Maurice Gross

Maurice Gross

Maurice Gross (* 21. Juli 1934 in Sedan, Département Ardennes; † 8. Dezember 2001 in Ennery) war ein französischer Linguist und Romanist.

Leben und Werk

Gross arbeitete an der École polytechnique ohne linguistische Vorbildung an der automatischen Übersetzung und ging deshalb 1961 als Stipendiat ans Massachusetts Institute of Technology (MIT) zu Noam Chomsky (→ Generative Grammatik). Zurück in Frankreich forschte er als Informatiker am Centre national de la recherche scientifique (CNRS). 1964 ging er ein zweites Mal in die Vereinigten Staaten, diesmal an die University of Pennsylvania zu Zellig S. Harris, mit dem er zwei Jahre zusammenarbeitete und den er von da an als seinen linguistischen Ziehvater betrachtete.

1967 promovierte er an der Sorbonne mit der Arbeit Analyse formelle comparée des complétives en français et en anglais und ging als Dozent an die Universität Aix-en-Provence, wo er mit Jean Stéfanini zusammenarbeitete. 1969 habilitierte er sich an der Universität Paris mit der Arbeit Lexique des constructions complétives und wurde Professor an der neuen Universität Vincennes, dann an der Universität Paris VII.

Er gründete 1968 das Laboratoire d'Automatique Documentaire et Linguistique (LADL, im CNRS), sowie 1977 die Zeitschrift Lingvisticae Investigationes.

Im Alter von 67 Jahren erlag Maurice Gross seiner Krebserkrankung.

Rezeption

Gross’ computergestützte Forschungen an großen Mengen Sprachmaterials ergeben das Bild der Sprache als eines stärker idiomatisch verfestigten denn frei manipulierbaren Instruments und decken sich mit der Aussage von John McHardy Sinclair (1933–2007) zum Überwiegen des Idiom-Principle (Phraseologie) über das Open-Choice-Principle (freie Kombinatorik). Gross beschrieb die Sprache als Lexique-Grammaire, als eine Grammatik, deren Formalisierbarkeit an ihrem Gebundensein an den Wortschatz scheitert. Wer Sprache vollständig beschreiben will, muss deshalb riesige Mengen kodierter Kombinationen zusammentragen.

Schriften (Auswahl)

Als Autor

Aufsätze
Monographien
  1. Syntaxe du verbe. 1986, ISBN 2-86973-000-4 (EA Paris 1968).
  2. Syntaxe du nom. 1986, ISBN 2-86973-001-2 (EA Paris 1977).
  3. Syntaxe de l’adverbe. 1990, ISBN 2-908708-00-0.

Als Herausgeber

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Diese Arbeit wurde unter dem Titel Méthodes en syntaxe 1975 veröffentlicht.
  2. ↑ Weitere Übersetzungen existieren in englischer, japanischer, russischer und spanischer Sprache
  3. ↑ Paralleltitel: Lexique, Syntaxe et lexique-grammaire. Mélanges Maurice Gross.

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Personendaten
NAME Gross, Maurice
KURZBESCHREIBUNG französischer Linguist und Romanist
GEBURTSDATUM 21. Juli 1934
GEBURTSORT Sedan
STERBEDATUM 8. Dezember 2001
STERBEORT Paris