Carl Mathern

Friedrich „Fritz“ Carl Mathern (* 2. Februar 1881 in Bad Homburg vor der Höhe; † 8. Dezember 1960 in Eppelsheim) war ein deutscher Journalist und Dramatiker in Frankfurt am Main. Als Bühnenautor spezialisierte er sich auf Schwank und Komödie.

Leben

Carl Friedrich Mathern verbrachte die Kindheit in Rheinhessen. Seine Eltern waren Friedrich Mathern und Marie Curschmann. 1913 heiratete er in Frankfurt Bertra Frieda Daube aus Dessau.

Er arbeitete zunächst beim Frankfurter Bankhaus Emden, wechselte aber in den Journalismus und wurde Redakteur beim auflagenstarken Frankfurter „General-Anzeiger“ im Verlag der Familie Horstmann. Er war Lokalreporter und spätestens ab 1918 verantwortlicher Redakteur, also Ressortleiter, „für den örtlichen Teil und Umgegend“, wie es im Impressum auf der ersten Seite hieß. Seine lustigen Beiträge im Lokalteil galten als „echter Alt-Frankfurter Humor“.

1910/11 spielte er eine zentrale Rolle im „Zeitungskrieg“ zwischen seinem Blatt und den konkurrierenden Frankfurter Nachrichten. Mathern verfasste Schmähartikel gegen die andere Zeitung, die ihr Geschäftsgebaren im Anzeigen- und Abonnentenvertrieb angriffen; diese Artikel lancierte er anonym über das Frankfurter Sensations- und Satireblatt Die Fackel. Daraus entstanden reichsweit beachtete Zivil- und Strafprozesse. Mathern und sein Verleger räumten vor Gericht Fehlverhalten ein.

Bekannt wurde er beim Zeitungspublikum vor allem unter dem Pseudonym „Fips“ durch seine „volksnahen Glossen zur Schilderung der kleinen Alltagssorgen“ und „Wochenplaudereien, über die ganz Frankfurt schmunzelte“. Als der „General-Anzeiger“ im Dezember 1923 in einer Umfrage unter 25.000 Lesern nach den fünf beliebtesten und volkstümlichsten Personen der Stadt fragte, kam Mathern auf den vierten Platz.

Schon vor und während des Ersten Weltkriegs begann der Zeitungsjournalist seine Jahrzehnte währende Zusammenarbeit mit dem Bühnenschriftsteller Otto Schwartz und dem Komiker Toni Impekoven, der 1914 ans Schauspielhaus des Frankfurter Stadttheaters gekommen war. Gemeinsam verfassten sie zahlreiche Volksstücke, vor allem Lustspiele, Schwänke, Possen und Grotesken. Einige wurden später für das Kino oder das Fernsehen verfilmt oder auf Volkstheaterbühnen für das Fernsehen aufgezeichnet. Zu den bekanntesten und erfolgreichsten gehören „Der Meisterboxer“, „Der doppelte Moritz“ und „Die drei Zwillinge“. Einige Stücke werden bis heute von Volks- und Heimatbühnen auch von Amateuren gespielt.

Publikationen

Mathern veröffentlichte seine zahlreichen Bühnenstücke (siehe unten) in Theaterverlagen wie Bloch (Berlin), Wilhelm Köhler (München) oder Drei Masken (München).

Während des Ersten Weltkrieges schrieb er als „Fips im Felde“ ein Anekdoten- und Schnurrenbuch, das auf Feldpostbriefen, mündlichen und Zeitungsberichten fußte und die heitere Seite des Krieges darstellen sollte:

Theaterstücke

Hörspiele

Bearbeitung (Wort): mit Toni Impekoven:

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Carl Friedrich Mathern & Berta Frieda Daube. In: Hessisches Personenstandsregister, 1849–1931. MyHeritage.de, 13. September 1913, abgerufen am 18. Februar 2022.
  2. 1 2 Reinhard Frost: Mathern, Carl. In: Wolfgang Klötzer / Frankfurter Historische Kommission (Hrsg.): Frankfurter Biographie : Personengeschichtliches Lexikon. 2. Band M–Z. Waldemar Kramer / Verlagshaus Römerweg, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-7829-0459-1, S. 18.
  3. ↑ Fried Lübbecke: Fünfhundert Jahre Buch und Druck in Frankfurt am Main. H. Cobet, Frankfurt am Main 1948, S. 321.
  4. ↑ Sh. Frankfurt a. M., 15. Dez. Hannoverscher Kurier, 16.12.1911, S. 5 https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/newspaper/item/Q35FVKOYFGJHGPO65HPZUEAKS7OHRHSE?issuepage=5
  5. ↑ Frankfurt a. M., 15. Dezember. Norddeutsche Allgemeine Zeitung, 19.12.1911, S. 3 https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/newspaper/item/D2UFC7ZNWGH7GRZ6KVTVCSXGSWWECHFM?issuepage=3
  6. ↑ Frankfurter Nachrichten und General-Anzeiger. Frankfurter Zeitung, 15.12.1911, Abendblatt, Nr. 347, S. 2–3 https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/periodika/periodical/pageview/13441425
  7. 1 2 Madlen Lorei, Richard Kim: Frankfurt und die goldenen zwanziger Jahre. Verlag Frankfurter Bücher, Frankfurt am Main 1966, S. 21.
  8. ↑ Schwartz, Otto, auf felix-bloch-erben.de
Personendaten
NAME Mathern, Carl
KURZBESCHREIBUNG deutscher Journalist und Dramatiker
GEBURTSDATUM 2. Februar 1881
GEBURTSORT Bad Homburg vor der Höhe
STERBEDATUM 8. Dezember 1960
STERBEORT Eppelsheim