Melisoneura leucoptera

Melisoneura leucoptera
Systematik
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Familie: Raupenfliegen (Tachinidae)
Unterfamilie: Tachininae
Tribus: Megaprosopini
Gattung: Melisoneura
Art: Melisoneura leucoptera
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Melisoneura
Rondani, 1861
Wissenschaftlicher Name der Art
Melisoneura leucoptera
(Meigen, 1824)

Melisoneura leucoptera ist ein Zweiflügler aus der Familie der Raupenfliegen (Tachinidae). Die Art wurde 1824 von Johann Wilhelm Meigen als Tachina leucoptera erstbeschrieben. Das lateinische Art-Epitheton, ursprünglich aus dem Altgriechischen stammend, leucoptera bedeutet „mit weißen Flügeln“.

Taxonomie

Robineau-Desvoidy führte 1830 die Gattung Melia mit der Typusart Melia albipennis ein. Melia Robineau-Desvoidy, 1830 ist ein jüngeres Homonym von Melia Bosc, 1813. Rondani führte daraufhin 1861 als Ersatzname die neue Gattung Melisoneura ein. Weiterhin wurde Melia albipennis Robineau-Desvoidy, 1830 mit Tachina leucoptera Meigen, 1824 synonymisiert.

Melisoneura ist monotypisch, das heißt, die Gattung besteht aus nur einer einzigen beschriebenen Art. Melisoneura wird der Tribus Megaprosopini innerhalb der Unterfamilie Tachininae zugeordnet.

Merkmale

Es handelt sich um etwa 3–5 mm lange beborstete Fliegen. Im Folgenden eine Merkmalskombination für die Gattung Melisoneura nach Cerretti et al. (2012). Die postozellaren Borsten sind in Länge und Dicke den ozellaren Borsten ähnlich. Die Parafaziale sind mit einer Borstenreihe besetzt. Präalare Borsten fehlen. Die Flügeladern R1 und R4+5 sind kahl. Die Flügeladern M und CuA1 sowie die Querader DM-Cu sind schwach und weißlich. Die äußeren vertikalen Borsten sind nicht differenziert. Je eine nach vorn gerichtete (proklinate) Orbitalborste ist bei den Männchen und Weibchen vorhanden.

Verbreitung

Melisoneura leucoptera kommt in Europa hauptsächlich in Südeuropa und im Mittelmeerraum vor. Im wärmeren Mitteleuropa und Osteuropa gibt es Einzelfunde, darunter auch in Deutschland, wo sie als selten gilt. Weiterhin gibt es Nachweise der Art in Kleinasien und in Ostsibirien.

Lebensweise

Melisoneura leucoptera bevorzugt trockenwarme Lebensräume. Die Art bildet eine Generation im Jahr. Die Flugzeit dauert gewöhnlich von Anfang Juni bis Ende Juni. Die Larven von Melisoneura leucoptera entwickeln sich als Endoparasitoide von Käferlarven. Eine bekannte Wirtsart ist der Rotbraune Laubkäfer (Serica brunnea) aus der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae).

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 James E. O’Hara, Shannon J. Henderson, D. Monty Wood: Preliminary Checklist of the Tachinidae (Diptera) of the World – Version 2.1. (PDF; 10,4 MB) 2020, abgerufen am 30. September 2026 (englisch).
  2. 1 2 Pierfilippo Cerretti, Hans-Peter Tschorsnig, Massimo Lopresti, Filippo Di Giovanni: MOSCHweb – a matrix-based interactive key to the genera of the Palaearctic Tachinidae (Insecta, Diptera). In: ZooKeys 205: 5–18. doi:10.3897/zookeys.205.3409 ( https://www.tachinidae.eu/homepage.htm ). 4. Juli 2012, abgerufen am 30. September 2026 (englisch).
  3. 1 2 3 Hans-Peter Tschorsnig, Benno Herting: Die Raupenfliegen (Diptera: Tachinidae) Mitteleuropas: Bestimmungstabellen und Angaben zur Verbreitung und Ökologie der einzelnen Arten. (PDF; 11,8 MB) In: Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, Serie A (Biologie). 4. September 1994, abgerufen am 30. September 2026.
  4. ↑ Checkliste der Raupenfliegen Deutschlands (Diptera: Tachinidae) – Version: 4. März 2026. (PDF; 4,33 MB) In: Catalogus dipterorum Germaniae Heft 55. Arbeitskreis Diptera, 2026, abgerufen am 30. September 2026.
  5. 1 2 3 Hans-Peter Tschorsnig: Preliminary host catalogue of Palaearctic Tachinidae (Diptera). (PDF; 5,02 MB) 28. April 2017, abgerufen am 30. September 2026 (englisch).