Mathias Jucker

Mathias Jucker (* 7. Juli 1961 in Zürich) ist ein Schweizer Neurowissenschaftler, Professor und Direktor am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung der Universität Tübingen, Deutschland. Er ist zudem Gruppenleiter am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Tübingen. Mathias Jucker ist bekannt für seine Forschung zu den biologischen Mechanismen der Gehirnalterung und der Alzheimer-Krankheit.

Ausbildung und Karriere

Jucker promovierte 1988 in Naturwissenschaften an der ETH Zürich in der Schweiz. Danach begann er seine Forschung zum Altern des Gehirns am National Institute on Aging (NIA) in Baltimore, USA, und später an der Universität Basel in der Schweiz. Er wurde 2003 berufen auf die Professur für Zellbiologie neurologischer Erkrankungen an die Universität Tübingen. 2009 wurde er zusätzlich Gruppenleiter am DZNE in Tübingen, und 2012 übernahm er die Rolle des Gründungskoordinators des Netzwerkes für die familiäre autosomal-dominante Form der Alzheimer-Erkrankung (DIAN) für Deutschland.

Forschung

Prion-ähnliche Eigenschaften krankheitsverursachender Proteine

Mathias Jucker’s Forschung konzentriert sich auf die Untersuchung, wie fehlgefaltete Proteine Krankheiten im Hirn auslösen, indem sie aggregieren und sich um die Nervenzellen ablagern. In Zusammenarbeit mit Lary Walker war Mathias Jucker der Erste, der nachwies, dass die Ablagerung vom β-Amyloid bei der Alzheimer-Krankheit nach einem Prion-ähnlichen Mechanismus erfolgt. Dieses Konzept wurde später auf andere Proteine wie Tau und α-Synuclein ausgeweitet, die sich ähnlich fehlfalten und bei neurodegenerativen Erkrankungen (Proteinfehlfaltungserkrankungen) aggregieren.

Biomarker für Alzheimer

Mathias Jucker hat außerdem zur Entwicklung und Validierung von Biomarkern für Alzheimer und andere neurodegenerative Erkrankungen beigetragen. Er stellte fest, dass Veränderungen von Biomarkern in der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) in Mausmodellen den Veränderungen beim Menschen mit Alzheimer ähneln. Zudem wies er nach, dass das Neurofilament-Leichtkettenprotein in Neuronen als Biomarker im Blut und Liquor genutzt werden kann, um den Krankheitsverlauf zu bestimmen.

Auszeichnungen

Jucker erhielt zahlreiche wissenschaftliche Preise, darunter:

Veröffentlichungen

Auswahl

Bücher

Einzelnachweise

  1. ↑ DZNE Abt fuer Presse-und Oeffentlichkeitsarbeit: Curriculum vitae. Abgerufen am 28. Februar 2025.
  2. ↑ ORCID. Abgerufen am 28. Februar 2025.
  3. ↑ German Families with Dominantly Inherited Alzheimer’s Disease Meet for the First Time. Abgerufen am 28. Februar 2025.
  4. ↑ Mathias Jucker, Lary C. Walker: Self-propagation of pathogenic protein aggregates in neurodegenerative diseases. In: Nature. Band 501, Nr. 7465, 5. September 2013, ISSN 0028-0836, S. 45–51, doi:10.1038/nature12481, PMID 24005412, PMC 3963807 (freier Volltext) – (nature.com [abgerufen am 28. Februar 2025]).
  5. ↑ Nicola Davis: Blood test could detect Alzheimer’s more than 10 years earlier – study. In: The Guardian. 21. Januar 2019, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 28. Februar 2025]).
  6. ↑ NEUE FASSUNG: Alzheimer-Forschung mit transgenen Mäusen. 22. Juni 2001, abgerufen am 28. Februar 2025.
  7. ↑ Zenith Fellows | Alzheimer's Association. Abgerufen am 28. Februar 2025 (englisch).
  8. ↑ Soriano Lectureship. Abgerufen am 28. Februar 2025 (amerikanisches Englisch).
  9. ↑ awhamburg: 3. Hamburger Wissenschaftspreis 2013: Preisträger Mathias Jucker. 3. Dezember 2013, abgerufen am 28. Februar 2025.
  10. ↑ AFAR: 2014 MetLife Foundation Awards: Dr. Walker and Dr. Jucker. 30. Mai 2014, abgerufen am 28. Februar 2025.
  11. ↑ International Prize for Translational Neuroscience. Abgerufen am 28. Februar 2025 (englisch).
Personendaten
NAME Jucker, Mathias
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Neurowissenschaftler und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 7. Juli 1961
GEBURTSORT Zürich, Schweiz