| Film | |
| Titel | Materia Prima |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Spanisch, Englisch, Quechua, Aymara |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 89 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Jens Schanze |
| Drehbuch | Jens Schanze |
| Produktion | Jens Schanze |
| Musik | Atena Eshtiaghi |
| Kamera | Börres Weiffenbach |
| Schnitt | Ulrike Tortora |
Materia Prima ist ein deutscher Dokumentarfilm von Jens Schanze aus dem Jahr 2026. Er thematisiert die Suche europäischer Unternehmen nach Rohstoffen für die Energiewende. Konkret geht es um die Ausbeutung der Lithiumvorkommen im Salar de Uyuni (Bolivien) und den Umgang mit kolonialen Kontinuitäten auf indigenem Territorium. Kinostart in Deutschland ist am 22. Oktober 2026.
Eine Gruppe europäischer Unternehmer und Diplomaten erkundet das mit geschätzt 23 Millionen Tonnen größte Lithiumvorkommen der Welt. Es befindet sich im Andenhochland Boliviens. Begleitet werden sie von Mitgliedern der bolivianischen Regierung. Am Salar de Uyuni treffen sie auf die Bewohner der indigenen Dorfgemeinschaften. Der Film arbeitet die unterschiedlichen Perspektiven auf den möglichen Abbau des Rohstoffs, der für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien und damit die Automobilindustrie unverzichtbar ist, heraus. Ein historisches Dokument des indigenen Autors Felipe Guamán Poma de Ayala aus dem 16. Jahrhundert stellt den Bezug zur Plünderung der Silber-, Zinn-, und Zinkvorkommen am Cerro Rico in Potosí während der Kolonialzeit her.
Die Produktion des Films nahm etwa sechs Jahre in Anspruch. Finanziert wurde das Projekt von der Filmförderungsanstalt, der Behörde für Kultur und Medien, MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, FilmFernsehFonds Bayern, DFFF, 3sat, Deutsche Welle sowie Misereor und Brot für die Welt. Der Film wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz von Cine Global Filmverleih ins Kino gebracht. Weltpremiere war beim Filmfestival CPH:DOX am 12. März 2026 in Kopenhagen.
Der Hollywood Reporter schrieb, der Film widme sich mit epischen Bildern dem neuen Goldrausch und beleuchte verborgene Mechanismen und Dynamiken globaler Interessen und lokaler Realitäten. Steve Kopian (New York) meinte, dass in einer Zeit, in der jeder das große Geld machen wolle und es vielen egal sei, wem sie dabei schaden oder welchen Schaden sie der Welt zufügten, werfe Materia Prima einen unverzichtbaren Blick auf den Kampf um die Kontrolle nicht nur über natürliche Ressourcen, sondern auch über unser Schicksal. Márcio Sallem aus Brasilien schrieb, der Film lege durch Gelassenheit, Präzision, Beobachtungsgabe und aufmerksames Zuhören Zusammenhänge und Zwänge des technologischen Fortschritts offen. Vladan Petkovic (Cineuropa) fand, dem Film gelinge es, den Teufelskreis sichtbar zu machen. Europa werde seine „grüne Energie“ auf Kosten der weniger entwickelten Länder ausbauen, genau so, wie es seinen Reichtum in der Kolonialzeit aufgebaut habe.
Beim Internationalen Dokumentarfilmfestival München 2026 wurde die von Atena Eshtiaghi komponierte und produzierte Filmmusik mit dem Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreis ausgezeichnet. Die Jury begründete ihr Votum für Atena Eshtiaghi mit der Kunst der Komponistin, Musik als eigenständige narrative Kraft so einzusetzen, dass sie „den Film sensibel begleitet und zugleich dramaturgisch erweitert.“