| marx21 (M21) | |
|---|---|
| Gründung | 2007 |
| Sitz | Berlin |
| Vorläufer | Linksruck |
| Vorsitz | Gewählter Koordinierungskreis |
| Mitglieder | 300–400 (2021) |
| Website | www.marx21.de |
Marx21 (Eigenschreibweise marx21, auch M21) ist ein deutsches politisches Netzwerk, das 2007 aus der trotzkistischen Organisation Linksruck hervorging. Marx21 wird ebenso dem trotzkistischen Spektrum zugeordnet und ist vor allem im Umfeld der Partei Die Linke aktiv.
Die Vorgeschichte von Marx21 reicht bis zur Sozialistischen Arbeitergruppe zurück, die 1971 gegründet wurde. Aus ihr entstand 1993 die Organisation Linksruck. Linksruck wuchs bis Anfang der 2000er Jahre auf etwa 1200 Mitglieder an, geriet später jedoch in eine organisatorische Krise, in deren Verlauf die Mitgliederzahl auf etwa 300 Personen zurückging. Im Umfeld der WASG und der späteren Partei Die Linke kam es zu einer strategischen Neuausrichtung. Linksruck löste sich 2007 formal auf, woraus das Netzwerk Marx21 entstand.
Marx21 wird der trotzkistischen International Socialist Tendency zugeordnet und umfasste mindestens bis 2014 die größte Strömung des deutschsprachigen Trotzkismus. In der aktuellen Übersicht der bundesweiten Zusammenschlüsse der Partei Die Linke wird Marx21 nicht aufgeführt.
Die Anzahl der Mitglieder von Marx21 ist nicht bekannt und wurde 2021 auf 300 bis 400 Mitglieder geschätzt. Das Netzwerk selbst sprach im September 2020 von etwa 450 Unterstützern.
Marx21 bezeichnet sich selbst als Netzwerk revolutionärer Sozialisten innerhalb der Partei Die Linke, der Linksjugend solid und des Studierendenverbandes Die Linke.SDS. Programmatisch richtet sich Marx21 gegen den Kapitalismus und tritt für eine sozialistische Gesellschaft ein. Das Netzwerk lehnt Regierungsbeteiligungen der Linken ab und setzt stattdessen auf Massenbewegungen.
Armin Pfahl-Traughber beschreibt den Eintritt früherer Linksruck- bzw. Marx21-Aktivisten in Die Linke als Teil einer trotzkistischen Entrismus-Strategie. Danach engagierten sich Aktivisten von Marx21 insbesondere in der innerparteilichen Strömung Sozialistische Linke. Als Personen mit Mandaten oder Parteifunktionen nannte er Christine Buchholz, Nicole Gohlke und Janine Wissler. Wissler verließ jedoch den Unterstützerkreis des Netzwerks im September 2020 im Zusammenhang mit ihrer Kandidatur für den Parteivorsitz. Sie erklärte, es sei bei einer Kandidatur für den Parteivorsitz üblich und richtig, Unterstützung und Mitgliedschaft in innerparteilichen Strömungen und Zusammenhängen zu beenden. Dies gelte in dem Fall für die Sozialistische Linke, die Bewegungslinke sowie Marx21.
2021 kritisierte Wissler die Beobachtung von Marx21 durch den Verfassungsschutz. Gegenüber dem Spiegel bezeichnete sie die Behauptung, Marx21 plane eine Unterwanderung von Institutionen, als „absurd“.
Marx21 wird vom Verfassungsschutz beobachtet und in den Landes- und Bundesverfassungsschutzberichten regelmäßig bewertet, zuletzt 2024 als trotzkistische Organisation, die im Bereich der Partei Die Linke Einfluss auf den politischen Diskurs zu nehmen versuchte.
Dort sah der Verfassungsschutz 2016 das Ziel der Organisation in der „Errichtung einer kommunistischen Gesellschaftsordnung“. Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz zählte Marx21 im Bericht von 2008 zu den von der Linken akzeptierten und unterstützten offen extremistischen Zusammenschlüssen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz bezeichnete Marx21 2011 als deutsche Sektion der International Socialist Tendency und als aktivste Organisation im trotzkistischen Spektrum. Es bezichtigt Marx21 außerdem des Entrismus.
Der Politikwissenschaftler Rudolf van Hüllen warf Marx21 2014 in einem Beitrag der Bundeszentrale für politische Bildung vor, unter deutschen Linksextremisten ein herausragender Vertreter eines als Antizionismus auftretenden Antisemitismus zu sein.
Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ordnete der Journalist Sebastian Leber im Tagesspiegel Marx21 dem antiimperialistischen Spektrum zu. Er kritisierte ein Statement von Marx21, in dem die Angriffe der Hamas als „Gegenschlag“ beziehungsweise als „Recht auf Widerstand“ gedeutet worden seien.