Max von Thun

Max von Thun (2018)

Max von Thun (* 21. Februar 1977 in München; eigentlich Maximilian Romedio Johann-Ernst Thun-Hohenstein) ist ein deutsch-österreichischer Schauspieler, Musiker, Kinderbuchautor und ehemaliger Fernsehmoderator.

Leben

Herkunft und Ausbildung

Max von Thun ist der Sohn des österreichischen Schauspielers Friedrich von Thun (eigentlich Thun-Hohenstein; * 1942) und dessen erster Ehefrau Gabriele „Yella“ (geborene Bleyler; * 1941 in Fürstenfeld; † 2023 in München). Seine Schwester ist die Filmproduzentin Gioia von Thun (eigentlich Katharina Thun-Hohenstein). Sein Abitur absolvierte er in dem konservativen englischen Internat Sevenoaks in Kent.

Schauspiel

Max von Thun arbeitete zunächst als Regieassistent beim Film. Erste Erfahrungen als Schauspieler sammelte er Anfang der 1990er Jahre im britischen Sackville Theatre in Theaterstücken wie Frühlings Erwachen von Frank Wedekind. Erste Fernsehrollen spielte er an der Seite seines Vaters unter der Regie von Xaver Schwarzenberger. Der Durchbruch im Kino gelang ihm 2001 mit Hauptrollen in den Jugendfilmen Alles wegen Paul und 100 Pro (Regie: Simon Verhoeven). Für diese darstellerischen Leistungen wurde er 2005 mit dem österreichischen Film- und Fernsehpreis Romy als beliebtester männlicher Shootingstar ausgezeichnet. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er 2003 in dem Emmy-prämierten TV-Zweiteiler Hitler – Aufstieg des Bösen sowie 2006 in der prestigeträchtigen Titelrolle des österreichischen Thronfolgers in dem Historien-Epos Kronprinz Rudolfs letzte Liebe. 2010 übernahm er die Titelrolle in dem ARD-Märchenfilm Der Meisterdieb, wo er als findiger Dieb Robert an der Seite von Armin Rohde drei scheinbar unlösbare Prüfungen bestehen muss. In den Folgejahren etablierte er sich als fester Darsteller im deutschen Fernsehen, insbesondere in öffentlich-rechtlichen Kriminalreihen. Gleichzeitig blieb er im Kino präsent und übernahm tragende Rollen in erfolgreichen Komödien wie Rubbeldiekatz oder Traumfrauen. 2019 war er in der Donna Leon-Verfilmung Ewige Jugend als Sandro Vittori-Ricciardi zu sehen, einem skrupellosen Emporkömmling im venezianischen Adel. Kontinuierliche Präsenz im Krimi-Genre zeigt er zudem in der Reihe Ein Schwarzwaldkrimi sowie 2026 im Der Bozen-Krimi –Teuflische Strafe, in der er die Rolle des Antagonisten Antonio Minardi verkörpert.

Musik

Max von Thun ist als Sänger und Gitarrist der Band 77 (nach anderer Quelle Von Thun & 77), die am 1997 ihr erstes Album mit dem nicht ganz ernst gemeinten Titel Greatest Hits, Vol. 1 bei Sony BMG veröffentlichte. Der Bandname ist die Kurzform seines Geburtsjahres.

Fernsehaktivitäten

Im Frühjahr 2009 sollte von Thun Jurymitglied bei der 6. Staffel der RTL-Castingshow Deutschland sucht den Superstar sein. Doch bereits nach dem ersten Casting stieg er nach einer Meinungsverschiedenheit mit Dieter Bohlen aus und wurde durch den Musikmanager Volker Neumüller ersetzt. Außerdem moderierte von Thun die Musiksendungen Clubmax und MTV Kitchen beim Sender MTV.

