Michael Fichtenbaum (* 1959 in Wien) ist ein Ballettpädagoge, Choreograf, Regisseur und ehemaliger Tänzer des Wiener Staatsopernballetts. Er ist Gründer und künstlerischer Leiter des Europaballetts St. Pölten.
Mit sieben Jahren begann Fichtenbaum seine Ausbildung an der Ballettschule der Wiener Staatsoper. Mit 14 Jahren wurde er in das Ensemble des Wiener Staatsopernballetts aufgenommen.
An der Wiener Staatsoper tanzte er unter anderem in Der Dreispitz von Manuel de Falla, Aschenbrödel von Sergej Prokofjew und Josephs Legende von Richard Strauss. Im Spielplanarchiv sind folgende Besetzungen namentlich dokumentiert:
| Belegte Aufführungsjahre | Ballett | Choreografie | Rolle |
|---|---|---|---|
| 1973–1975 | Der Dreispitz | Léonide Massine | Einer der beiden Narren |
| 1975–1976 | Aschenbrödel | Tom Schilling | Einer der beiden Kammerdiener |
| 1975–1976 | Der Dreispitz | Léonide Massine | Einer der Nachbarn |
| 1977 | Josephs Legende | John Neumeier | Einer von Potiphars Gästen |
Bei Josephs Legende gehörte Fichtenbaum bereits zur Premierenbesetzung am 11. Februar 1977. Die Neuinszenierung wurde von John Neumeier choreografiert und inszeniert; die Ausstattung stammte von Ernst Fuchs.
Nach eigener Aussage tanzte Fichtenbaum an der Staatsoper auch in Der Nussknacker in der Choreografie von Juri Grigorowitsch. An dieser Fassung orientierte er später seine eigene Choreografie für das Europaballett.
In St. Pölten gründete Fichtenbaum eine private Ballettschule, die 1992 in die städtische Musikschule eingegliedert wurde. Aus der Schule und dem Jugendensemble Ballet Jeunesse Hippolyte ging das Europaballett hervor. 1997 eröffnete er das Ballettkonservatorium in St. Pölten. Für den Unterricht gewann er Shida Mubaryakova, die er während seines Studiums in Stuttgart kennengelernt hatte.
An der von ihm geleiteten Schule wurden unter anderem Karina Sarkissova, Kirill Kourlaev, Maria Abashova und Natalya Kusch ausgebildet. Sarkissova kam mit zwölf Jahren aus Moskau an seine Ballettschule und wurde von ihm unterrichtet. Kusch betreute 2024 die Hauptrollen der St. Pöltner Schwanensee-Produktion.
Während der Debatte über Missstände an der Ballettakademie der Wiener Staatsoper wandte sich Fichtenbaum 2019 gegen Drill und Demütigungen in der Ausbildung. Im Gespräch mit dem ORF stellte er die Motivation der Schülerinnen und Schüler in den Vordergrund und verwies auf die Weiterbildung seiner Lehrkräfte.
Für das Europaballett choreografierte Fichtenbaum unter anderem Die Puppenfee, Cinderella und Alexis Sorbas. Bei der 2013 aufgeführten Ballettfassung von Mozarts La clemenza di Tito übernahm er die Inszenierung und die Choreografie.
Auswahl seiner Bühnenarbeiten:
| Jahr | Produktion | Tätigkeit |
|---|---|---|
| 2007 | Die Fledermaus, Operettensommer Kufstein | Choreografie; Inszenierung von Helmuth Lohner |
| 2014 | Alexis Sorbas, Theater des Balletts, St. Pölten | Choreografie |
| 2023 | Romeo & Julia, Sommer Theater Park, St. Pölten | Regie; Choreografie von Florient Cador |
| 2023 | Die Fledermaus, St. Pölten | Choreografie; Regie von Wolfgang Gratschmaier und Karin Schynol |
| 2025 | Queen – Mercury the Legend, Sommer Theater Park, St. Pölten | Regie; Choreografie und Hauptrolle von Florient Cador |
| 2025 | Rosen aus dem Süden, Gala Rainer and Friends, Kulturhaus Wagram | Choreografie |
Fichtenbaum ist Vizepräsident des Österreichischen Tanzrats. Am 18. November 2025 erhielt er das Ehrenzeichen der Stadt St. Pölten.
Das von ihm geleitete Ballett St. Pölten erhielt 2011 einen Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich in der Sparte Darstellende Kunst.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fichtenbaum, Michael |
| KURZBESCHREIBUNG | Ballettpädagoge, Choreograf, Regisseur und ehemaliger Balletttänzer |
| GEBURTSDATUM | 1959 |
| GEBURTSORT | Wien |