Mehdi Moradpour

Mehdi Moradpour (persisch مهدی‌ مرادپور; * 1979 in Teheran; † 16. Oktober 2026 in Hamburg) war ein iranischer Autor, Dramatiker, Dramaturg, Gerichtsdolmetscher und Übersetzer.

Leben

Mehdi Moradpour wuchs als Sohn aserbaidschanischer Eltern in Teheran auf. Er studierte Physik und Industrietechnik im Iran. 2001 brach er sein Studium ab und kam nach Deutschland. Nach dem Erlernen der deutschen Sprache und dem Absolvieren einer technischen Fortbildung studierte er ab 2004 Hispanistik, Soziologie, Amerikanistik und Arabistik in Leipzig und Havanna. Er war in verschiedenen Funktionen in der freien Theaterszene in Leipzig und Berlin tätig und schrieb journalistische Beiträge über Theater und Kultur. 2014 bis 2016 besuchte er den Lehrgang Forum Text (Drama Forum) von uniT Graz.

Moradpour war ein vielfach ausgezeichneter Autor. Seine Theaterstücke wurden mehrfach übersetzt. Er arbeitete als Autor, Dolmetscher und Übersetzer für Persisch (mit Dari-Persisch) und Spanisch.

Zwischen 2020 und 2025 war Mehdi Moradpour als Dramaturg an den Münchner Kammerspielen und am Schauspielhaus Bochum tätig und war seit der Spielzeit 2025/26 Dramaturg am Thalia Theater Hamburg.

2023 erschien sein Buch ein körper ohne ort bei Suhrkamp Theater.

Nach einer langen schweren Krankheit verstarb Mehdi Moradpour im Alter von 47 Jahren in Hamburg.

Werke

Theaterstücke (Auswahl)

Hörspiel

Publikationen (Theaterstücke)

Essays und Kurzgeschichten

Lyrik

Herausgeberschaften

Übersetzungen (Auswahl)

Theatertexte

Sachtexte

  • Spurenlesen – Kulturelle Vorstellungswelten in den zeitgenössischen Bühnenkünsten. Von Gabriel Yépez. Theater der Zeit, 2015.
  • Die Meister und Margarita – Die Theaterausbildung in Mexiko. Von Ricardo García Arteaga.Theater der Zeit, 2015.
  • Momentaufnahmen von Calixto Bieito – Ein Jahrzehnt Musiktheater an der Komischen Oper Berlin. Theater der Zeit, 2012.
  • Den Abstand zum Rest der Welt verringern – Theaterausbildung im Iran. Von Rahmat Amini, Theater der Zeit, 2011.

