Masami Uno

Masami Uno (japanisch 宇野 正美, Uno Masami; * 1942) ist ein japanischer Schriftsteller, Prediger, Verschwörungstheoretiker und Holocaustleugner.

Leben

Herkunft, Bildung

In seiner Jugend konvertierte er zum Christentum und wurde zum Pastor in der Christian Biblical Church in Kyōto. Er studierte Wirtschaftswissenschaften an der Osaka Metropolitan University, schloss 1964 ab und unterrichtete gut elf Jahre als Lehrer an einer renommierten Mittelschule in Osaka. Pierre Lavelle merkt kritisch an, dass es sich bei den biographischen Daten um Eigenangaben auf den Umschlägen seiner Bücher handelt.

Werk

Masami begann seine Autorenkarriere mit Büchern über angebliche biblische und apokalyptische Prophezeiungen und wandte sich in den 1980er-Jahren dem Judentum und dem Holocaust zu. Seine beiden 1986 erschienenen Bücher Verstehe die Juden und du kannst die Welt erkennen (Yudaya ga wakaru to sekai ga mietekuru) und Verstehe die Juden und erkenne Japan (Yudaya ga wakaru to nihon ga mietekuru) wurden Bestseller. Einige Bücher verkauften sich millionenfach, er wurde in diversen Zeitungen zitiert und sogar von der langjährigen Regierungspartei LDP für Redebeiträge eingeladen. In mehreren Büchern leugnete er den Holocaust.

Seiner Einschätzung nach steht die US-amerikanische Regierung unter einer „jüdischen Schattenregierung“. Die Beziehung zwischen den USA und Japan sind, seiner Ansicht nach, Beziehungen zwischen „den Juden“ und Japan. „Die Juden“ seien verantwortlich für das Platzen der japanischen Wirtschaftsblase.

Masami ist neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch als christlich-fundamentalistischer Pfarrer tätig. Seine antisemitischen Verschwörungstheorien verbindet Masami mit einem christlichen Millenarismus. Masami hat diverse Verbindungen mit rechtsextremen Personen in den USA, unter anderem mit dem 2019 verstorbenen Lyndon LaRouche.

Rezeption

David G. Goodman hält Masami für einen der wichtigsten japanischen Antisemiten, weil dieser erstens die traditionellen jüdischen Stereotypen in Japan reaktiviert und zweitens via Allianzen mit westlichen Holocaustleugnern deren Argumente nach Japan gebracht habe.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Meron Medzini: Japan, the Jews, and Israel. Similarities and Contrasts. De Gruyter, Berlin/Boston 2024, ISBN 978-3-11-123942-2, S. 153.
  2. ↑ Jacob Kovalio: The Russian Protocols of Zion in Japan. Yudayaka/Jewish Peril Propaganda and Debates in the 1920s (= Asian Thought and Culture. Band 64). Peter Lang, New York 2009, ISBN 978-1-4331-0609-5, S. 97 f., Fn. 18.
  3. ↑ Pierre Lavelle: Les écrits antisémites japonais essai d'interprétation. In: Lignes. Band 2, Nr. 19, 1993, S. 158–202, doi:10.3917/lignes0.019.0158 (französisch).
  4. ↑ Silvia Pin: Jews in Japan: Presence and Perception. Antisemitism, Philosemitism and International Relations. De Gruyter, Berlin/Boston 2024, ISBN 978-3-11-133702-9, S. 78.
  5. ↑ Miriam Bistrovic: Das Stereotyp der jüdischen Finanzmacht in den japanischen Medien. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Jahrbuch für Antisemitismusforschung. Band 17. Metropol, Berlin 2008, ISBN 978-3-940938-20-6, S. 153–170, hier: S. 164 (tu.berlin [PDF; 4,6 MB]).
  6. ↑ Meron Medzini: Under the Shadow of the Rising Sun. Japan and the Jews during the Holocaust Era. Academic Studies Press, Brighton MA 2016, ISBN 978-1-61811-522-5, S. 163 f.
  7. ↑ Meron Medzini: Japan, the Jews, and Israel. Similarities and Contrasts. De Gruyter, Berlin/Boston 2024, ISBN 978-3-11-123942-2, S. 153 f.
  8. 1 2 David G. Goodman: The Protocols in Japan. In: Richard Landes, Steven T. Katz (Hrsg.): The Paranoid Apocalypse. A Hundred-Year Retrospective on The Protocols of the Elders of Zion. New York University Press, New York/London 2012, ISBN 978-0-8147-4892-3, S. 135–151, hier: S. 142–143.
  9. ↑ Tsuji Ryutaro: The Role of Conspiracy Theory in the Aum Shinrikyo Incident. In: Egil Asprem, Asbjørn Dyrendal, David George Robertson (Hrsg.): Handbook Of Conspiracy Theory And Contemporary Religion (= Brill Handbooks on Contemporary Religion. Band 17). Leiden/Boston 2018, S. 389–406, hier: S. 399, doi:10.1163/9789004382022_019.
  10. ↑ David G. Goodman, Masanori Miyazawa: Jews in the Japanese mind. The History and Uses of a Cultural Stereotype. The Free Press, New York 1995, ISBN 0-02-912482-4, S. 225 (englisch).
Personendaten
NAME Uno, Masami
ALTERNATIVNAMEN 宇野 正美 (japanisch)
KURZBESCHREIBUNG japanischer Schriftsteller, Prediger, Verschwörungstheoretiker und Holocaustleugner
GEBURTSDATUM 1942