Max Neubert

Max Neubert ca. 1920
Die Nürnberger Stadtvilla der Familie Neubert

Max Johannes Neubert (* 11. August 1863 in Sennfeld, Landkreis Schweinfurt; † 17. Oktober 1948 in Bad Kissingen) war ein deutscher, in Nürnberg ansässiger Unternehmer und Erfinder.

Max Neubert war ein Erfinder und Unternehmer, der sich um die Miniaturisierung und Elektrifizierung von elektrischem Spielzeug verdient gemacht hat.

Max Neuberts Eltern

Seine Eltern hießen Adam und Dorothea, die am 20. Oktober 1863 in Sennfeld heirateten. Adam Neubert war katholisch und wurde am 16. Oktober 1824 in Pfersdorf geboren. Er verstarb am 4. Februar 1905. Er war von Beruf königlicher Bademeister und Badbesitzer des Mineralbades in Bad Sennfeld in Unterfranken. Anschließend lebte und arbeitete er als Bademeister in Bad Brückenau. Die Mutter von Max Neubert kam am 8. April 1844 als Dorothea Meusel in Unfinden bei Bad Brückenau zur Welt. Dorothea Neubert starb bereits am 12. Oktober 1867 im Alter von nur 23 Jahren. Durch den frühen Tod der Mutter wuchsen Max und seine Schwester Lucretia als Halbwaisen auf. Ihre Kindheit verbrachten beide in Bad Sennfeld.

Max Neubert hatte eine Schwester namens Lucretia Margaretha Christine, die am 29. September 1865 in Sennfeld geboren wurde.

Der Badebetrieb des Vaters

Das Mineralbad Bad Sennfeld hatte Adam Neubert am 12. März 1863 erworben und betrieb es bis zum Verkauf an den Privatier August Thiermann am 1. April 1869.

Das Bad Sennfeld war per Pferdekutsche in einer halbstündigen Fahrt von Schweinfurt aus erreichbar. Den schwefel- und eisenhaltigen Schlamm, welcher aus einer Quelle an der alten Weiherleinsmühle gewonnen wurde, setzte man zur Behandlung von chronischen Hauterkrankungen, Rheuma und der Gicht ein.

Adam Neubert inserierte zwischen 1863 und 1866 regelmäßig im Schweinfurter Tagblatt. Aufgrund der Zeitungsinserate im Schweinfurter Tagblatt kann davon ausgegangen werden, dass Ludwig Mohr zwischen dem 10. Mai und dem 31. August 1867 der Badpächter war. Am 11. September 1868 erschien erstmals ein Inserat von dessen Nachfolger Christoph Brühschwein. Am 14. August 1869 gibt Pächter Eckhardt sein erstes und einziges Inserat auf.

Max Neuberts Familie

Max Neuberts Ehefrau Margaretha (* 26. Juni 1863; † 16. Januar 1936) war katholisch. Margarethas Eltern hießen Michael und Margaretha Waid. Michael Waid war von Beruf Ökonom und Weber. Dessen Frau Margaretha geborene Büttner kam aus Stappenbach.

Max und Margaretha heirateten am 14. Mai 1888 in Bamberg. Sie hatten fünf Kinder, die allesamt katholisch getauft wurden:

Bis zum Verkauf am 23. September 1920 durch den ältesten Sohn Hans Neubert lebte die Familie in einer Stadtvilla in der Eibacher Hauptstraße 15 im Südwesten der Stadt Nürnberg. In dem Gebäude befindet sich heute das Modehaus Käferlein.

Das Unternehmen

Max Neubert gab als Berufsbezeichnung im Jahre 1888 Mechanikergehilfe und im Jahre 1920 Installateur an. In späteren Jahren war er Mechaniker-Meister und Fabrikant. Max Neubert war ein Pionier bei der Miniaturisierung von elektrischem Kinderspielzeug. Im Jahre 1903 gründete Max Neubert seine Firma, die er „Max Neubert Fabrik elektrischer Spielwaren“ nannte. Die Firma war in der Schwabacher Straße 50 in Nürnberg-W ansässig. Diese Räumlichkeiten waren gemietet. Das Unternehmen hatte zu Spitzenzeiten etwa 80 Mitarbeiter.

Max Neuberts Unternehmen arbeitete eng mit der Firma Trix zusammen. So erhielt Max Neubert 1931 (siehe unten) Gebrauchsmusterschutz für einen anschließend auch produzierten Metallbaukasten. Darüber hinaus hat Max Neubert im Zeitraum von 1898 bis 1934 zahlreiche Gebrauchsmuster angemeldet. Die daraus resultierenden Produkte (z. B. Elektro-Baukasten) wurden dann anschließend produziert und kommerziell vertrieben. Metallstanzteile (z. B. für Farbkästen) gehörten zu den Stärken des Unternehmens.

Über sechs Jahre von 1928 bis 1933 war das Unternehmen mit einem Stand jeweils an der Leipziger Frühjahrs- und Herbstmesse vertreten. Lediglich im Herbst 1929 stellte die Firma nicht aus. Max Neubert hatte regelmäßig den Stand (Koje) 89 im Untergrund-Messhaus am Markt, Leipzig gebucht, außer im ersten Jahr, als er am Stand (Koje) 204 ausstellte.

Ende des Unternehmens

Max Neubert hat im Alter von 75 Jahren sein Unternehmen am 25. August 1938 beim Gewerbepolizeiamt der Stadt Nürnberg abgemeldet, nachdem er einen Monat vorher aus Nürnberg nach Bad Kissingen zu seiner jüngsten Tochter Lina und deren Ehemann Franz Wehner umgezogen war. Lina betreute ihren Vater fortan bis zu dessen Tod im Jahre 1948. Max Neuberts Grab befindet sich heute noch auf dem Bad Kissinger Kapellenfriedhof.

Die wichtigsten Produkte aus dem Hause Neubert

Von Max Neubert als Person angemeldete Gebrauchsmuster (nach Datum der Eintragung, laufender Nummer, Ort, Titel)

Commons: Max Neubert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Quelle: Staatsarchiv Würzburg. Grundbuchauszüge für Bad Sennfeld.
  2. ↑ Quelle: Recherchen im Archiv des Schweinfurter Tagblatts.
  3. ↑ Quelle: Originalunterlagen, eigene Recherchen, Auskünfte der evangel.-lutherischen Gemeinde Sennfeld, des Archives der Stadt Nürnberg sowie des Grundbuchamtes Eibach.
  4. ↑ Deutsches Spielwaren-Adressbuch. 3. Ausgabe, Berlin 1935. S. 53 sowie Deutsche Spielwaren-Zeitung. Jg. 1–34, Nürnberg/Berlin/Bamberg 1909-43. August 1932, S. 56.
  5. ↑ Quelle: Auskunft des Sächsischen Staatsarchives Leipzig vom 10. Januar 2007.
  6. ↑ D. R. G. M. = Deutsches Reich Gebrauchsmuster
  7. ↑ Quelle: Original-Preisliste von ca. 1930
  8. ↑ Quelle: Originalunterlagen und Auszüge aus der vom Deutschen Patent- und Markenamt weitergeführten Gebrauchsmusterrolle des ehemaligen Reichspatentamtes
Personendaten
NAME Neubert, Max
ALTERNATIVNAMEN Neubert, Max Johannes (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Unternehmer und Erfinder
GEBURTSDATUM 11. August 1863
GEBURTSORT Sennfeld
STERBEDATUM 17. Oktober 1948
STERBEORT Bad Kissingen