Max du Preez

Max du Preez, 2017

Max du Preez (* 3. März 1951 in Kroonstad) ist ein südafrikanischer Schriftsteller, Journalist und Dokumentarfilmer. Er ist vor allem als ehemaliger Herausgeber der Zeitung Vrye Weekblad und als politischer Kommentator bekannt.

Leben

Du Preez wuchs in einer afrikaanssprachigen Mittelstandsfamilie mit vier Brüdern und drei Schwestern auf. Nach dem Matric besuchte er die Universität Stellenbosch. Seine erste Anstellung erhielt er bei der Kapstädter Zeitung Die Burger. Ab 1974 arbeitete er bei Beeld. 1983 beschloss er, den Apartheid-freundlichen Kurs der afrikaanssprachigen Blätter nicht mehr mittragen zu können, und wechselte als politischer Korrespondent zu den englischsprachigen Zeitungen Financial Mail, Sunday Times und Business Day. 1987 gehörte er zu einer Delegation unter Frederik van Zyl Slabbert, die sich in Dakar mit hochrangigen Mitgliedern des in Südafrika verbotenen African National Congress traf. Im November 1988 war du Preez Gründungsherausgeber des Vrye Weekblad, der einzigen oppositionellen Zeitung auf Afrikaans. Unter anderem deckte er mit dem Blatt die Existenz und Arbeitsweise der geheimen Polizeieinheit Vlakplaas und der Militäreinheit Civil Cooperation Bureau auf. Weil er ein Zitat des gebannten Politikers Joe Slovo abdruckte, wurde er zu sechs Monaten Haft verurteilt. Durch zahlreiche Prozesse wurde die Zeitung 1994 in den Bankrott getrieben.

Ab 1994 arbeitete du Preez bei der Fernsehanstalt der South African Broadcasting Corporation (SADC) als Exekutivdirektor der investigativen Fernsehsendungen Special Report on the Truth Commission und Special Assignment (etwa: „Spezialaufgabe“). Nachdem er 1999 gegen die Streichung eines Beitrages protestiert hatte, wurde er wegen „grober Insubordination“ entlassen. Seither ist er als freier Journalist und Schriftsteller tätig. 2001 bezeichnete er in einer Radiosendung den Präsidenten Thabo Mbeki als womaniser (etwa: „Frauenheld“), was scharfe Proteste der nunmehrigen Regierungspartei ANC auslöste.

Du Preez schreibt Sachbücher zu aktuellen politischen Themen Südafrikas. Mehrere seiner Werke beschäftigen sich mit historischen Figuren. 2004 wurde sein Dokumentarfilm The Renaissance King: Morena Moshoeshoe (1786–1870) über das erste Oberhaupt der Basotho, Moshoeshoe I., im SABC-Fernsehen ausgestrahlt.

Du Preez sieht sich als unabhängiger Journalist. 2015 gab er seine Stelle als Kolumnist bei der Independent Group auf, weil die Redaktion zusammen mit Parteiabzeichen des ANC fotografiert worden war.

Seit April 2019 erscheint das Vrye Weekblad in einer wöchentlichen Onlineausgabe, die wie die frühere Zeitung von du Preez herausgegeben wird.

Du Preez lebt mit seiner Familie in Kapstadt.

Ehrungen

Sachbücher

Dokumentarfilm

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Interview mit du Preez (Memento des Originals vom 3. Juli 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (2001; englisch), abgerufen am 24. Juli 2016
  2. ↑ Johannesburg journal: for an Afrikaner weekly success brings bombs. New York Times vom 26. Juli 1990 (englisch), abgerufen am 24. Juli 2016
  3. ↑ Mbeki’s a womanizer – Max. news24.com vom 10. April 2001 (englisch), abgerufen am 24. Juli 2016
  4. ↑ Lip Service. news24.com vom 14. Oktober 2004 (englisch), abgerufen am 24. Juli 2016
  5. ↑ Max du Preez: Wave after wave – Zuma’s annus maximus horribilis. biznews.com vom 4. Februar 2016 (englisch), abgerufen am 24. Juli 2016
  6. ↑ Jessica Levitt: Vrye Weekblad is back and armed with a powerful crew. timeslive.co.za vom 19. Februar 2019 (englisch), abgerufen am 8. März 2019
  7. ↑ Liste der Preisträger (englisch), abgerufen am 24. Juli 2016
  8. ↑ Trevor Manuel and Max du Preez honoured with doctorates by UFS. news24.com vom 30. Juni 2016 (englisch), abgerufen am 25. Juli 2016
Personendaten
NAME Preez, Max du
KURZBESCHREIBUNG südafrikanischer Schriftsteller, Journalist und Dokumentarfilmer
GEBURTSDATUM 3. März 1951
GEBURTSORT Kroonstad