Mesomedes stammte von Kreta und war laut Suda ein Freigelassener Hadrians. Eusebius berichtet, dass seine Hauptschaffenszeit nach 144 anzusetzen ist. Je eines seiner Gedichte sind in der Anthologia Palatina und der Anthologia Planudea überliefert. Hinzu kommen weitere 13 erhaltene Gedichte. Vier von ihnen sind mit musikalischen Noten versehen. Es handelt sich bei den Gedichten um Tierfabeln, Hymnen, die Beschreibung eines Schwammes und einer Uhr und die Beschreibung der Herstellung von Glas. Seine Sprache deutet einen dorischen Dialekt an. Die Versmaße sind vielfältig, vor allem anapästisch.
Um 1565 entdeckte der FlorentinerPhilologe und HumanistGirolamo Mei die Notenzeichen, die den handschriftlich überlieferten Hymnen des Mesomedes beigegeben waren und zu den wenigen überlieferten Beispielen griechischer Musik gehören. Aus den Versuchen, diese Noten zu entschlüsseln, entstand in der Folge eine inzwischen über Jahrhunderte dauernde Diskussion über die Praxis der antiken griechischen Musik. Die damaligen Gelehrten-Diskussionen und musikalischen Versuche zur Wiederbelebung der griechischen Musik führten zum recitar cantando, einer Art Sprechgesang, der von einem Instrument begleitet wurde (Monodie). Dies gilt als der Beginn der GattungOper.
Ausgaben
Sara Lanna (Hrsg.): Mesomede, Inno a Φύσις. Introduzione, testo critico, traduzione e commento (= Quaderni dei Seminari Romani di Cultura Greca, 15). Edizioni Quasar, Rom 2013, ISBN 9788871405148.
Sara Lanna (Hrsg.): Mesomede, Inno a Iside. Edizione con introduzione, traduzione, commento, e altri testi del culto isiaco (= Quaderni dei Seminari Romani di Cultura Greca, 27). Edizioni Quasar, Rom 2021, ISBN 9788854911512.
Egert Pöhlmann: Denkmäler altgriechischer Musik. Sammlung, Übertragung und Erläuterung aller Fragmente und Fälschungen (= Erlanger Beiträge zur Sprach- und Kunstwissenschaft. Band 31). Carl, Nürnberg 1970, S. 14–21 (zugleich: Habilitationsschrift, Universität Erlangen-Nürnberg 1970).
↑Egert Pöhlmann: Denkmäler altgriechischer Musik. Sammlung, Übertragung und Erläuterung aller Fragmente und Fälschungen. Carl, Nürnberg 1970, S.14–21.
↑Nach Karl H. Wörner war der Entdecker der Hymnen des MesomedesVincenzo Galilei († 1591). Siehe Karl H. Wörner: Geschichte der Musik. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1961 (Neufassung), § 162, S. 217.
↑Johannes Jansen: Ein folgenreiches Mißverständnis. Die Geburt der Oper aus dem Geist der Renaissance. In: Johannes Jansen: Oper. Schnellkurs. Dumont-Verlag, Köln 1998, ISBN 3-7701-4280-2, S. 8 ff.