Maximilian Preibisch, auch: Max Preibisch (* 23. November 1877 in Prasseditz, Böhmen; † 10. Januar 1940 in Boizenburg/Elbe) war ein in Deutschland lebender Bildhauer mit österreichischer Staatsbürgerschaft.
Preibisch wurde in dem kleinen böhmischen Ort Prasseditz in der Nähe des Kurortes Teplitz geboren. Nach dem Besuch der Bürgerschule folgte zunächst eine Ausbildung an der Teplitzer Fachschule für Keramik und verwandte Kunstgewerbe. Im Anschluss studierte er von 1901 bis 1908 an der Akademie für Bildende Künste Wien bei Edmund Hellmer und Hans Bitterlich. Aufgrund seiner künstlerischen Begabung konnte Preibisch von 1904 bis 1908 die von Edmund Hellmer geleitete Spezialklasse für höhere Bildhauerei besuchen. Die künstlerischen Vorlieben Hellmers für Denkmäler, Grabmale und allegorische Figuren beeinflussten die Werke von Preibisch zeitlebens.
Nach dem Studium verließ Preibisch Österreich, um in Hamburg sein erstes Atelier zu gründen. 1910 lernte er bei einem Ausflug in Boizenburg die begabte junge Grafikerin Therese Preibisch-Lemm (* 29. Oktober 1893; † 25. April 1972) kennen, die er 1913 in Bergedorf heiratete. Beide führten in Hamburg-Bergedorf ein gemeinsames Atelier, das der vermögende Vater der Frau, Eigentümer der F. Lemm Schiffswerft Boizenburg, bis 1917 finanzierte. 1915 meldete sich Preibisch freiwillig zum Kriegsdienst in der österreichischen k. u. k. Armee und diente im Rang eines Leutnants der Reserve beim Stab des Landwehr-Infanterieregiments „Leitmeritz“ Nr. 9. Aufgrund finanzieller Probleme musste das Paar 1917 das geräumige Bergedorfer Atelier aufgeben und siedelte in die beschauliche Kleinstadt Boizenburg über. Hier gründeten sie im Verlauf des Jahres 1923 den Boizenburger Kunstverein, der das städtische Kulturleben über viele Jahre hinweg beeinflusste. Preibisch unterhielt zuerst ein Atelier im Haus in der Marktorstraße Nr. 1, zog dann aber später in die Lagerräume eines Geschäftshauses in der Reichenstraße Nr. 17 um. Dort schuf er eine bemerkenswerte Anzahl von plastischen Kunstwerken. Maximilian Preibisch starb an den Folgen eines Schlaganfalls, den er zuvor beim Eisfreimachen seines Ruderbootes im Boizenburger Stadthafen erlitt. Er wurde in der Grabkapelle der Familie Lemm auf dem Boizenburger Friedhof beigesetzt.
Therese Preibisch-Lemm war auch nach dem Tod ihres Mannes künstlerisch tätig. So gründete sie 1949 mit anderen bildenden Künstlern das Künstlerkollektiv Boizenburg/Elbe. Im April 1959 verließ sie mit der jüngsten Tochter Ingrid (* 30. Juli 1929), die in Greifswald Sport studiert hatte, die damalige DDR und zog nach Lüdenscheid. Die älteste Tochter Ingeborg (* 12. Dezember 1915) war bereits 1955 aus der DDR geflüchtet und hatte drei ihrer acht Kinder bei der Großmutter in Boizenburg zurückgelassen. Therese Preibisch-Lemm starb im Alter von 79 Jahren in Lüdenscheid. Sie wurde wie ihr Ehemann in der elterlichen Grabkapelle in Boizenburg bestattet.
Sowohl Maximilian Preibisch als auch seiner Frau gelang es nicht, sich in einer für Künstler schwierigen Zeit eine einträgliche künstlerische Karriere zu erarbeiten. Sein Wirken blieb trotz einiger bemerkenswerter plastischer Arbeiten, die sich zumeist am Historismus und später am Jugendstil orientierten, regional begrenzt. Er hinterließ zudem zahlreiche Aquarelle und kolorierte Federzeichnungen, die er vorwiegend seinem Freundeskreis zukommen ließ. Preibisch entwarf auch eine formschöne elektrische Tischlampe, die eine fast unbekleidete weibliche Figur darstellte, im Stil des Art déco.
Das künstlerische Werk seiner Frau Therese ist bis heute weitgehend unbekannt und umfasst vorwiegend regionale Aquarelle und Federzeichnungen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Preibisch, Maximilian |
| ALTERNATIVNAMEN | Preibisch, Max |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Bildhauer |
| GEBURTSDATUM | 23. November 1877 |
| GEBURTSORT | Prasseditz, Böhmen |
| STERBEDATUM | 10. Januar 1940 |
| STERBEORT | Boizenburg/Elbe |