Michael Wittenborn
Leben und Wirken
Michael Wittenborn wuchs als Sohn eines Kaufmanns in Bielefeld auf, erlernte nach kurzem Philosophiestudium den Beruf des Schriftsetzers und spielte kleinere Rollen am Stadttheater Bielefeld . Von 1977 bis 1980 ließ er sich an der Otto-Falckenberg-Schule in München zum Schauspieler ausbilden. Seinen ersten Fernsehauftritt 1978 in der Fernsehserie Derrick vermittelte ihm Inge Birkmann ; sein erstes Engagement erhielt er zu Beginn der 1980er Jahre in Wuppertal . Anschließend spielte Wittenborn am Landestheater Tübingen , bevor ihn Ivan Nagel an das Staatstheater Stuttgart holte. Mit Frank Baumbauer , der in Stuttgart stellvertretender Intendant des Schauspiels war, wechselte Wittenborn 1987 an das Theater Basel und 1992 an das Hamburger Schauspielhaus , dessen Ensemble er bis zum Jahr 2000 angehörte. Nach den Münchner Kammerspielen, dem Burgtheater Wien und (von 2007 bis 2013) dem Schauspiel Köln ist er seit der Spielzeit 2013/2014 wieder zurück in Hamburg. Er erlangte u. a. durch seine Auftritte in den Fernseh-Mehrteilern von Dieter Wedel Der große Bellheim , Der Schattenmann und Die Affäre Semmeling größere Bekanntheit. Auch in mehreren Folgen der Fernsehreihe Tatort wirkte er mit. Zudem spielte er die Hauptrolle in dem Sechsteiler Rosowski . Zudem spielte er öfter zusammen mit Dieter Pfaff in Filmen, wie Die Affäre Semmeling, Der Dicke oder Bloch: Die Lavendelkönigin.
Im Jahr 2026 gewann er für seine Nebenrolle des Hermann Krings in der Literaturverfilmung Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke den Deutschen Filmpreis .
Wittenborn ist mit der Regisseurin und Intendantin Karin Beier verheiratet. Das Paar hat eine Tochter, die Schauspielerin Momo Beier .
Theaterrollen (Auswahl)
Leonce und Lena (Leonce) Regie: Inge Flimm
Der Kaufmann von Venedig (Shylock) Regie: Johannes Klaus
Die wahre Geschichte des Ah Q (Wang) Regie: Meinhard Zanger
Ivanov (den Ivanov) Regie: Jossi Wieler
Endspiel (Ham) Regie: Nils-Peter Rudolph
Die Räuber (den Franz Moor) Regie: Antje Lenkeit
Wilhelm Tell (den Gessler) Regie: Frank Castorf
Penthesilea (den Achilles) Regie: Barbara Bilabel
Eines langen Tages Reise in die Nacht (Jamie) Regie: Werner Schröter
Don Carlos (Marquis Posa) Regie: Nils-Peter Rudolph
Die Hochzeit (den Prof. Thut) Regie: Christoph Marthaler
St. Pauli Saga (den Schnauzen-Kalle) Regie: Wilfried Minks
Puntila und sein Knecht Matti (den Puntila) Regie: Frank Castorf
Stecken, Stab und Stangl (ohne Namen) Regie: Thirza Brunken
Die Fledermaus (den Eisenstein) Regie: Frank Castorf
Maß für Maß (den Herzog Vincencio) Regie: Karin Beier (Schauspiel Köln)
Der Gott des Gemetzels, Regie: Karin Beier (Schauspiel Köln)
Der Menschenfeind (Le Misanthrope), Regie: Karin Beier (Schauspiel Köln)
Die Nibelungen, Regie: Karin Beier (Schauspiel Köln)
Der Messias, Regie: Karin Beier (Schauspiel Köln)
Peer Gynt, Regie: Karin Beier (Schauspiel Köln)
Good save America, Regie: Karin Beier (Schauspiel Köln)
Schöne Bescherung, Regie: Karin Beier (Schauspiel Köln)
Alkestis (ohne Namen) Regie: Jossi Wieler
Das Fest des Lamms, Regie: Jossi Wieler
Merlin (den Merlin) Regie: Jossi Wieler
Filmografie (Auswahl)
Fernsehen
1978, 1982: Derrick (Fernsehserie, verschiedene Rollen, 2 Folgen)
1980: Der Alte (Fernsehserie, Folge Magdalena )
1981: Tod eines Schülers (Fernsehsechsteiler, Folge Der Lehrer )
1986: Der Fahnder (Fernsehserie, Folge Cop Conny )
1986: Rosowski (Fernsehreihe)
1986: Tatort: Schwarzes Wochenende (Fernsehreihe)
1990–1991: Büro, Büro (Fernsehserie, 16 Folgen)
1993: Der große Bellheim (Fernsehvierteiler, Teil 3 und 4)
1994: Doppelter Einsatz (Fernsehserie, Folge Schutzgeld )
1996: Der Schattenmann (Fernsehfünfteiler)
1997: Ärzte : Dr. Vogt – Neuanfang (Fernsehreihe)
1998: Bella Block: Auf der Jagd (Fernsehreihe)
2001: Tatort: Gewaltfieber
2002: Die Affäre Semmeling (Fernsehsechsteiler)
2004: Außer Kontrolle
2004: Sterne leuchten auch am Tag
2004: Tatort: Märchenwald
2007: Mein alter Freund Fritz
2008: Ihr könnt euch niemals sicher sein
2008: Tatort: Auf der Sonnenseite
2009: Kommissar Stolberg (Fernsehserie, Folge Am Tag danach )
2009–2012: Der Dicke/Die Kanzlei (Fernsehserie, 10 Folgen)
2010: Ihr mich auch
2011: Tatort: Herrenabend
2011, 2018: Der Tatortreiniger (Fernsehserie, verschiedene Rollen, 2 Folgen)
2012: Halbe Hundert
2012: Der Fall Jakob von Metzler
2012–2024: Mord mit Aussicht (Fernsehserie, 3 Folgen)
2013: Bloch: Die Lavendelkönigin (Fernsehreihe)
2014: Großstadtrevier (Fernsehserie, Folge Ein Schlag ins Gesicht )
2014: Kommissar Dupin: Bretonische Brandung (Fernsehreihe)
2015: Zweimal lebenslänglich
2015: Der Dicke/Die Kanzlei (Fernsehserie, 3 Folgen)
2016: Die Hochzeit meiner Eltern
2016: Nie mehr wie es war
2016: Wellness für Paare
2016: Mutter reicht’s jetzt
2016: Ich will (k)ein Kind von Dir
2017: Der Polizist, der Mord und das Kind
2017: Polizeiruf 110: In Flammen (Fernsehreihe)
2018: Unterwerfung
2018: Gefangen – Der Fall K.
