Max Cetto

Unterstandshalle von Max Cetto von 1928 im Ostpark von Frankfurt-Ostend, Zustand von 2011

Max Cetto (* 20. Februar 1903 in Koblenz; † 5. April 1980 in Mexiko-Stadt; vollständiger Name: Max Ludwig Cetto Day) war ein deutsch-mexikanischer Architekt.

Leben

Cetto studierte Architektur an der Technischen Hochschule Darmstadt, der Technischen Hochschule München und zuletzt an der Technischen Hochschule Berlin bei Hans Poelzig, wo er 1925 sein Studium abschloss. Danach war er Mitarbeiter von Ernst May im Siedlungsamt der Stadt Frankfurt am Main am Projekt Neues Frankfurt. Sein Volkshaus West in der Hellershofsiedlung von Mart Stam wurde nicht realisiert. Ab 1929 lehrte er für einige Jahre an der heutigen Hochschule für Gestaltung Offenbach.

1928 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Congrès International d’Architecture Moderne (Internationaler Kongress Moderner Architektur), der bis in die späten 1950er Jahre ein renommiertes Forum für Architekten und Stadtplaner war.

Zwischen 1936 und 1937 war er zusammen mit anderen Architekten verantwortlich für die Umsetzung der Baupläne der Heinkel-Werke Oranienburg.

Er emigrierte 1938 in die USA und arbeitete in San Francisco zusammen mit dem österreichisch-amerikanischen Architekten Richard Neutra. Der Kontakt mit Wright und die Zeit in Kalifornien waren sehr entscheidend für seine organische Vision der Architektur.

1939 ließ er sich in Mexiko nieder, einem Land, das er liebte und in dem er ein einzigartiges Werk schuf, das Modernität, lokale Materialien und Respekt für die Landschaft miteinander verband. Im Jahr 1947 wurde er mexikanischer Staatsbürger und arbeitete zusammen mit Luis Barragán an der Entwicklung der Wohnsiedlung Jardines del Pedregal, wobei er die Gebäude in die vulkanische Lava integrierte, ohne die Natur zu verändern.

Zu seinen bedeutendsten Werken in Mexiko gehören das Thermalbad San José Purúa in Jungapeo, Michoacán, das er zusammen mit Jorge Rubio errichtete (1940); das Gebäude für Künstler am Kreisverkehr von Melchor Ocampo, ein Gemeinschaftswerk mit Luis Barragán (1940); die Casa Quintana am Ufer des Tequesquitengo-Sees (1947); das Casa-Estudio Rufino Tamayo in Polanco (1949), sein eigenes Casa-Estudio in El Pedregal (1949), die Casas-Muestra in der Av. Fuentes 130 und 140 im selben Fraccionamiento (1951); die gemeinsam mit Félix Candela entworfene Gerberei Temola in Cuautla, Morelos (1967–68), und der Deutsche Club von Mexiko in Tepepan (1970–79).

Neben seiner Arbeit als Architekt war er auch ein bedeutender Architekturhistoriker und theoretiker sowie Dozent, sowohl an der Fakultät für Architektur der UNAM (1965–1980) als auch als Gastprofessor an mehreren Universitäten in Nordamerika, Redner in Europa und den Vereinigten Staaten und Autor zahlreicher Texte, wie z. B. seines Buches Moderne Architektur in Mexiko (1961).

Die Kunsthistorikerin Anna Maria Cetto war seine Schwester. Er war mit Catarina Kramis verheiratet, sie haben drei Kinder: Verónica, Ana María und Bettina.

Cetto starb 1980 im Kreise seiner Familie in seinem Haus im Pedregal, das heute ein Lebensraum ist, der seinen Geist und sein Vermächtnis bewahrt. Sein Werk, das Modernität, Tradition und ökologische Sensibilität miteinander verbindet, bleibt eine wichtige Referenz für die zeitgenössische Architektur.

Archive

Bestand im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main.

Archivo Max Cetto, Universidad Autónoma Metropolitana, Azcapotzalco, México.

Max Cetto Papers, Getty Research Institute, Los Angeles.

McCoy, Esther, Esther McCoy Papers, 1920–1989. Archives of American Art, Smithsonian Institution, Washington, D.C.

Schriften

Rezensionen

Literatur

• Bettina Cetto: “In Cetto’s Proximity”, siehe: Max Cetto (†): Arquitectura moderna en México / Modern Architecture in Mexico. Faksimile Open Access, Universidad Nacional Autónoma de México, México 2021.

sowie zu einzelnen Bauten Cettos:

Einzelnachweise

  1. ↑ Danny Alexander Lettkemann, Architekt: cettos volkshaus west im gallus - das ungebaute neue frankfurt. In: DER BLO - Forum Neues Frankfurt. Stadt Frankfurt, ernst-may-gesellschaft eV / Forum Neues Frankfurt, 14. Februar 2019, abgerufen am 13. August 2023.
  2. ↑ Max (Ludwig) Cetto. Architekt. In: www.exilarchiv.de. Else Lasker-Schüler-Gesellschaft e.V., 27. Januar 2009, abgerufen am 18. Januar 2025.
  3. ↑ Norbert Rohde: Historische Militärobjekte der Region Oberhavel, Band 1: Das Heinkel-Flugzeugwerk. Oranienburg, Velten Verlag GmbH, Leegebruch 2006, ISBN 3-9811401-0-9, S. 25.
Personendaten
NAME Cetto, Max
ALTERNATIVNAMEN Cetto Day, Max Ludwig; Cetto, Max Ludwig
KURZBESCHREIBUNG deutsch-mexikanischer Architekt
GEBURTSDATUM 20. Februar 1903
GEBURTSORT Koblenz
STERBEDATUM 5. April 1980
STERBEORT Mexiko-Stadt