
Mehdi Charef (* 21. Oktober 1952 in Maghnia, Französisch-Algerien, heute Algerien; † 10. Juni 2026 in L’Isle-Adam, Frankreich) war ein algerischer Schriftsteller, Filmregisseur und Bühnenautor.
Charef kam im Alter von zehn Jahren nach Frankreich, wo er in verschiedenen Städten und auch in den Slums des Pariser Ballungsraums lebte. Von 1970 bis 1983 arbeitete er als Scherenschleifer in einer Fabrik. Zum Film kam er, als ihn Costa-Gavras dazu riet, seinen Roman Le Thé au harem d’Archi Ahmed zu verfilmen. 2005 schrieb er sein erstes Theaterstück mit dem Titel 1962, das vom Ende des Algerienkriegs handelt.
Mehdi Charef starb im Alter von 73 Jahren in seinem Haus in L’Isle d’Adam im Département Val-d’Oise im nächtlichen Schlaf, wie seine Familie bekanntgab.
Für seine Filme war er mehrfach preisnominiert. Für Tee im Harem des Archimedes wurde er bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1985 mit dem Preis der Jugend ausgezeichnet, erhielt im gleichen Jahr den Jean-Vigo-Preis und 1986 den französischen César in der Kategorie Bestes Erstlingswerk. Mit Ein Tag und eine Nacht war er bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1992 für die Goldene Palme nominiert, erhielt dann den Preis der Ökumenischen Jury. 2002 bekam er beim International Festival of Love Films in Mons den Kodak-Award für Die Tochter von Keltoum.
Der Roman Straße der Gänseblümchen wurde mit dem Prix littéraire de la Porte Dorée 2020, einem französischen Literaturpreis für Werke über Exil und Migration ausgezeichnet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Charef, Mehdi |
| KURZBESCHREIBUNG | algerischer Schriftsteller, Filmregisseur und Bühnenautor |
| GEBURTSDATUM | 21. Oktober 1952 |
| GEBURTSORT | Maghnia, Algerien |
| STERBEDATUM | 10. Juni 2026 |
| STERBEORT | L’Isle-Adam |