Merregnon ist eine von Thomas Böcker entwickelte und produzierte Reihe, die Orchestermusik mit Fantasy-Geschichten verbindet. Das Projekt entstand 1999, die ersten Teile erschienen als Alben, an denen Komponisten beteiligt waren, die vor allem für ihre Musik zu Computerspielen bekannt waren, darunter Chris Hülsbeck und Yuzo Koshiro.
Seit 2021 umfasst die Reihe sinfonische Märchen für Kinder und Familien, die Orchestermusik mit einer erzählten Handlung verbinden. Dazu zählen Merregnon: Land of Silence mit Musik von Yoko Shimomura und Merregnon: Heart of Ice von Nobuo Uematsu. Die Werke sind für Aufführungen im Konzertsaal konzipiert und sollen insbesondere einem jüngeren Publikum einen Zugang zur Orchestermusik eröffnen. Merregnon: Heart of Ice erschien 2026 bei Decca Classics in einer Aufnahme mit dem London Symphony Orchestra.

Merregnon: Heart of Ice ist ein Orchesterwerk mit Musik von Nobuo Uematsu und einer Geschichte der Kinderbuchautorin Frauke Angel. In einem Interview mit der ZEIT erklärte Uematsu, dass er seine verbleibende kreative Zeit Projekten widmen wolle, die ihm persönlich am Herzen liegen, wie Merregnon: Heart of Ice. Die Uraufführung fand am 29. Februar 2024 in Ludwigshafen statt, gespielt von der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter der Leitung von Eckehard Stier.
Es handelt sich um Uematsus erstes Orchesterwerk, das ausdrücklich für den Konzertsaal entstanden ist. Sein Ziel dabei war, „Musik zu schreiben, die Kinder glücklich macht“. Eine Studioaufnahme erschien am 19. Juni 2026 bei Decca Classics. Sie wurde mit dem London Symphony Orchestra eingespielt; die Erzählung sprach die Schauspielerin Alicia Vikander ein. Am 25. Juni 2026 wurde das Werk in der Philharmonie de Paris mit dem Orchestre national d’Île-de-France aufgeführt.
Die Geschichte spielt in der eisigen Welt von Merregnon. Im Mittelpunkt stehen Kjugo, ein fröhlicher hölzerner Roboter, und die Hündin Beru, die sich auf die Suche nach Kjugos Schöpfer Nuobi begeben. Ihre Reise führt sie durch ein Reich ewiger Kälte, das von der Eiswindtänzerin Goyakai beherrscht wird. Auf ihrem Weg müssen Kjugo und Beru zahlreiche Herausforderungen bestehen, ehe sie Goyakai gegenübertreten. Im entscheidenden Moment gelingt es Kjugo, den magischen Bann zu brechen, der das Land im Eis gefangen hält. Nuobi wird gefunden, und die Wärme kehrt in die Welt zurück.
Merregnon: Heart of Ice wurde von der deutschen Tageszeitung Die Rheinpfalz als „ein spannendes Abenteuer mit viel Dramatik und einem fulminanten Kampf um Menschlichkeit“ beschrieben. Die Autorin Ulrike Dansauer, die der Uraufführung beiwohnte, hob die breite Wirkung des Projekts hervor: „Die Geschichte [...] kommt beim jungen Publikum sehr gut an: andächtiges Lauschen auch der Kleinsten, geschlossene Augen bei Erwachsenen, ganz versunken in die Geschichte.“
Thomas Nickel, Autor beim deutschen Computerspielmagazin M!Games, bestätigte diesen Eindruck: „Trotz später Stunde sind die jüngeren Besucher ebenso gefesselt wie die älteren Gäste.“ Er verglich den musikalischen Stil von Merregnon: Heart of Ice mit frühen Final-Fantasy-Soundtracks, empfand ihn jedoch als „frisch und originell“. Zudem betonte er die Ausdruckskraft des Projekts: „Man merkt Heart of Ice die Freude an der Musik und der Komposition deutlich an“, die Werke stünden für sich, ohne auf Grafiken oder Spielsysteme angewiesen zu sein, und vermittelten so eigenständig „Drama und Figuren“.

