Mechthild Lobisch (* 28. Dezember 1940 in Hirschberg im Riesengebirge, Landkreis Hirschberg im Riesengebirge, Provinz Schlesien; † 30. September 2025 in Gauting) war eine deutsche Buch- und Einbandkünstlerin. Seit ihrer Berufung im Jahr 1995 leitete sie an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle bis zu ihrem Ausscheiden 2006 die Studienrichtung Konzeptkunst Buch im Fachbereich Kunst.
Nach einer Ausbildung zur Buchbinderin studierte sie von 1961 bis 1964 in Paris an der Sorbonne französische Sprache, Literatur und Kunstgeschichte sowie an der École Estienne Einbandentwurf, Einbandgeschichte und Dekorationsvergoldung. Von 1965 bis 1967 war sie Meisterschülerin an der Folkwang Universität der Künste in Essen und absolviert die Meisterprüfung. Es schloss sich 1970 bis 1971 ein Aufbaustudium an der Hochschule für visuelle Künste, La Cambre in Brüssel an. Mehrere Jahre verdiente sie ihren Lebensunterhalt als Stenotypistin, Fremdsprachenkorrespondentin, Übersetzerin und Dolmetscherin. Dann schloss sich von 1978 bis 1995 eine Zeit als freischaffende bildende Künstlerin an und von 1981 bis 1995 bis zu ihrer Berufung nach Halle war sie in Nachfolge von Ingrid Schultheiß als Dozentin an der Akademie für Gestaltung und Design der Handwerkskammer München/Obb. tätig.
1997 gründete und leitete sie das Otto-Dorfner-Institut der Burg Giebichenstein und veröffentlichte den Ausstellungskatalog Zwischen VanDeVelde und Bauhaus. Otto Dorfner und ein wichtiges Kapitel der Einbandkunst.
Mechthild Lobisch gilt als führende Vertreterin der modernen Einbandkunst in Deutschland. Daneben schuf sie informell-gestische Zeichnungen, fotografische Werke und Rauminstallationen.
Einblick in ihr Schaffen gab Lobisch auf ihrer persönlichen Homepage. Buntpapiere entstanden bei ihr in der Regel im Zusammenhang mit konkreten Bucheinbänden. Dabei kreierte sie auch digitale Gestaltungen, die im Pigmentdruck auf hochwertige Papiere ausgedruckt wurden.
„Angesichts der wechselnden Rezeption, die das Buntpapier in der Vergangenheit, auch in der jüngsten, als eine kunsthandwerkliche und kunstgewerbliche Spielwiese erfahren hat, muß deutlich werden, daß es im Kunststudium um etwas anderes geht als hübsche, gut verwendbare Vorsatz- oder Überzugspapiere zu fabrizieren. Der gedankliche und bildnerische Ansatz ist ein anderer. Auch wenn das Ornament nicht gänzlich auszuschließen ist, so tritt es doch zugunsten einer Bildhaftigkeit zurück. Eine Bildhaftigkeit, wie wir sie bei unzähligen Künstlern des zwanzigsten Jahrhunderts anregend und maßstabsetzend wahrnehmen können.“
„Der Computer ist für mich ein Werkzeug wie fast jedes andere. Es dient wie kein anderes Instrument um Grafiken, Buntpapiere, Entwürfe, Schablonen ganz handwerklich zu realisieren und auszudrucken. Ich kombiniere traditionelle Buntpapiertechniken mit Inkjetdruck. Die Präzision kommt mir entgegen und ermöglicht die Verwirklichung komplexer Ideen, die ohne Computer und Tintenstrahldruck nur mit sehr großem Aufwand oder überhaupt nicht zu bewerkstelligen wären.“
Mechthild Lobisch trug im Lauf der Jahrzehnte eine umfangreiche Buntpapiersammlung zusammen, die hauptsächlich Muster aus dem Industriezeitalter umfasste.
Arbeiten von Mechthild Lobisch sind in öffentlichen und privaten Sammlungen des In- und Auslands vertreten:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lobisch, Mechthild |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Buchkünstlerin, Hochschullehrerin für Konzeptkunst Buch |
| GEBURTSDATUM | 28. Dezember 1940 |
| GEBURTSORT | Hirschberg im Riesengebirge, Landkreis Hirschberg im Riesengebirge, Provinz Schlesien |
| STERBEDATUM | 30. September 2025 |
| STERBEORT | Gauting |