Illustration aus Curtis’s botanical magazine, Tafel 1487 der Zehnblättrigen Mentzelie (Mentzelia decapetala)Radiärsymmetrische Blüte im Detail von Mentzelia pectinataIllustration aus The botany of Captain Beechey’s voyage; comprising an acount of the plants collected by Messrs. Lay and Collie, and other officers of the expedition, during the voyage to the Pacific and Behring’s von Mentzelia micranthaJunge Früchte mit haltbarem Kelch und Griffel von Mentzelia polita
Vegetative Merkmale
Bei Mentzelia-Arten handelt es sich um ein- bis zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, Halbsträucher, Sträucher oder kleine Bäume. Die oberirdischen Pflanzenteile sind mit rauen, nicht aber nesselnden oder stechenden Haaren besetzt. Es wird eine starke Pfahlwurzel gebildet.
Die unteren Laubblätter sind gegenständig, die oberen wechselständig. Die Laubblätter sind meist in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die spitzen bis zugespitzten Blattspreiten sind eiförmig bis dreieckig oder elliptisch bis lanzettlich, gelegentlich leierförmig oder verkehrt-eiförmig bis spatelförmig, der Rand ist gesägt, gezähnt oder gekerbt bis manchmal stachelspitzig, seltener ganz, oft jedoch gelappt. Nebenblätter fehlen.
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und meist fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Es ist ein Blütenbecher vorhanden. Die fünf Kelchblätter sind oft haltbar. Die fünf Kronblätter sind weiß, gelb oder orangefarben. Bei manchen Arten erscheint es so als ob zehn Kronblätter vorhanden sind, aber bei den zusätzlich fünf handelt es sich um fünf kronblattähnliche Staminodien. Es sind zahlreiche, selten nur zehn Staubblätter vorhanden. Die Staubfäden sind von gleicher bis stark ungleicher Größe, die äußeren Staubfäden sind gelegentlich verbreitert oder am oberen Ende gegabelt. Selten kommen petaloide Staminodien vor. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, einkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Im Fruchtknoten befinden sich mit parietaler Plazentation viele Samenanlagen. Die drei fadenförmigen Griffel sind auf fast ihrer gesamten Länge verwachsen. Die geteilte Narbe ist klein. Es sind Nektarien vorhanden oder auch nicht.
Die ungestielten oder gestielten Kapselfrüchte öffnet sich mit drei bis sieben Klappen am oberen Ende der Frucht und enthalten wenige bis viele Samen. Auf der Kapselfrucht befindet sich oft der haltbare Kelch und der Griffel. Die Samen sind eckig oder seitlich abgeflacht bzw. teils geflügelt.
Die Gattung Mentzelia wurde 1753 durch Carl von LinnéSpecies Plantarum, Tomus I, Seite 516 aufgestellt. Typusart ist Mentzelia asperaL. Der wissenschaftliche Gattungsname Mentzelia ehrt den deutschen Arzt und Botaniker Christian Mentzel (1622–1701). Synonyme für MentzeliaL. sind: AcrolasiaC.Presl, BartoniaPursh ex Sims, Bicuspidaria(S.Watson) Rydb., ChrysostomaLilja, CreolobusLilja, NuttalliaRaf., TrachyphytumNutt.
Mentzelia albicaulis(Douglas) Douglas ex Torr. & A.Gray: Sie ist in Nordamerika von den kanadischen Provinzen Saskatchewan sowie südliches British Columbia über die Vereinigten Staaten bis zum mexikanischen Bundesstaat Baja Norte verbreitet.
Mentzelia argillicolaN.H.Holmgren & P.K.Holmgren: Sie wurde 2002 erstbeschrieben. Sie wurde bisher nur im Lincoln County in Nevada gefunden. Diese seltene Art gedeiht in Höhenlagen von 1400 bis 1900 Metern.
Mentzelia asperaL. (Syn.: Mentzelia pedicellataC.Presl, Mentzelia stipitataSessé & Moc. ex DC., Mentzelia trilobaRuiz & Pav. ex E.A.López): Sie ist von Arizona über Mexiko, Zentral- bis Südamerika und auf Karibischen Inseln weitverbreitet.
Mentzelia asperulaWooton & Standl.: Sie gedeiht in Höhenlagen von 0 bis 1800 Metern in den US-Bundesstaaten Arizona, New Mexico, Texas und im nördlichen und zentralen Mexiko vor.
Mentzelia scabra subsp. cordobensis(Urb. & Gilg ex Kurtz) Weigend
Mentzelia scabra subsp. grandiflora(Ruiz & Pav. ex G.Don) Weigend (Syn.: Mentzelia cordifoliaDombey ex Urb. & Gilg): Sie kommt in Peru vor.
Mentzelia scabraKunth subsp. scabra
Mentzelia strictissima(Wooton & Standl.) J.Darl.: Sie kommt in New Mexico und in Texas vor.
Mentzelia torreyiA.Gray: Sie kommt in den US-Bundesstaaten Oregon, Idaho, Nevada und Kalifornien vor.
Nachweise
Literatur
Maximilian Weigend: Loasaceae. In: Klaus Kubitzki (Hrsg.):The Families and Genera of Vascular Plants. Volume 6: Flowering Plants, Dicotyledons: Celastrales, Oxalidales, Rosales, Cornales, Ericales. Springer, Berlin / Heidelberg / New York 2004, ISBN 3-540-06512-1, S.248 (englisch, eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
Maximilian Weigend: Familial and generic classification.Online, Zugriff am 1. August 2008
↑Maximilian Weigend: Systematics of the genus Mentzelia (Loasaceae) in South America. In: Annals of the Missouri Botanical Garden. 94(3), 2007, S. 655–689, online researchgate.net.
↑Mentzelia bei Tropicos.org.Missouri Botanical Garden, St. Louis,abgerufen am 23.September 2017.
1234567891011121314151617181920212223242526Mentzeliaim Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.Abgerufen am 23. September 2017.