Max Blancke

Max Blancke (* 4. Mai 1909 in Heinsberg; † 27. April 1945 in Hurlach) war ein deutscher SS-Hauptsturmführer und Lagerarzt in mehreren Konzentrationslagern.

Leben

Max Blancke absolvierte nach dem Schulbesuch ein Studium der Medizin, das er im Jahr 1937 nach 13 Semestern mit dem Staatsexamen abschloss. Im gleichen Jahr wurde er an der Medizinischen Akademie in Düsseldorf nach Vorlage der Schrift Die Ansichten der alten Ärzte über die Kunst, das Leben zu verlängern zum Doktor der Medizin promoviert. Blancke war seit 1933 Mitglied der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 5.309.864) und der SS (SS-Nummer 162.897). Nach Abschluss des Studiums war Blancke zunächst als Assistenzarzt im Städtischen Krankenhaus in Barmen tätig, bevor er ab 1940 als Lagerarzt im KZ Dachau und ab 1941 im KZ Buchenwald tätig. Mitte 1942 wurde er in das KZ Natzweiler-Struthof als Nachfolger von Hans Eisele versetzt. Vom 10. April 1943 bis zum 20. Januar 1944 war Blancke Standortarzt im KZ Majdanek und zusätzlich auch Chefarzt beim SS- und Polizeiführer in Lublin. Im März 1944 wurde Blancke in das KZ Plaszow versetzt.

Die letzte Station von Blancke, der sich zumindest in Majdanek und Plaszow an Selektionen invalider Häftlinge zur Vergasung beteiligte, war das Dachauer Außenlager Kaufering IV – Hurlach. Aufgrund der dort grassierenden Typhusepidemie war Blancke einer von zwei SS-Angehörigen, die das Lager betreten durften. Bereits kurz vor der Befreiung des KZ Dachau am 29. April 1945 hatten amerikanische Soldaten den KZ-Außenlagerkomplex Kaufering erreicht. Ebenso wie andere Außenlager war auch das KZ-Außenlager Kaufering IV – Hurlach, kurz vor dem Einmarsch der US-Army am 28. April 1945, evakuiert worden. Im Zuge der Lagerauflösung zündeten SS-Männer auf Befehl von Blancke am Morgen des 27. April 1945 die Häftlingsbaracken an. Amerikanische Soldaten fanden etwa 360 Leichen von Häftlingen in Kaufering IV vor, wobei nicht gesichert ist, ob diese Marschunfähigen bei lebendigem Leibe verbrannten oder bereits vorher ermordet worden waren.

Am Abend des 27. April 1945 verübte Blancke in seinem Eigenheim gemeinsam mit seiner Ehefrau Suizid.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Bundesarchiv: R 9361-III/517462, R 9361-III/14904
  2. ↑ DNB. Abgerufen am 23. September 2026.
  3. ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/3150174
  4. ↑ https://www.dws-xip.com/reich/biografie/numery/numer162.html
  5. ↑ Vgl. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich: Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main 2007, S. 52.
  6. 1 2 Vgl. Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors – Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Band 2 – Frühe Lager, Dachau, Emslandlager, Verlag C. H. Beck, Nördlingen 2005, S. 367f.
Personendaten
NAME Blancke, Max
KURZBESCHREIBUNG deutscher KZ-Arzt
GEBURTSDATUM 4. Mai 1909
GEBURTSORT Heinsberg
STERBEDATUM 27. April 1945
STERBEORT Hurlach