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Der Autor und Dramaturg Mehdi Moradpour ist mit 47 Jahren gestorben. In: Deutschlandfunk Kultur. 19. Oktober 2026, abgerufen am 20. Oktober 2026.
  2. ↑ Literarisches Colloquium Berlin: Mehdi Moradpour auf YouTube, 17. Juli 2017, abgerufen am 25. Februar 2024 (Videoportrait mit im Rahmen des Projekts Writers@Berlin; Laufzeit: 10:20 min).
  3. ↑ Elisabeth Maier: Mumien. Ein Heimspiel – Mehdi Moradpours Siegerstück des 3. Autorenwettbewerbs der Theater Konstanz und St. Gallen, uraufgeführt von Andreas Bauer. Abgerufen am 17. November 2019.
  4. 1 2 Biografie – Mehdi Moradpour | Drama Forum. Abgerufen am 14. Januar 2023.
  5. ↑ Mehdi Moradpour – Suhrkamp Insel Autoren Autorendetail. Abgerufen am 14. Januar 2023.
  6. ↑ Suhrkamp Theatermagazin 2020. (pdf) In: www.suhrkamp.de. Abgerufen am 17. November 2019.
  7. ↑ ein körper ohne ort. Buch von Mehdi Moradpour (Suhrkamp Verlag). Archiviert vom Original am 24. April 2024; abgerufen am 27. Juli 2025.
  8. ↑ Autor und Dramaturg Mehdi Moradpour 47-jährig verstorben. Abgerufen am 20. Oktober 2026 (österreichisches Deutsch).
  9. ↑ Bühnenstücke & Hörspiele von Mehdi Moradpour – Suhrkamp Verlag. Abgerufen am 14. Januar 2023.
  10. ↑ Bühnenstücke & Hörspiele von Mehdi Moradpour – Suhrkamp Verlag. Abgerufen am 14. Januar 2023.
  11. ↑ Das lange brennende Mikro – Die Nominierten. Abgerufen am 14. Januar 2023.
  12. ↑
  13. ↑ Über den eigenen Körper hinaus. Abgerufen am 14. Januar 2023.
  14. ↑ Der fehlerhafte Blick. Abgerufen am 14. Januar 2023.
  15. ↑ Reden wir über Qualität! Freiheit, Gleichheit, ... Mitgefühl. Abgerufen am 14. Januar 2023.
  16. ↑ Der Groschenroman – Ein analoges Medium der Erinnerung in der Cyberzukunft. Abgerufen am 14. Januar 2023.
  17. ↑ Plastik, Schnee und patriarchale Zitronen: eine Iranreise – Teil 1. Abgerufen am 14. Januar 2023.
  18. ↑ Dächer, Statuen und goldene Zebras: eine Iranreise – Teil 2. Abgerufen am 14. Januar 2023.
  19. ↑ Instex, Blutegel und Politpunk: eine Iranreise – Teil 3. Abgerufen am 14. Januar 2023.
  20. ↑ Max Czollek, Özlem Özgül Dündar, Sandra Gugić, Mehdi Moradpour, Ronya Othmann: #MeTwo: Immer gefangen im Drehkreuz, immer in diesen Zwischenräumen. In: Die Zeit. 8. August 2018, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 17. November 2019]).
  21. ↑ Scheinschwuler Kommunistenaraber hochschwanger kauft sich Marzipan und fährt mit Opa Gau nach Land Marzahn, aber dann, aber dann die Vogelschar — Nazis & Goldmund. Abgerufen am 17. November 2019.
  22. ↑ monsterlesen. 15. März 2017, abgerufen am 17. November 2019 (amerikanisches Englisch).
  23. ↑ Ihr Schritt auf meine Augen. 17. Februar 2017, abgerufen am 17. November 2019.
  24. ↑ Theaterstücke aus Kuba – erschienen bei Theater der Zeit. 2019, ISBN 978-3-95749-154-1 (theaterderzeit.de [abgerufen am 17. November 2019]).
  25. ↑ MACBETH NACH WILLIAM SHAKESPEARE, VON AMIR REZA KOOHESTANI Inszenierung Amir Reza Koohestani. In: Münchner Kammerspiele. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 11. Dezember 2019; abgerufen am 17. November 2019.
  26. ↑ hangar: Una nuova edizione del festival Words Beyond – Translating Borders per le nuove drammaturgie e la traduzione. In: Hangar Teatri. 30. Oktober 2024, abgerufen am 27. Juli 2025 (italienisch).
  27. ↑ Das lange brennende Mikro – Die Nominierten. Abgerufen am 14. Januar 2023.
  28. ↑ Pressemappe zur Verleihung des Christian-Dietrich-Grabbe-Preises. Abgerufen am 24. Februar 2020.
  29. ↑ exil-DramatikerInnenpreis 2016 an Mehdi Moradpour. In: nachtkritik.de. 7. November 2016, abgerufen am 21. März 2020.
  30. ↑ Mehdi Moradpour gewinnt 3. Autorenwettbewerb in St. Gallen und Konstanz. In: nachtkritik.de. 8. Juni 2015, abgerufen am 21. März 2020.
  31. ↑ Förderpreis – Drei Masken Verlag. In: dreimaskenverlag.de. Abgerufen am 21. März 2020.
Personendaten
NAME Moradpour, Mehdi
KURZBESCHREIBUNG iranisch-deutscher Autor, Dramatiker, Gerichtsdolmetscher und Übersetzer
GEBURTSDATUM 1979
GEBURTSORT Teheran
STERBEDATUM 16. Oktober 2026
STERBEORT Hamburg