Matthias Stickler

Matthias Stickler

Matthias Stickler (* 31. Mai 1967 in Aschaffenburg) ist ein deutscher Historiker und Hochschullehrer.

Werdegang

Stickler besuchte das Karl-Theodor-von-Dalberg-Gymnasium in Aschaffenburg und erwarb dort 1986 die Allgemeine Hochschulreife. Sein jüngerer Bruder ist der Althistoriker Timo Stickler.

Von 1986 bis 1988 leistete Matthias Stickler seinen Wehrdienst und wurde Zeitsoldat, zuletzt (2004) war er Hauptmann der Reserve bei den Pionieren. Von 1988 bis 1993 studierte er Geschichte, Germanistik und Sozialkunde für das Lehramt an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. 1993 wurde er Mitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Gothia-Würzburg im Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV). Nach der Ersten Staatsprüfung wurde er 1997 mit einer Doktorarbeit bei Harm-Hinrich Brandt zum Dr. phil. promoviert.

Anschließend war er Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte II der Universität Würzburg bei Harm-Hinrich Brandt und, ab 2000, bei Wolfgang Altgeld. Er habilitierte sich 2003 und erhielt die Venia legendi für Neuere und Neueste Geschichte. Die Würzburger Philosophische Fakultät I ernannte ihn 2008 zum Beauftragten für den Bologna-Prozess.

2010 wurde Stickler zum apl. Professor an der Universität Würzburg bestellt. Seine Hauptforschungsgebiete sind Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950 und ihre Integration in Westdeutschland. Weitere Interessensgebiete sind Habsburgermonarchie, Vergleichende Völkermordforschung, Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Universitätsgeschichte und Studentengeschichte. Am 1. Oktober 2011 wurde er zum wissenschaftlichen Leiter des Instituts für Hochschulkunde bestellt. Seit 2014 unterstützt er den Verein für corpsstudentische Geschichtsforschung bei der Herausgabe des Jahrbuchs Einst und Jetzt. Nach wie vor liest er auch an der Universität Bonn und der Universität Mainz.

2021 wurde Stickler aufgrund seiner wissenschaftlichen Leistungen zum ordentlichen Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste berufen. Er ist Alter Herr und Philistersenior der KDStV Gothia-Würzburg im CV und Bandphilister der KAV Capitolina Rom im CV.

Ehrenämter

Staatsminister Bernd Neumann berief Stickler 2009 in den wissenschaftlichen Beraterkreis der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung. Die Universität Würzburg bestellte ihn 2012 zum Beauftragten im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Hochschulkunde. Er ist Vertrauensdozent der Hanns-Seidel-Stiftung und Mitglied der Vereinigung für Verfassungsgeschichte.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Literatur

Commons: Matthias Stickler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Dissertation: Erzherzog Albrecht von Österreich – Selbstverständnis und Politik eines konservativen Habsburgers im Zeitalter Kaiser Franz Josephs. Matthiesen Verlag, Husum 1997 (= Historische Studien, Band 450), ISBN 978-3-7868-1450-4.
  2. ↑ Habilitationsschrift: „Ostdeutsch heißt Gesamtdeutsch“ – Organisation, Selbstverständnis und heimatpolitische Zielsetzungen der deutschen Vertriebenenverbände 1949–1972.
  3. ↑ Matthias Stickler: Organisation, Selbstverständnis und heimatpolitische Zielsetzungen der deutschen Vertriebenenverbände 1949–1972, Düsseldorf 2004 (= Forschungen und Quellen zur Zeitgeschichte, Bd. 46), ISBN 3-7700-1896-6.
  4. ↑ Jahrbuch des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung.
  5. ↑ Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung: Wissenschaftlicher Beraterkreis (Memento vom 19. Oktober 2012 im Internet Archive).
Personendaten
NAME Stickler, Matthias
KURZBESCHREIBUNG deutscher Hochschullehrer für Neuere und Neueste Geschichte
GEBURTSDATUM 31. Mai 1967
GEBURTSORT Aschaffenburg