Merregnon: Land of Silence ist ein Orchesterwerk mit Musik von Yoko Shimomura und einer Geschichte der Kinderbuchautorin Frauke Angel. Es handelt sich um Shimomuras erstes Orchesterwerk für den Konzertsaal.
Die Uraufführung fand mit dem Royal Stockholm Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Andreas Hanson statt und wurde im Juni 2021 im Konzerthaus Stockholm aufgezeichnet. Das Video wurde am 10. September 2021 auf der Website des Orchesters veröffentlicht. Seit 2022 wird Merregnon: Land of Silence weltweit aufgeführt, unter anderem von Orchestern wie dem Orchestre de Chambre de Lausanne, Hong Kong Philharmonic Orchestra oder Shanghai Symphony Orchestra.
In der tristen Welt von Merregnon lebt das Mädchen Miru mit ihrem Hund Mako. Eines Tages finden sie einen verletzten Vogel namens Ikari, der von einem fernen Land im hohen Norden erzählt, in dem Milch und Honig fließen. Zusammen mit ihrem Freund Hikito brechen sie auf. Ihre Reise führt sie zu einer gewaltigen Mauer, die das paradiesische Nordland vom grauen Süden trennt, und zu Skissor, einem vermeintlichen Kriegshelden, der den Drachen Yamakito gefangen hält. Skissor zwingt den Drachen, das Grenzgebiet zu bewachen und so das Tor zum Norden zu versperren. Mit Ikaris Hilfe gelingt es den Freunden, Yamakito zu befreien. Sein Lied besiegt Skissor und die Mauer fällt.
Merregnon: Land of Silence wurde von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als „symphonischer Anime“ bezeichnet. Klassik Radio beschrieb das Konzert als ein „sinfonisches Anime-Märchen für die ganze Familie“, das Kinder spielerisch an die Welt des Orchesters heranführe. In einem Beitrag des Deutschlandfunks wurde die Zusammenarbeit mit einer Videospielkomponistin im Kontext musikalischer Bildungsarbeit hervorgehoben.
Für die Zeitschrift Gramophone schrieb Böcker einen Gastbeitrag über die Bedeutung von Familienkonzerten, in dem er den Wert eines unterhaltsamen Zugangs zur Orchestermusik betonte. Das Magazin Wired nannte Merregnon: Land of Silence „eine willkommene helfende Hand für angeschlagene Konzertsäle“. In einem Webinar der deutschen Botschaft in Tokio sprachen Yoko Shimomura, Frauke Angel und Thomas Böcker über die Entstehung des Projekts.

Mit Merregnon, Volume 1 erschien 2000 die erste Veröffentlichung der Reihe. Das Album verband Musik mit einer fortlaufenden Fantasy-Geschichte. Während die erste Produktion überwiegend mit elektronischen und gesampelten Klängen produziert wurde, entstand Merregnon, Volume 2 mit einem Live-Orchester unter der musikalischen Leitung von Andy Brick. Fabian Del Priore war bei beiden Alben als Hauptkomponist beteiligt.
Ein Medley mit Musik aus Merregnon, Volume 2 wurde 2003 beim ersten Game Concert in Leipzig aufgeführt. Das zweite Album erschien 2004. Das deutsche Online-Magazin 4Players begleitete die Veröffentlichung mit einer mehrteiligen Artikelreihe und Interviews mit Böcker und beteiligten Komponisten.
Laut Böcker bildeten die Erfahrungen mit den frühen Merregnon-Produktionen eine Grundlage für seine spätere Arbeit an den Game Concerts.
An den ersten beiden Merregnon-Produktionen waren folgende Komponisten beteiligt:
Die späteren sinfonischen Märchen wurden jeweils von einem einzelnen Komponisten geschrieben: Merregnon: Land of Silence von Yoko Shimomura und Merregnon: Heart of Ice von Nobuo Uematsu.