Michael Geschwinde (* 4. April 1959 in Kassel; † 18. August 2026) war ein deutscher Prähistorischer Archäologe.
Michael Geschwinde studierte von 1978 bis 1986 an der Universität Göttingen Ur- und Frühgeschichte, Vorderasiatische Archäologie und Anthropologie und erlangte dort seinen Magister Artium zum Thema urgeschichtlicher Opferstätten der Höhlen im Ith. Von 1986 an war er am Lippischen Landesmuseum, am Hannoverschen Landesmuseum und am Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim tätig. 1993 wurde Geschwinde Bezirksarchäologe des Stützpunktes Braunschweig des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege. 1996 wurde er mit der Arbeit Die Hügelgräber auf der Großen Heide bei Ripdorf im Landkreis Uelzen. Archäologische Beobachtungen zu den Bestattungssitten des Spätneolithikums und der Bronzezeit in der Lüneburger Heide an der Universität Göttingen promoviert. Seine fachlichen Schwerpunkte lagen im Neolithikum, zum Beispiel bei Erdwerken, und im frühen Mittelalter. Er war Mitglied der Kommission „Illegale Archäologie“ des Verbandes der Landesarchäologen von Deutschland. und von 2001 bis 2021 stellvertretender Vorsitzender der Archäologischen Kommission für Niedersachsen. An der Technischen Universität Braunschweig hatte er einen Lehrauftrag.

Bei Ausgrabungen auf dem Wurmberg 1999 und 2000 konnte Geschwinde mit seinem Co-Grabungsleiter Martin Oppermann nachweisen, dass die volkstümlich dort vermutete keltische Kultanlage lediglich der Rest eines alten Forsthauses aus dem 19. Jahrhundert war. Überregional bekannt wurde er vor allem durch die Erforschung des Harzhornereignisses. Mit der Northeimer Kreisarchäologin Petra Lönne leitete er die Prospektionsarbeiten auf dem germanisch-römischen Schlachtfeld und koordinierte auch die weiteren Arbeiten. Sein letztes großes Projekt war 2023 die Ausgrabung des frühmittelalterlichen Gräberfeldes Auf dem Exer in Wolfenbüttel. Zum 1. Januar 2024 ging er in den Ruhestand.
Ab 2022 war Geschwinde korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI).
Er starb im August 2026 nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 67 Jahren.
| Personendaten | |
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| NAME | Geschwinde, Michael |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Prähistorischer Archäologe |
| GEBURTSDATUM | 4. April 1959 |
| GEBURTSORT | Kassel |
| STERBEDATUM | 18. August 2026 |