Tätigkeit als Autor

Lesung des Sternenmanns auf der Frankfurter Buchmesse 2018

Zusammen mit Marta Balmaseda als Illustratorin hat Max von Thun 2018 das Kinderbuch Der Sternenmann verfasst. Im September 2019 erschien sein zweites Kinderbuch Kleiner Tiger, müder Krieger ebenfalls bei ArsEdition und das Hörbuch zum Sternenmann zusammen mit den Schlafliedern, die er für seinen Sohn komponierte. Es folgten weitere Bücher: Der Sternenmann und die furchtlose Prinzessin Luna, Der Bauernhof geht schlafen, und die beiden Romane, die er mit seinem Sohn zusammen geschrieben und als Hörspiel vertont hat: Der Sternenmann und das große Abenteuer und Der Sternenmann und der magische Wasserkristall. Seine Bücher verkaufen sich auch im Ausland, so ist Der Sternenmann neben Koreanisch und Taiwanisch auf Italienisch, Spanisch und Rumänisch erschienen. Seit 2021 gibt es auch eine Tonie-Figur, die sich im ersten Jahr fast 70.000-mal verkauft hat.

Privates

Ab 2011 war Max von Thun mit der Designerin Kim Eberle liiert. Im Mai 2013 wurde das Paar Eltern eines Sohnes. 2018 trennte sich das Paar.

Filmografie

Filme

Fernsehserien und -reihen

Hörbücher

Bücher

Auszeichnungen

Commons: Max von Thun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Aufgrund der Gesetze zur Aufhebung des Adels in der Republik Österreich und der Tschechoslowakei, die das Führen von Adelsprädikaten verbietet, lautet der amtliche Familienname Thun-Hohenstein. Siehe: „Gesetz Nr. 61 vom 10. Dezember 1918 (Abschaffung des Adels, Aufhebung der Familienfideikommisse, geändert durch Gesetze Nr. 243/1920 und 179/1924).“ Anmerkung zu § 106 Verfassung der tschechoslowakischen Republik vom 29. Februar 1920 (Sammlung der Gesetze Nr. 121/1920), Siehe auch Mikulas v. Práznovszky: Zur Geschichte des ungarischen Adels in der Slowakischen Republik (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive): „… und die Führung von Adelstiteln und -Prädikaten als Teil des Namens untersagt wurden …“
  2. ↑ Christoph Amend: "Und was machst du am Wochenende?": "Ich hasse Wochenenden, weil da auch die anderen frei haben". In: Die Zeit. 21. Dezember 2023, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 21. Dezember 2023]).
  3. ↑ Max von Thuns Mutter Gabriele ist nach langer Krankheit gestorben. focus.de, 31. Mai 2023, abgerufen am 4. Januar 2024.
  4. ↑ Nachfahren von Graf Václav Josef Jan von Thun-Hohenstein. In genealogy.eu. Abgerufen am 17. August 2011.
  5. ↑ Gioia von Thun. Internet Movie Database, abgerufen am 10. Juni 2015.
  6. 1 2 Kati Hofacker, teleschau: Der Mann mit dem heimlichen Plan. Sänger Max von Thun. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche im Internet Archive) Interview in: Cineastentreff, o. D. (zwischen 2000 und 2005). Abgerufen am 17. August 2011.
  7. ↑ Bandportrait „77“ (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive) auf der Website von Sony BMG.
  8. ↑ «Superstar 6»: Neue Jury-Mitglieder gefunden. In: quotenmeter.de.
  9. ↑ Uwe Mantel: Knatsch bei "DSDS": RTL besetzt Jury nochmal um. In: dwdl.de. 20. Oktober 2008, abgerufen am 20. Oktober 2008.
  10. ↑ Nina Ellend: Max von Thun: „Bin ein Kerlchen mit Macken“. In: kurier.at. 6. Dezember 2011, abgerufen am 6. Dezember 2011.
  11. ↑ Schauspieler wird Vater: Max von Thun im Baby-Glück. In: welt.de. 26. März 2013, abgerufen am 26. März 2013.