
Eine Massenhochzeit ist eine Eheschließung, bei der mehrere Paare gleichzeitig verheiratet werden. Sie finden vorwiegend in Ländern Asiens und Lateinamerikas statt, oft um die Hochzeitskosten der einzelnen Familien zu reduzieren.
Zu den ersten bekannten Hochzeiten dieser Art gehört die Massenhochzeit von Susa im Jahr 324 v. Chr., eine fünftägige Heiratszeremonie in der persischen Metropole Susa, die von Alexander dem Großen veranstaltet wurde und bei der er selbst und etwa 80 seiner führenden Gefolgsleute Ehen mit vornehmen Perserinnen schlossen, um Frieden zwischen Griechen und Persern zu schließen.
Während der Han-Dynastie führten chinesische Beamte in Vietnam Massenhochzeiten mit bis zu 1000 Paaren durch, weil ihnen die Hochzeitszeremonien der Vietnamesen nicht gefielen. Von Chiang Kai-sheks New Life Movement wurden in den 1930er Jahren auch in China Massenhochzeiten „stark empfohlen“, mit der Aufforderung an das Volk, leichtfertige Ausgaben zu reduzieren und stattdessen die Ressourcen in produktive Aktivitäten zu stecken.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden in Berlin Massentrauungen durchgeführt, als Ausdruck authentischer Rechristianisierung nach der „gottlosen roten Weimarer Republikzeit“, wie beispielsweise 1933 in einer Kirche in Schöneberg, wo 54 SA-Hochzeitspaare gemeinsam getraut wurden. Noch im selben Jahr wurden diese Massenhochzeiten nach einer NSDAP-Gauleitertagung untersagt. Es dürfe keine Propaganda und keine Rekordhascherei mit „heiligen Handlungen“ betrieben werden. In der DDR wurden von den Stadtverwaltungen ebenfalls Massenhochzeiten durchgeführt, um den Hochzeitszeremonien einen sozialistischen Anstrich zu geben.
Die von den Roten Khmer in Kambodscha in den 1970er Jahren durchgeführten Massenhochzeiten, an denen die Familienangehörigen nicht teilnehmen durften, sollten nicht die Verbindung zweier Individuen oder Familien repräsentieren, sondern die Aufmerksamkeit auf den Staat und die Revolution lenken. Im Gegensatz zu traditionellen kambodschanischen Hochzeiten waren die Brautpaare nicht in bunte Kleider gehüllt, sondern trugen nur schwarze Kleidung. Die Zeremonie fand auch ohne den üblichen Tanz und die Musik statt.
Im Iran finden nach islamischer Tradition auch Kinderhochzeiten statt, bei denen nach offiziellen Statistiken jährlich mehrere zehntausend Mädchen unter 15 Jahren von ihren Eltern verheiratet werden, darunter auch als Massenveranstaltungen. Nach lokalen Medienberichten wurden im März 2016 in der Stadt Parsian 50 Schülerinnen bei einer Massenhochzeit getraut.
In den Ländern des Nahen Ostens, wo traditionell extravagante Hochzeiten üblich sind, da die Höhe der Hochzeitskosten den Status der Familie bestimmt, die Familien sich damit einander übertreffen wollen und dafür oft hoch verschulden, werden von den Regierungen Massenhochzeiten organisiert, um die Kosten einzudämmen.
In Georgien werden seit 2014 jährlich von der Georgischen Orthodoxen Kirche an dem von ihr zum „Family Purity Day“ erklärten 17. Mai mit Märschen und Motorradkorsos durch Tiflis auch Massenhochzeiten in Kirchen durchgeführt, um „die heterosexuelle christliche Ehe“ zu fördern.
In Russland werden nach dem russischen Überfall auf die Ukraine seit 2022 im staatlichen Fernsehen Massenhochzeiten zwischen frisch einberufenen Soldaten und jungen Frauen gezeigt, die sie erst kurz zuvor kennengelernt und dazu überredet haben, sie zu heiraten, um dadurch nach deren Tod „Sarggeld“ zu erhalten.