Westfeld war eines von fünf Kindern des Kaufmanns Michaelis Westfeld (1840–1922) und dessen Ehefrau Jenny, geborene Seckel (1856–1939). Bekannte Brüder waren Walter Westfeld, von 1920 bis 1936 Kunsthändler in Wuppertal-Elberfeld, und Dietrich Westfeld (1880–1967), vor 1933 ein angesehener Rechtsanwalt in Essen und Vater des US-amerikanischen Ökonomen Fred M. Westfield.
Aufgrund seiner jüdischen Abstammung war er in der Zeit des Nationalsozialismus Verfolgungen ausgesetzt. Seit 1936 hatte er Malverbot. Beim Novemberpogrom 1938, den er persönlich nicht miterlebte, weil er infolge einer Denunziation im Gefängnis saß, wurde seine Düsseldorfer Wohnung in der Grünstraße 16/18 überfallen. Viele seiner dortigen Bilder und Einrichtungsgegenstände wurden vernichtet. Während sein kleines Atelier in der Parkstraße 76 unbehelligt blieb, wurden Bilder, die er im Düsseldorfer Café Markus ausgestellt hatte, ebenfalls zerstört oder stark beschädigt. Anders als seinem Bruder Walter gelang es ihm und seiner Familie im Jahr 1939, das Deutsche Reich zu verlassen und in die Vereinigten Staaten zu emigrieren. 1940 siedelte er sich in Nashville, Tennessee, an. Dort etablierte er sich unter dem Namen Max Westfield als gefragter Bildnismaler.
Westfeld schuf vor allem Porträts und Blumenstillleben, jedoch auch Landschaftsbilder und Genredarstellungen. Zu seinen bekanntesten Bildnissen zählen ein Porträt des Berliner Rabbiners Leo Baeck, das er 1926 in Deutschland im Auftrag der Düsseldorfer B’nai-B’rith-Loge malte, und ein Porträt Albert Einsteins, das 1944 in den Vereinigten Staaten entstand.
Literatur
Westfeld, Max. In: Hermann Alexander Müller, Hans Wolfgang Singer (Hrsg.): Allgemeines Künstler-Lexikon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Band 6, Rütten & Loening, Frankfurt am Main 1922, S. 297 (Digitalisat).
Westfeld, Max. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts.Band5: V–Z. Nachträge: A–G. E. A. Seemann, Leipzig 1961, S.119 (Textarchiv– Internet Archive– Leseprobe).
Westfeld, Max. In: Joseph Walk (Hrsg.): Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918–1945. Hrsg. vom Leo Baeck Institute, Jerusalem. Saur, München 1988, ISBN 3-598-10477-4, S. 385 (Leseprobe, books.google.de).
Kurt Düwell (Hrsg.): Vertreibung jüdischer Künstler und Wissenschaftler aus Düsseldorf 1933–1945. Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Verlag Droste, Düsseldorf 1998, ISBN 978-3-7700-1097-4, S. 41.
↑Lee Dorman: Nadhville’s Jewish Community. Arcadia Publishing, Charleston SC, Chicago IL, Portsmouth NH, San Francisco CA, 2010, ISBN 978-0-7385-6680-1, S. 126 (Leseprobe, books.google.de).
↑Jahresbericht des Evangelischen Friedrichs-Gymnasiums zu Herford, Schuljahr 1896/97, S. 39 (uni-duesseldorf.de).
↑Georg Heuberger, Fritz Backhaus (Hrsg.): Leo Baeck. 1873–1956. Aus dem Stamme von Rabbinern. Jüdisches Museum Frankfurt am Main, Suhrkamp Verlag, Berlin 2001, S. 205.