| Mondkrabben | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Matutidae | ||||||||||||
| de Haan, 1835 |
Die Mondkrabben (Matutidae) sind eine Familie der Krabben (Brachyura), die zusammen mit den Boxerkrabben (Calappidae) die Überfamilie der Calappoidea bilden. Sie werden den modernen Krabben (Eubrachyura) zugeordnet, was auf einige abgeleitete Merkmale in ihrer Anatomie und Fortpflanzung hinweist.
Die Vertreter der Mondkrabben haben einen in der Regel kreisförmigen Rückenschild (Carapax), in der Regel mit einem mehr oder weniger ausgeprägten, kräftigen Seitenstachel an der Verbindung von vorderem und hinterem Seitenrand ausgestattet. Die Vorderseite ist schmal.
Die Antennen sind klein. Der dritte Maxilliped (Mxp3) ist dreieckig geformt und bedeckt den vorderen Teil der Mundhöhle vollständig sowie den Taster, wenn er eingefaltet ist. Der äußere Ast (Exopodit) ist scharf dreieckig geformt, ein fadenförmiger Fortsatz (Flagellum) fehlt. Die Pereiopoden P2 bis P5 sind schwimmfähig, ihre Zehen (Dactyli) sind mehr oder weniger spitz und schmal zulaufend und somit lanzettförmig geformt, wobei das fünfte Beinpaar (P5) breiter und eher spatelartig ist.
Das Sternum, also die Brustplatte des Thorax, ist leicht vergrößert, wobei nur die Naht zwischen den Segmenten S4 und S5 nicht durchgehend und unterbrochen ist. Die Sternopleonalhöhle, in die der Hinterleib eingeklappt wird, nimmt nur einen kleinen Teil des vierten Sternalsegments (S4) ein. Bei Männchen sind die Pleon-Segmente 3 bis 5 miteinander verschmolzen. Das erste Gonopodium (G1) des Pleon ist kräftig gebaut und verlängert, er läuft spitz zu und ist an der Spitze abgerundet. Das zweite Gonopodium (G2) ist dünn, länger als G1 und besitzt ein fadenförmiges Flagellum (Geißel), das unterschiedlich geformt und eingerollt, gebogen oder hakenförmig ausgeprägt sein kann.

Die Arten der Mondkrabben sind freilebend und kommen sowohl in flachen wie auch in tieferen Gewässern vor.
Einzelne Arten der Mondkrabben treten als Neozoen in Lebensräumen abseits ihrer ursprünglichen Verbreitungsgebiete in Erscheinung. Die trifft vor allem für Matuta victor sowie Ashtoret lunaris zu, die beide eine ursprüngliche Verbreitung in asiatischen Gewässern haben und heute auch im Mittelmeer gefunden werden können. Während Ashtoret lunaris nur vereinzelt nachgewiesen werden konnte, breitet sich vor allem die vor 2013 über den Suezkanal in die israelischen Küstengebiete eingewanderte Mondkrabbe Matuta victor zunehmend nach Westen aus und wurde mittlerweile sowohl in türkischen wie auch in griechischen Mittelmeergebieten nachgewiesen.

Die Mondkrabben wurden 1835 von dem niederländischen Zoologen und Kurator Wilhem de Haan am Rijksmuseum van Natuurlijke Historie in Leiden erstmalig wissenschaftlich beschrieben. Sie wurden lange als Unterfamilie Matutinae innerhalb der Familie der Calappidae betrachtet, werden in neueren Arbeiten jedoch aus diesen ausgelagert und als eigenständige Familie geführt. Auch die nahe Verwandtschaft zu den dort verbliebenen Boxerkrabben wird teilweise angezweifelt und ist entsprechend unklar.
In der Familie werden 15 Arten in vier rezenten Gattungen unterschieden:
Dazu kommen vier ausgestorbene Gattungen mit zwölf Arten, die durch Fossilien bekannt sind:
Die ausgestorbene Gattung Eomatuta De Angeli & Marchiori, 2009 wurde in die Familie Arabicarcinidae gestellt.