Metteniusa

Metteniusa

Metteniusa tessmanniana, Blüten und Blätter

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Metteniusales
Familie: Metteniusaceae
Gattung: Metteniusa
Wissenschaftlicher Name der Ordnung
Metteniusales
Takht
Wissenschaftlicher Name der Familie
Metteniusaceae
H.Karst.
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Metteniusa
H.Karst.

Metteniusa ist eine Pflanzengattung in der Familie der Metteniusaceae und umfasst sieben Arten, die in Südamerika heimisch sind.

Beschreibung

Metteniusa sind immergrüne Bäume, die eine Wuchshöhe von 4 bis 20 Meter erreichen, ihre Äste sind korkporig, junge Zweige filzig behaart. Die wechselständig stehenden, gestielten Laubblätter sind ganzrandig. Der Blattstiel ist achszugewandt gerieft. Auf der achsabgewandten Oberfläche sitzen die Stomata in cyclocytischer Anordnung.

Die achselständige Blütenstände sind zymös und weisen zwei bis vier Tragblätter sowie zwei bis siebzehn aktinomorphe, zwittrige Blüten auf. Die fünf dachziegelartig liegenden Kelchblätter sind zu rund einem Drittel am Ansatz verwachsen und auf der Außenseite filzig behaart, die zurückgebogenen und auf der Innenseite rot filzig stark behaarten Kronblätter sind verwachsen, die Krone ist rund 2 Zentimeter lang.

Die fünf rund 0,8 Zentimeter Staubbeutel sind moliniform, die je drei Äste weisen also ähnlich den Flügeln einer Windmühle vom erhöhten Konnektiv im Zentrum weg, an dem sie an den Staubfäden verankert sind. Die Pollen sind tricolporat. Der oberständige Fruchtknoten ist einfächrig, ungewöhnlich ist die Lage der Samenanlage am oberen Ende des Fruchtblattes (Plazentation). Der große, fadenförmige Griffel ist kahl, die Narbe ist punktförmig.

Die Frucht ist eine fünfrippige Steinfrucht mit holzigem Endokarp. Die Samen haben reichlich weißes Endosperm.

Verbreitung

Die Arten der Gattung finden sich in Costa Rica, Peru, Ecuador, Kolumbien und Venezuela in den östlichen Anden in Höhenlagen zwischen 160 und 2000 Meter.

Systematik

Die Metteniusaceae werden innerhalb der Euasteriden I keiner Ordnung zugeteilt, ihre genaue systematische Position ist noch ungeklärt.

Die Gattung umfasst sieben Arten:

Botanische Geschichte

Gattung und Familie wurden 1859 erstbeschrieben durch Gustav Karl Wilhelm Hermann Karsten. Typusart ist Metteniusa edulis H.Karst. Der Gattungsname ehrt den Leipziger Botaniker Georg Mettenius (1823–1866). Die genaue systematische Position der Gattung war lange unklar, so wurde die Gattung unter anderem zu den Cardiopteridaceae und den Icacinaceae gestellt, die Anschauung als eigene Familie setzte sich jedoch mit Gustavo Lozanos Monografie 1988 durch, die Wesentliches zur Kenntnis der Metteniusa beitrug.

Molekulargenetische Untersuchungen haben diese Einstufung bestätigt und platzierten die Familie als isoliertes basales Taxon einer Klade aus Lippenblütlerartigen, Nachtschattenartigen, Enzianartigen sowie Raublattgewächsen und Vahlia. Am nächsten verwandt sind jedoch die Oncothecaceae.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 Gustavo Lozano-C., Nubia B. de Lozano: Metteniusaceae in: Polidoro Pinto, Gustavo Lozano (Hrsg.): Flora de Colombia. Band 11: Universidad Nacional de Colombia u. a., Bogota 1988.
  2. 1 2 Gustavo Lozano-C., Nubia B. de Lozano: Una Nueva Especie de Metteniusa Karsten (Metteniusaceae) de Colombia. In: Novon. Bd. 4, Nr. 3, 1994, ISSN 1055-3177, S. 266–270.
  3. ↑ Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG III. In: Botanical Journal of the Linnean Society. Bd. 161, Nr. 2, 2009, ISSN 0024-4074, S. 105–121, doi:10.1111/j.1095-8339.2009.00996.x.
  4. 1 2 3 4 5 6 Metteniusaceae. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 19. April 2026.
  5. ↑ Favio González, Julio Betancur, Olivier Maurin, John V. Freudenstein, Mark W. Chase: Metteniusaceae, an early-diverging family in the lamiid clade. In: Taxon. Bd. 56, Nr. 3, 2007, ISSN 0040-0262, S. 795–800.