Psychische Gesundheit (auch seelische, geistige, oder mentale Gesundheit; englischMental Health) ist ein Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft leisten kann.
Psychische Gesundheit ist eine wesentliche Voraussetzung für Lebensqualität, Lebensbewältigung und soziale Teilhabe. In angelsächsischen Ländern wird mental health auch damit assoziiert, dass sich ein Mensch produktiv in seine Gemeinschaft einbringen, also erfolgreich für sich und sein Gemeinwesen oder seine Gemeinschaft agieren kann. Umgekehrt wird dort auch betont (und ist empirisch belegt), wie wichtig die Gemeinschaft und das Gefühl von Dazugehörigkeit für die psychische Gesundheit sind. Dadurch wird die Bedeutung sozialer gemeindebasierter Interventionen zum Erhalt der psychischen Gesundheit im Vergleich zu rein psychiatrischen Interventionen deutlich.
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit sind weit verbreitet und reichen von leichten Einschränkungen des seelischen Wohlbefindens bis zu schweren psychischen Störungen. Sie gehen mit erheblichen individuellen und gesellschaftlichen Folgen einher und beeinflussen die körperliche Gesundheit und das Gesundheitsverhalten.
Die psychische Gesundheit wird von zahlreichen Risikofaktoren (z.B. berufliche Belastung, schwerwiegende Lebensereignisse, Persönlichkeitsfaktoren, sozialer Status, Lebensführung, Umweltbedingungen) aber auch Schutzfaktoren (z.B. soziale Unterstützung, Resilienz, gesunde Lebensweise) beeinflusst.
Hieraus ergeben sich zahlreiche Ansatzpunkte für die Prävention psychischer Störungen und die Förderung der psychischen Gesundheit in der Bevölkerung.
Umweltveränderungen werden heute zunehmend als Einflussfaktoren auf die psychische Gesundheit untersucht; Verbände und Organisationen aus dem Gesundheitsbereich fordern infolge der Ergebnisse seit den 2020er Jahren vermehrt politisches Handeln. Die Weltgesundheitsorganisation veröffentlichte 2022 einen Policy Brief zu psychischer Gesundheit und Klimawandel, die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde richtete eine Taskforce „Klima und Psyche“ ein und legte 2022 ein Positionspapier vor.
Untersucht werden dabei akute und chronische Belastungen. Nach Extremwetterereignissen sind erhöhte Raten von posttraumatischen Belastungsstörungen, Depressionen und Angststörungen dokumentiert. Für die Flutkatastrophe von 2021 zeigte eine Auswertung der gesetzlichen Krankenversicherung einen Anstieg der Diagnosen psychischer und Verhaltensstörungen in der betroffenen Region.
Für anhaltende Hitze sind Zusammenhänge mit einer Zunahme psychiatrischer Notaufnahmen sowie mit einer Verschlechterung von Krankheitsbildern wie Demenz, Schizophrenie und bipolaren Störungen beschrieben. Hitze wird sogar mit höheren Suizidraten in Verbindung gebracht: Laut einer Metaanalyse besteht pro Temperaturanstieg von 1 Grad Celsius ein 0,9% höheres Risiko für psychische Erkrankungen. Eine Auswertung mehrerer Jahrzehnte in den USA und Mexiko kam zu dem Ergebnis, dass die Suizidraten in den USA um 0,7% und in Mexiko um 2,1% für jedes Grad erhöhter monatlicher Durchschnittstemperatur stiegen.
Neben Hitze und Extremwettern wird auch der Einfluss von Luftverschmutzung, etwa durch Feinstaub, auf die psychische Gesundheit untersucht. Studien zeigen, dass Luftverschmutzung das Risiko für Erkrankungen wie Depressionen ebenfalls steigert.
Klinisch relevant ist zudem, dass verschiedene Psychopharmaka die Thermoregulation des Körper beeinträchtigen können und die Hitzeempfindlichkeit steigern: Bestimmte Medikamente können die gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze also zusätzlich verstärken.
Unter der Bezeichnung „Klimaangst“ werden Sorgen und Belastungsgefühle angesichts der Klimakrise diskutiert, die insbesondere bei jüngeren Menschen erhoben wurden. Der Begriff wird fachlich uneinheitlich verwendet; kritisiert wird, dass er eine angemessene Reaktion auf eine reale Bedrohung als Krankheitsbild erscheinen lassen könne. Für das Erleben von Verlust vertrauter Lebensumgebungen, wie Natur oder Heimat, prägte der Umweltphilosoph Glenn Albrecht 2005 den Begriff Solastalgie.
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↑World Federation for Mental Health:World Mental Health Day.ArchiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar)am13.Mai 2020;abgerufen am 29.März 2020(englisch).Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wfmh.global
123Andreas Heinz, Andreas Meyer-Lindenberg, Mazda Adli et al.:Klimawandel und psychische Gesundheit. Positionspapier einer Task-Force der DGPPN. Hrsg.: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde. 2022 (dgppn.de[PDF]).
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