Martin Henry „Marty“ Callner (* 25. August 1946 in Chicago, Illinois; † 17. März 2025 in Malibu, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Regisseur und Produzent, der für Musikvideos, Comedy- und Konzert-Specials bekannt war.
Callner war der Sohn von Barney und Ethel Jane Callner und wurde in Chicago im US-Bundesstaat Illinois geboren. Er wuchs in Cincinnati, Ohio, auf und wurde hauptsächlich von seiner Mutter erzogen. Nach seiner Schulzeit besuchte er die Tulane University, die University of Kentucky, die Xavier University und die University of Cincinnati, die er alle ohne Abschluss verließ.
Er war mit Jan Mussara und in zweiter Ehe, von 1981 bis zu seinem Tod, mit Aleeza Zelcer verheiratet. Aus den Beziehungen stammten die Kinder Chad, Lin, Oriel, Jazz, Tess und der Autor und Schauspieler Dax Callner.
1969 begann seine Karriere bei WCPO-TV in Cincinnati, zunächst als Requisiteur bei der Nick Clooney Show. Es folgten Stationen bei WUAB in Cleveland, WBZ-TV in Boston, unter anderem als Regisseur bei Übertragungen der Boston Celtics, sowie ab 1975 bei Home Box Office und Time-Life in New York City. Neben Werbespots führte er bei Broadway- und Sportübertragungen Regie, beispielsweise bei den Wimbledon Championships aus London, und war auch als ausführender Produzent aktiv. So führte er bei einer für das Fernsehen produzierten Broadway-Aufführung von Camelot im Jahr 1982 Regie, bei der Richard Harris die Hauptrolle spielte. Ein erstes Musikvideo produzierte er bereits 1964 für die Band Heart zu Nothing at All. 1973 folgte dann das Musikvideo zu Dream On, Live von Aerosmith. 1993 gründete er seine eigene Produktionsfirma, Cream Cheese Productions, in Beverly Hills.
Er war auch der Erfinder des HBO-Formats Hard Knocks gemeinsam mit NFL Films und führte das Format für Stand-up-Comedy-Specials beim Sender ein mit bis zu fünf Kameraperspektiven. Er führte 1975 Regie bei der ersten Sendung dieser Art: An Evening With Robert Klein. Anschließend übernahm er die Regie bei zahlreichen Ausgaben der HBO-Sendereihe On Location in den 1970er-Jahren.
Callner arbeitete eng mit Mitzi Shore und ihrem Comedy-Club „The Comedy Store“ zusammen, um Nachwuchstalente für HBOs Format Young Comedians zu entdecken. Zu den präsentierten Künstlern gehörten Robin Williams, Jerry Seinfeld, Billy Crystal, Howie Mandel, Mike Binder und Jim Carrey. Er entdeckte auch Paul Reubens bei der Comedy-Truppe The Groundlings in Hollywood und war treibende Kraft hinter der Pee-wee Herman Show, die im Roxy Theatre in West Hollywood aufgezeichnet und 1981 auf HBO ausgestrahlt wurde – sie machte Reubens zum Star. 2009 produzierte er für HBO den Film You’re Welcome America: A Final Night With George W. Bush, in dem Will Ferrell den 43. US-Präsidenten verkörperte.
Während seiner Karriere arbeitete Callner mit zahlreichen weiteren Künstlern und Bands zusammen, für die er Musikvideos und Live-Konzertvideos produzierte, darunter Adina Howard, Aerosmith, Alice Cooper, Bad English, Badlands, Belinda Carlisle, Bette Midler, Bon Jovi, Britney Spears, Brooks & Dunn & Luke Combs, Camelot, Chaka Khan, Cher, Chris Rock, Dan Aykroyd, Dan Hartman, Dane Cook, David Brenner, Diana Ross, Dio, Fleetwood Mac, Garth Brooks, George Carlin, George Lopez, Glen Campbell, Gladys Knight, Gloria Estefan, Heart, Imani Coppola, John Leguizamo, Justin Timberlake, Kiss, Krokus, Laura Branigan, Lita Ford, Liza Minnelli, Luke Combs, Marc Anthony, McAuley Schenker Group, Metal Church, N Sync, Pat Benatar, Patti LaBelle, Paul Simon, Poison, Ratt, Ray Charles, Robert Klein, Robin Williams, Rock ’n Soul, Rolling Stones, Sam Kinison, Sandra Bernhard, Scorpions, Southgang, Stephanie Mills, Stevie Nicks, Stone Fury, Tanya Tucker, Terry Fator, The Bangles, The Cranberries, The Cult, The Pips, Tom Hanks, Twisted Sister, Whitney Cummings, Whitney Houston, Whoopi Goldberg, Y Kant Tori Read und ZZ Top.
Callner war als Regisseur und Produzent auch bei einigen Fernsehproduktionen aktiv und arbeitete bei vielen der Live-Musikproduktionen mit seinem langjährigen Produktionspartner Randall Gladstein (auch: „Randall G“) zusammen. Eine letzte, von ihm verantwortete Produktion war Whitney Houston: Konzert für ein neues Südafrika in Durban aus dem Jahr 2024. Er starb im Alter von 78 Jahren.
Callner wurde im Laufe seiner Karriere insgesamt 23-mal nominiert und zweimal ausgezeichnet. Darunter waren Verleihungen wie die Primetime Emmy Awards, die Directors Guild of America Awards, die CableACE Awards und die MTV Video Music Awards. In den Jahren 1979, 1987 und 1989 war er zudem für den Grammy nominiert.
| Personendaten | |
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| NAME | Callner, Marty |
| ALTERNATIVNAMEN | Callner, Martin Henry (Geburtsname); Callner, Martin H. |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Regisseur und Produzent |
| GEBURTSDATUM | 25. August 1946 |
| GEBURTSORT | Chicago, Illinois, Vereinigte Staaten |
| STERBEDATUM | 17. März 2025 |
| STERBEORT | Malibu, Kalifornien, Vereinigte Staaten |