Michael Guttmann

Michael Guttmann (Mihály Guttmann), (geboren 6. Februar 1872 in Kiskunfélegyháza, Österreich-Ungarn; gestorben 6. August 1942 in Budapest) war ein ungarischer jüdischer Gelehrter und Rabbiner.

Guttmann forschte auf den Gebieten Halacha und talmudische Methodologie sowie, vor allem unter apologetischem Blickwinkel, über das Verhältnis des Judentums zur nichtjüdischen Umgebung; auch historisch-mathematische Forschungen gehörten zu seinem weit gespannten Tätigkeitsfeld.

Leben

Michael Guttmann erhielt den ersten Unterricht in Bibel und Talmud bei seinem Vater Alexander († 1899), nahm Unterricht bei Rabbiner Moses Pollak († 1888) in Bonyhad, besuchte mehrere Jeschiwot (zuletzt die in Pressburg), die Universität Budapest und das Budapester Landesrabbinerseminar seit 1895 (1903 Abschluss des Seminars sowie Promotion an der Universität).

Grabstätte von Michael Guttmann (Jüdischer Friedhof an der Kozma-Straße)

Von 1903 bis 1907 war er Rabbiner in Csongrád (Südungarn), 1907–1921 Professor an der Landesrabbinerschule in Budapest, 1921–1925 Mitherausgeber der Zeitschrift „HaZofeh“, 1924–1925 hielt er Gastvorlesungen an der Hebräischen Universität in Jerusalem, 1914 gab er zusammen mit Dr. Sandor Harmos das von Simon Péchi (auf Basis von Siddur und Machsor) zusammengestellte sabbatarische Gebetbuch neu heraus. 1921–1938 war er Rabbiner und Professor am Jüdisch-Theologischen Seminar in Breslau. Als Jude wurde er in der Zeit des Nationalsozialismus des Landes verwiesen.

Von 1938 bis 1942 war er Direktor des Rabbinerseminars in Budapest.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Guttmann Mihály und Harmos Sándor (Hrsg.): Péchi Simon szombatos imádságos könyve (Simon Péchis Gebetbuch der Sabbatarier), Budapest 1914, eine weitere Ausgabe des Gebetbuchs erschien im Jahr 2000: András Kovács (Hrsg.): Bözödújfalvi szombatosok szertartási és imádságos könyve (Ritual- und Gebetbuch der Sabbatarier von Bözödújfalvi), Verlag Pallas-Akadémia, Csíkszereda, 2000 ISBN 973-8079-01-2
  2. ↑ René Geoffroy: Ungarn als Zufluchtsort und Wirkungsstätte deutschsprachiger Emigranten (1933–1938/39). Frankfurt am Main : Lang 2001, S. 175