Nomonde Mihlali Meji

Nomonde Mihlali „Mickey“ Meji (* 9. September 1980 in Kapstadt; † 13. August 2026 in Khayelitsha) war eine südafrikanische Aktivistin für die Rechte von Frauen und Mädchen sowie gegen sexuelle Ausbeutung und Prostitution. Als Überlebende der Prostitution beteiligte sie sich an zahlreichen nationalen und internationalen Initiativen zu Menschenrechten, zur Bekämpfung von HIV und AIDS und zur Prostitutionspolitik.

Leben

Herkunft und Ausbildung

Meji wurde am 9. September 1980 geboren und wuchs in Kapstadt auf. Ihre Eltern stammen aus Mthatha (Umtata) in der Provinz Ostkap. Sie erwarb an einem College einen Abschluss in Kommunikation und Journalismus.

Beruflicher Werdegang

Ihre persönliche Erfahrung als Überlebende stand im Mittelpunkt ihres öffentlichen Wirkens. In ihren Reden verknüpfte sie die wirtschaftliche und soziale Ungleichheit in Südafrika sowie das Erbe der Apartheid mit den Formen sexueller Ausbeutung, denen manche Frauen ausgesetzt sind.

Sie arbeitete mit der südafrikanischen Organisation Embrace Dignity zusammen, die sich für die Abschaffung der Prostitution einsetzt und Frauen unterstützt, die von Menschenhandel und Prostitution betroffen sind. Meji half zudem bei der Gründung von Organisationen und Netzwerken von Überlebenden und vertrat die Zivilgesellschaft in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien.

2016 trat Meji bei Embrace Dignity als Programmverantwortliche für die Unterstützung von Überlebenden ein. Ihre Arbeit konzentrierte sich auf Frauenrechte, sexuelle Ausbeutung, Menschenhandel sowie die sozialen und gesundheitlichen Folgen der Prostitution.

Darüber hinaus half sie beim Aufbau von Netzwerken von Überlebenden. Gemeinsam mit anderen ehemaligen Prostituierten trug sie zur Entstehung einer Überlebendenbewegung in Afrika bei und gründete das Survivors Support and Empowerment Programme, das Menschen mit Prostitutionserfahrung unterstützt und stärkt.

Aktivismus

Meji sprach auf Konferenzen und Debatten zu Menschenrechten, Prostitution und öffentlicher Gesundheit. Sie nahm unter anderem an der 5. Südafrikanischen AIDS-Konferenz und an der Internationalen Konferenz über AIDS und sexuell übertragbare Infektionen in Afrika (ICASA) teil, wo sie auch eigene Forschungsarbeiten vorstellte.

Im März 2018 leitete sie eine Delegation von Überlebenden bei einer Anhörung des Multi-Party Women’s Caucus des südafrikanischen Parlaments zur geplanten Reform des Rechts über Prostitution unter Erwachsenen. Dort trat sie für einen abolitionistischen Ansatz ein und kritisierte die Kriminalisierung von Menschen, die sexuelle Dienstleistungen verkaufen.

Meji unterstützte das von Embrace Dignity unter dem Namen „Sankara Equality Act“ vorgeschlagene Gesetzesmodell. Es sieht vor, den Verkauf sexueller Dienstleistungen zu entkriminalisieren, ihren Kauf und bestimmte Formen der Förderung der Prostitution jedoch unter Strafe zu stellen, verbunden mit Ausstiegs- und Begleitprogrammen. Der Ansatz ähnelt dem Nordischen Modell.

Sie kritisierte außerdem die in einigen Ländern eingeführten Modelle der Legalisierung und Regulierung der Prostitution, da diese ihrer Ansicht nach die Mechanismen sexueller Ausbeutung nicht beseitigen.

Nationale und internationale Ämter

Meji wirkte in mehreren Gremien mit, die sich mit öffentlicher Gesundheit, Menschenrechten und Frauenpolitik befassen.

Sie vertrat die Nichtregierungsorganisationen Afrikas im Programmkoordinierungsrat von UNAIDS, dem Gemeinsamen Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids. Zudem war sie Mitglied des South African National AIDS Council (SANAC), in dem sie einen Sektor vertrat.

Darüber hinaus nahm sie an nationalen, regionalen und internationalen Konferenzen und Treffen zu Frauenrechten, HIV und sexueller Ausbeutung teil.

Privatleben und Tod

Meji war Mutter von drei Kindern. Sie starb am 13. August 2026 im Alter von 45 Jahren, wenige Wochen vor ihrem 46. Geburtstag im Krankenhaus von Khayelitsha (Kapstadt).

Auszeichnungen

Meji erhielt auf dem Gipfeltreffen der Coalition to End Sexual Exploitation (CESE) den Advancing Freedom Award für ihren Einsatz gegen sexuelle Ausbeutung und zur Unterstützung von Überlebenden.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Survivor, Human Rights Activist, Cape Town, South Africa. In: WOW Woman. Abgerufen am 25. September 2026 (englisch).
  2. 1 2 3 4 5 6 Honoring the Life of Nomonde Mihlali (Mickey) Meji. In: SPACE International. Abgerufen am 25. September 2026 (englisch).
  3. 1 2 Taina Bien-Aimé: From “Sex Work” Advocate to Survivor Leader: A Journey Embraced. In: HuffPost. 25. Mai 2017, abgerufen am 25. September 2026 (englisch).
  4. 1 2 In Tribute to Nomonde Mihlali “Mickey” Meji: A Big Tree Has Fallen. In: Coalition Against Trafficking in Women. 17. August 2026, abgerufen am 25. September 2026 (englisch).
  5. 1 2 3 4 Marcel van der Watt: Mickey Meji, CESE Africa Leader, Receives the Advancing Freedom Award. In: National Center on Sexual Exploitation. 5. November 2022, abgerufen am 25. September 2026 (englisch).
  6. 1 2 Mickey Meji Seminar. In: UCD School of Social Policy, Social Work and Social Justice. Abgerufen am 25. September 2026 (englisch).
  7. 1 2 “Sex Work” Did Not Change the Life of a Prostitute. In: CYPSA. 28. Januar 2018, abgerufen am 25. September 2026 (englisch).
Personendaten
NAME Meji, Nomonde Mihlali
ALTERNATIVNAMEN Meji, Mickey (Spitzname)
KURZBESCHREIBUNG südafrikanische Frauenrechts- und Menschenrechtsaktivistin
GEBURTSDATUM 9. September 1980
GEBURTSORT Kapstadt, Südafrika
STERBEDATUM 13. August 2026
STERBEORT Khayelitsha, Südafrika