

Mathenakirche ist die gebräuchliche Bezeichnung für die Pfarrkirche der Mathena-Vorstadt von Wesel. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört und danach nicht wieder aufgebaut. Ihr Patrozinium war St. Nikolaus und Antonius.
Die auf dem feuchten Wiesengelände (Matena) östlich der Altstadt entstandene Vorstadt wurde 1434 ummauert. 1440 begann der Bau der spätgotischen Pfarrkirche, die um 1500 fertiggestellt war. Sie wurde von St. Willibrord abgepfarrt und erhielt auch die Zuständigkeit für einige umliegende Dörfer.
Derik Baegert schuf für die Ausstattung ein mehrteiliges Hochaltarretabel, von dem jedoch nur Fragmente den Bildersturm des 16. Jahrhunderts überstanden (heute im Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid).
Nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen im Reformationszeitalter zwischen dem Stadtrat, Herzog Wilhelm, Kaiser Karl V., Weseler Bürgern und niederländischen Zuwanderern wurde die Mathenakirche ebenso wie die Altstadtpfarrkirche St. Willibrord reformiert. Nach einer Zeit baulichen Verfalls wurde sie in den Jahren 1703 bis 1712 in barockisierter Form wiederhergestellt.
Bei den Luftangriffen auf Wesel im Februar und März 1945 wurde die Mathenakirche bis auf die Grundmauern zerstört. Anfang der 1950er Jahre wurde an ihrer Stelle das erste Nachkriegs-Rathaus der Stadt erbaut; seit 1971 befindet sich hier ein Kaufhof-Warenhaus.
Vom einstigen Geläut der Mathenakirche sind zwei Glocken erhalten:

Koordinaten: 51° 39′ 24,8″ N, 6° 37′ 7″ O