Melchior Juncker (* um 1628 in Braunschweig; † vor Juni 1695 wohl in Halberstadt) war ein Rechtswissenschaftler, Domherr und Rat in Braunschweig-Wolfenbüttel, Landsyndikus des Fürstentums Halberstadt und Autor.
Melchior Juncker (auch Jungkherr, Jungkher, Junckher, Jungckherr) stammte aus einer niedersächsischen Gelehrtenfamilie aus Lüneburg (Gut Bahnsen) und war Sohn des Albert Juncker (1565–1647), einem Rechtsgelehrten in Braunschweig, der 1603 als Kanoniker und ab 1643 als Dekan des Domstifts St. Blasius in Braunschweig wirkte.
In Albert Junckers Haus Kleine Burg 14, das diesem als Stiftskurie zugewiesen worden war und an dem er 1622 Baumaßnahmen durchführen ließ, wuchsen die Stiefkinder von Albert Junckers zweiter Gattin, Barbara geb. Lücke, Tochter des Neustädter Braunschweiger Bürgermeisters Hermann Lücke und der Ilse Grönhagen, auf. Dies waren der Sohn des Domherren Paul Chemnitz, der spätere Arzt und Botaniker Johann Chemnitz (1610–1651), und dessen Schwestern. Auch Anton August Jungkher (* 1604 in Ampfurth), ein Sohn aus Albert Junckers erster Ehe mit einer geborenen Colerus aus Lübeck, dürfte hier zeitweise seine Jugend verbracht haben.
Melchior Juncker und seine 3 Brüder entsprangen der letzten Ehe Alberts aus dem Jahr 1627 mit Lucia Elers (1594–1650, Tochter des Braunschweiger Patriziers Melchior Elerdes (1560–1641) und der Marie Walbeck), und die eheliche Abstammung der Gebrüder wurde 1641 urkundlich anhand eines Geburtsbriefs der Stadt Braunschweig beeidigt. Die Zwillingsbrüder Ludwig Albert und Melchior Juncker promovierten beide 1659. Georg Dieter Jungkher (erwähnt 1651 Universität Helmstedt, als Beiträger zu den Leichengedichten zum Tod des Halbbruders Johann Chemnitius) und Justus Karl Jungkher († vor Februar 1702) waren die jüngeren Geschwister.
Juncker wurde 1641 für die Michaelis-Vikarie am Braunschweiger Domstift St. Blasius als vielversprechender junger Mann (lateinisch bonae spei adolescentem) präsentiert, und dabei urkundlich anhand Geburtsbriefs nachgewiesen. Die Vikarie hatte er bis etwa Juni 1695 inne und gehörte in dieser Zeit dem Domkapitel Braunschweig an.
Zusammen mit den Brüdern Ludwig-Albert und Georg wurde Melchior am 2. Juni 1643 an der Universität Helmstedt immatrikuliert. Während Georg erst am 17. Juni 1650 in Helmstedt erneut erscheint, immatrikulierten Melchior und Ludwig sich schon ab 20. April 1648 erneut. Melchior publizierte 1653 als Respondent, und 1652 bis 1655, oft gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Ludwig Albert, unter Anleitung des Helmstedter Rechtsprofessors Heinrich Hahn. Gleichzeitig mit Ludwig Albert promovierte Melchior 1659 in Helmstedt zum Doktorgrad beider Rechte.
Im selben Jahr folgte seine Heirat mit Dorothea Schulte (1629–1674), Witwe des Andreas Ramdohr und Schwester des Hamburger Bürgermeisters Johann Schulte sowie Enkelin des Hamburger Oberalten und Kämmerers Albrecht von der Fechte (1555–1614). Es ist anzunehmen, dass Melchior Juncker als Stiefvater Einfluss auf die Erziehung von Dorotheas Kindern erster Ehe, Albrecht Andreas und Catharina Armgard Ramdohr (1648–1672) nahm, da beide Geschwister ihre erstgeborenen Söhne jeweils auf den Vornamen Melchior tauften.
1664 erhielt Melchior Juncker eine Bestallung durch Herzog August dem Jüngeren als Rat von Haus aus (mit Revers), desgleichen später durch Herzog Rudolf August (Revers 1683).
Vermutlich noch vor dem Tod seiner Frau Dorothea 1674 ging Juncker, wohl von einem Braunschweiger Herzog oder bereits dem Brandenburger Kurfürsten als Landsyndikus des Fürstentums Halberstadt bestallt, nach Halberstadt. Dort trat er 1688 und 1692 als Verfasser des die Rechtsstellung von Gesandten behandelnden Buches De Legationibus summorum imperiorum libellus (gewidmet dem Kurfürsten Friedrich III. von Brandenburg) in Erscheinung. Dieses Buch war ein erweiterter Nachdruck seiner 1654 erstveröffentlichten Arbeit De Legationibus, sive legatorum auctoritate, privilegiis, dissertatio iuridica bei Heinrich Hahn.
Melchior Juncker verstarb wohl kurz vor Juni 1695. Am Stadtgericht Halberstadt wurde 1715 ein Testament einer Catharina Juncker, geb. Alverdes (Juristenfamilie aus Halberstadt), registriert. Hier handelt es sich vielleicht um Melchior Junckers zweite Ehefrau.
Aus dem Leichsermon seiner 1674 vorverstorbenen ersten Gattin Dorothea Schulte sind Melchior Jungkhers Nachkommen aus dieser Ehe bekannt.
Zudem wird ein Johann Albert Jungkher (* um 1674 ?) in den Matrikeln der Universität Frankfurt am 22. Juni 1687 als aus Halberstadt stammend erwähnt. Hier könnte es sich vielleicht um einen Sohn aus Melchior Junckers zweiter Ehe handeln.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Juncker, Melchior |
| ALTERNATIVNAMEN | Jungkherr, Melchior; Iuncker, Melchior; Junkher, Melchior; Junckher, Melchior |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist und Autor |
| GEBURTSDATUM | um 1628 |
| GEBURTSORT | Braunschweig |
| STERBEDATUM | vor Juni 1695 |
| STERBEORT | Halberstadt |