Maureen Jones

Maureen Jones (* 6. Juni 1927 in Sydney; † August 2026 in Lugano) war eine australische klassische Pianistin und Musikpädagogin. Sie begann als Wunderkind und wurde nach ihrem Studium Gründungsmitglied des neuen Ensembles Musica Viva für Kammermusik. Jones zog nach Europa für weitere Studien und blieb dort. Sie spielte Kammermusik im Trio mit Brenton Langbein und dem Hornisten Barry Tuckwell, im Klavierduo mit Dario De Rosa, und als Gründungsmitglied im Quintetto Fauré Di Roma. Sie lehrte Kammermusik mit Klavier an der Scuola di Musica di Fiesole.

Biographie

Jones wurde am 6. Juni 1927 in Sydney geboren Sie begann mit 6 Jahren, Klavier zu spielen; ihr Lehrer war Millicent Farraher. Im Alter von 10 Jahren wurde sie vom Direktor des Sydney Conservatorium of Music eingeladen, dort bei Alexander Hmelnitsky zu studieren. Sie spielte in ihrer ersten Radioaufnahme bei der Australian Broadcasting Commission eine Sonate von Domenico Scarlatti und Mozarts Fantasie d-Moll KV 397. Mit dreizehn Jahren war sie in einem Kinderkonzert Solistin im ersten Satz aus Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 mit dem Sydney Symphony Orchestra. Sie trat von 1948 bis 1950 mit dem neuen Ensemble für Kammermusik Musica Viva in hunderten von Konzerten auf.

Europa

Jones lebte kurze Zeit in London und zog dann nach Zürich, wo sie mit dem australischen Geiger Brenton Langbein ein Duo gründete, das Konzerte in der Schweiz und in Italien spielte. Die beiden bildeten ein Trio mit dem australischen Hornisten Barry Tuckwell. Das Trio von Don Banks, für sie geschrieben 1962 im Auftrag des Edinburgh International Festival, wurde zu einem Standardwerk.

Jones begann ein Klavierduo mit Dario De Rosa, dem Pianisten des Trio di Trieste, den sie heiratete. Das Paar zog nach Triest; sie hatten eine Tochter. Später heiratete sie den Cellisten das Trios, Amedeo Baldovino. Sie spielte Kammermusik auch mit dem Amadeus Quartett, dem Cellisten Enrico Bronzi und dem Geiger Takaya Urakawa. 1979 gründete sie mit der Geigerin Pina Carmirelli das Quintetto Fauré Di Roma.

Jones war Solistin in Konzerten mit dem London Symphony Orchestra, dem Tonhalle-Orchester Zürich, und den Berliner Philharmonikern. Sie spielte unter anderem in der Accademia Nazionale di Santa Cecilia und im Teatro La Fenice in Venedig. Sie arbeitete mit Dirigienten wie Pierre Boulez, Charles Dutoit und Gianandrea Gavazzeni zusammen. Jones spielte die italienische Premiere von Benjamin Brittens Klavierkonzert mit dem Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI von Turin, geleitet von Mario Rossi, Sie führte Michael Tippetts Klavierkonzert bei den 1973 Proms mit dem Royal Philharmonic Orchestra auf, geleitet von Norman Del Mar. Sie kehrte regelmäßig nach Australien zurück, um zu konzertieren und zu unterrichten.

Jones lebte zehn Jahre in Rom und zug dann nach Florenz, um an der Scuola di Musica di Fiesole Kurse in Kammermusik mit Klavier für Fortgeschrittenen zu geben, zusammen mit De Rosa. Sie lebte mit Baldovino bis zu seinem Tod 1998. Nach 18 Jahren in Florenz zog sie nach Lugano in der Schweiz.

Jones starb in Lugano im August 2026 im Alter von 99 Jahren. Ihr Tod wurde erst im September weiter bekannt gemacht.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Vale Maureen Jones, pioneering Australian pianist In: Limelight, 23. September 2026 (englisch). 
  2. ↑ Two promising young Australians In: The Sydney Mail, 8. Dezember 1937, S. 41. Abgerufen am 24. September 2026 (englisch). 
  3. 1 2 3 4 5 Miriam Cosic: Celebrating Maureen Jones. Musica Viva, 31. August 2017, archiviert vom Original am 9. Mai 2018; abgerufen am 19. Januar 2020 (englisch).
  4. 1 2 3 4 5 Australian Pianist Maureen Jones has Died, Aged 99. In: Violin Channel. 23. September 2026, abgerufen am 25. September 2026 (englisch).
  5. 1 2 3 4 5 Un ricordo di Maureen Jones. Scuola di Musica di Fiesole, 8. September 2026, abgerufen am 28. September 2026 (italienisch).
  6. 1 2 3 4 5 6 Australian pianist Maureen Jones dies at 99. Piano League, 24. September 2026, abgerufen am 27. September 2026 (englisch).
  7. ↑ Intervista a Maureen Jones, Scuola di Musica di Fiesole, 14. November 2017. Abgerufen am 28. September 2026 (italienisch). 
  8. ↑ Proms 1973 Prom 24. BBC, abgerufen am 27. September 2026 (englisch).
  9. ↑ Addio alla pianista Maureen Jones In: Corriere del Ticino, 13. August 2026. Abgerufen am 30. September 2026 (italienisch). „... si era stabilita a Lugano dove ha passato gli ultimi anni della sua vita e dove si è spenta negli scorsi giorni.“ 
Personendaten
NAME Jones, Maureen
KURZBESCHREIBUNG australische klassische Pianistin und Musikpädagogin
GEBURTSDATUM 6. Juni 1927
GEBURTSORT Sydney
STERBEDATUM August 2026
STERBEORT Lugano