2018: Du bist nicht allein
2019: Auf dem Grund
2019: Hartwig Seeler – Gefährliche Erinnerung (Fernsehreihe)
2019–2021: Merz gegen Merz (Fernsehserie)
2020: Unter Freunden stirbt man nicht
2021: Die Luft zum Atmen
2023: Merz gegen Merz – Hochzeiten
2023: Einfach Nina
2024: Merz gegen Merz – Geheimnisse
Hörspiele
2005: Thomas Stiller : Stille Nacht – Heilige Nacht – Regie: Christoph Dietrich (Hörspiel – SWR )
2014: Joachim Ringelnatz : Als Mariner im Krieg – Regie: Harald Krewer (Hörspiel – NDR /DKultur )
2014: Martin Becker /Schorsch Kamerun : Väter haben sieben Leben – Regie: Martin Becker/Schorsch Kamerun (Hörspiel – WDR )
2025: Sabine Ballbach/Sonja Cöster/Lena Gouverneur: Kyllroth. Tödliche Heimkehr 1917 - Regie: Claudia Johanna Leist (Hörspiel - WDR)
2025: Felix Engstfeld und Nina Meyer: MONOS · Die Gefängnisinsel - Thriller-Hörspiel-Serie , (Hörspiel - ARD)
Auszeichnungen und Nominierungen
Literatur
Art. Wittenborn, Michael . In: Henschels Theaterlexikon. Mit Stückregister. Henschel Verlag, Leipzig 2010, S. 953f., ISBN 978-3-89487-617-3 .
Einzelnachweise
↑ »ICH BIN ALLES MÖGLICHE« – kulturwest.de. Abgerufen am 3. Mai 2024 (deutsch).
↑ FUNKE Mediengruppe: Der Entertainer. 10. Februar 2015, abgerufen am 3. Mai 2024 .
↑ Michael Wittenborn bei der Agentur Sandra Rudorff, abgerufen am 11. August 2022
↑ Preisträger in der Kategorie Schauspieler in einer komödiantischen Rolle: Michael Wittenborn. Abgerufen am 3. Mai 2024 (deutsch).
↑ C. Bernd Sucher (Hg.): Henschels Theaterlexikon. Mit Stückregister, Leipzig 2010, S. 953.
↑ Michael Wittenborn im Munzinger-Archiv , abgerufen am 20. August 2026 (Artikelanfang frei abrufbar)
↑ Michael Wittenborn beim Deutschen Schauspielhaus Hamburg, abgerufen am 29. November 2024
↑ Gabriela Herpell: Theater-Regisseurin Karin Beier im Porträt. In: sueddeutsche.de. Süddeutsche Zeitung GmbH, 23. Januar 2013, abgerufen am 18. Mai 2025 .
↑ Matthias Heine: Tischgespräch: Karin Beier - WELT. In: welt.de. Axel Springer Deutschland GmbH, 5. Mai 2012, abgerufen am 12. Mai 2025 .
↑ Kinointerview: Michael Wittenborn über Arbeit, Familie und den Film „ Dinky Sinky“ . In: bz-ticket.de. Badischer Verlag GmbH & Co. KG, 9. Februar 2018, abgerufen am 12. Mai 2025 .
↑ Cast und Mitwirkende. 18. Juli 2025, abgerufen am 11. August 2025 .
↑ MONOS · Die Gefängnisinsel - Thriller-Hörspiel-Serie. Abgerufen am 15. Dezember 2025 .
↑ Michael Wittenborn. Agenturseite Künstleragentur Sandra Rudorff, abgerufen am 2. Juli 2025 .
↑ Timo Niemeier: Die Nominierungen für den Deutschen Schauspielpreis 2025. In: dwdl.de . 26. Juni 2025, abgerufen am 2. Juli 2025 .