Matti Goldschmidt

Matti Goldschmidt (* 18. Juli 1951 in Graz) ist ein österreichisch-israelischer Choreograph und Autor. Er beschäftigt sich insbesondere mit israelischem Volkstanz.

Leben

Goldschmidt wuchs überwiegend in Deutschland auf und wanderte im Januar 1976 nach Israel aus, wo er tänzerisch im Kibbuz Maʿagan Michaʾel bei Mosche Pinkas begann. Er setzte sein ursprüngliches Hobby in Haifa bei Bentzi Tiram sowie bei Jossi Abuhav (Beʾer Scheva) und in Jerusalem bei Eddi Sasson fort.

1979 schloss er am Lehrerseminar in Jerusalem unter der Leitung von Bracha Dudai einen sog. Ulpan ab, eine Ausbildung zum Tanzmeister für israelische Folkloretänze. Parallel dazu studierte er an der Hebräischen Universität Jerusalem Informatik und Geschichte islamischer Länder und arbeitete nach Studienende als Programmierer und Systemanalytiker in Israel, Neuseeland und Deutschland. 1983 beendete er an derselben Universität einen weiteren einjährigen Didaktikkurs im Bereich Tanz unter der Leitung von Cyrelle Foremann und Shulah Bareqet.

1988 nahm Goldschmidt eine erste Stelle als Tanzlehrer in Wellington (Neuseeland) an, im Jahr darauf ging er zurück nach Deutschland und übernahm den Tanzunterricht im Jugend- und Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, den er bis heute (Stand: 4. Quartal 2024) leitet. 1992 war er Initiator zur Gründung des Vereins ITH Israelisches Tanzhaus e.V., dessen Vorsitz er seit Beginn innehat, um den israelischen Volkstanz im deutschsprachigen Raum populär zu machen. Am 24. November 2017 wurde das ITH zu seinem 25-jährigen Bestehen vom damaligen Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München, Dieter Reiter, für „seinen geleisteten Beitrag zur Pflege des Volkstanzes“ mit einer Urkunde geehrt. Neben rund 500 von Workshops innerhalb Deutschlands unterrichtete Goldschmidt auch im europäischen Ausland, darunter in England, Frankreich, Italien, Kroatien, Österreich, Russland, der Schweiz, Slowenien und Tschechien. In Fernost unterrichtete er aufgrund von Einladungen in Taiwan (2023 und 2024) sowie in Japan (2024).

Seit 2011 ist er Vorsitzender des „Landesverbandes Tanz in Bayern e.V.“ (vormals LAG / Landesarbeitsgemeinschaft Tanz in Bayern), nachdem er dort seit 2006 stellvertretender Vorsitzender gewesen war. Für diesen Verein organisiert er seit 2012 im zweijährigen Rhythmus die Veranstaltung Jugend tanzt in Bayern, an der jeweils weit über 550 Tänzerinnen und Tänzer aus dem Amateur- und Breitentanzbereich teilnehmen. Im Dezember 2023 fand der sechste und letzte von ihm organisierte Wettbewerb statt.

Goldschmidt schrieb mehrere Bücher und zahlreiche Artikel zur Thematik „Israelischer Volkstanz“, z. B. im Leipziger Folksblatt, im Folker oder dem ehemaligen Vereinsperiodikum Tanzen des Deutschen Bundesverbandes Tanz e.V. (DBT), sporadisch für das in Tel Aviv in hebräischer und englischer Sprache erscheinende Fachperiodikum Rokdim. Als Journalist schrieb er in den Jahren 2006–2012 hauptsächlich für die Jüdische Zeitung (Berlin), ab 2014 eher unregelmäßig für die Jüdische Rundschau.

Er schuf selbst eine Reihe von Kreistänzen, unter anderem Yam Adonai, Schacharuth, Ha-Aviv Tzocheq oder A-Salam ʿAleikum sowie eine Paarversion von Or ha-Ganuz. Seit 1983 ist er Mitglied im gewerkschafts-affiliierten „Irgun ha-Madrichim“, dem Verband der Tanzmeister und Choreographen für israelische Folkloretänze in Israel.

Buchveröffentlichungen (Auswahl)

Artikel in Periodika (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 Vereinsregistereintrag der „Landesarbeitsgemeinschaft Tanz in Bayern“, VR 10979, Registergericht München.
  2. ↑ Eine umfangreichere Darstellung ist in dem Artikel "Mit israelischen Tänzen leben..." (in: Folksblatt (1992), Nr. 2, 10–16) nachzulesen.
  3. ↑ Centre News, April 1988, S. 1 [The official public relations newsletter of the Wellington Jewish Community Centre].
  4. ↑ Vereinsregistereintrag "Israelisches Tanzhaus", VR 14116, Registergericht München.
  5. ↑ Winkler-Schlang, Renate: Wiege, Wiege, links zwei drei…, in: Süddeutsche Zeitung 72 (2017), Nr. 258 (10.11.2017), PMO R9 (Regionalbeilage München).
  6. ↑ Koormann, Christina: Auf dem Sprung, in: Süddeutsche Zeitung 71 (2016) vom 28. November 2016 (Nr. 275).
  7. ↑ Tanzpräsentation.
Personendaten
NAME Goldschmidt, Matti
ALTERNATIVNAMEN Goldschmitt, Matti
KURZBESCHREIBUNG österreichisch-israelischer Choreograph und Autor
GEBURTSDATUM 18. Juli 1951
GEBURTSORT Graz