, D. Mayer, B. Amann-Vesti, R. Speich, C. Schmid, G. Burg, L. E. French: Martorell hypertensive ischemic leg ulcer: a model of ischemic subcutaneous arteriolosclerosis. In: Archives of dermatology. Band 146, Nummer 9, September 2010, S. 961–968, doi:10.1001/archdermatol.2010.224, PMID 20855694.
  6. 1 2 3 4 Stephan Nobbe, Jürg Hafner: Ulcus hypertonicum Martorell. In: Zentralblatt für Chirurgie - Zeitschrift für Allgemeine Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie. 2014, Band 140, Nummer 05, S. 542–546 doi:10.1055/s-0034-1382898.