Michael Heymel (* 26. Februar 1953 in Frankfurt am Main; † 5. Dezember 2025 in Limburg an der Lahn) war ein deutscher evangelischer Theologe, Pfarrer und Sachbuchautor.
Michael Heymel studierte von 1974 bis 1980 evangelische Theologie und Philosophie in Frankfurt am Main und Heidelberg. 1983 wurde er als Pfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) im oberhessischen Rosbach vor der Höhe ordiniert.
1984 promovierte er an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg im Fach Dogmatik mit einer Arbeit über Glaube und Erziehung bei Søren Kierkegaard. Die Heidelberger Theologische Fakultät nahm Heymels Habilitationsschrift, eine dogmatische Untersuchung zur Mariologie, nach internen Kontroversen an, lehnte dann aber nach dem Probevortrag 1989 seine Habilitation ab. 2003 wurde er an der Universität Rostock für das Fach Praktische Theologie mit einer Arbeit über Seelsorge und Musik habilitiert.
Heymel war in verschiedenen Kirchengemeinden und übergemeindlichen Funktionen tätig, u. a. als Mitglied der 9. Kirchensynode der EKHN, Ausbilder von Prädikanten und landeskirchlicher Referent für ehrenamtliche Verkündigung. Außerdem arbeitete er von 2008 bis 2016 an wissenschaftlich-theologischen Projekten im Zentralarchiv der EKHN. Dort verfasste er zuletzt eine Geschichte der hessen-nassauischen Kirchenmusik, die als „beeindruckendes und vielschichtiges Werk“ gewürdigt wurde. Von 2004 bis 2012 lehrte er als Privatdozent Praktische Theologie an der Universität Heidelberg. 2016 beendete er den regulären Pfarrdienst, um sich der Tätigkeit als freier Autor und Dozent zu widmen.
Nachdem er auf der Basis eigener Erfahrungen als Chorleiter und Sänger ein theologisches Konzept musikalischer Seelsorge entwickelt hatte, wies Heymel auf die Bedeutung von Gesangbuch und Kirchenlied für die Seelsorge hin und setzte sich in der Homiletik für eine stärkere Nutzung von Beispielen aus der Predigtgeschichte ein. Zusammen mit Christian Möller veröffentlichte er die Sammlung Sternstunden der Predigt (2010) und Interpretationen der erbaulichen Reden Søren Kierkegaards (Das Wagnis, ein Einzelner zu sein, 2013). 2011 erschien seine von der EKHN beauftragte kritische Edition der Dahlemer Predigten Martin Niemöllers, die in der St.-Annen-Kirche in Berlin-Dahlem öffentlich vorgestellt wurde. Seine kurzfristig im Auftrag der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt verfasste Niemöller-Biografie wurde im Januar 2017 zu dessen 125. Geburtstag in der Frankfurter Katharinenkirche präsentiert und fand internationale Beachtung. Auf Einladung des Maison Heinrich Heine in Paris stellte Heymel dort im Februar 2018 bei einer Podiumsdiskussion Niemöller als große Gestalt des deutschen Protestantismus dar. Gemeinsam mit Lukas Bormann führte er vom 27. bis 28. April 2021 die von der Fritz Thyssen-Stiftung und der EKHN-Stiftung geförderte internationale Tagung mit dem Titel Martin Niemöller und seine internationale Rezeption – Martin Niemöller and his international reception durch.
Aus selbständigen Forschungsprojekten gingen die erste Monografie über den deutschen Kulturphilosophen Walter Schubart und eine Edition bisher unveröffentlichter Briefe und Schriften des Pfarrers und Lieddichters Arno Pötzsch hervor. Auf Heymels Initiative hin wurde der gesamte Nachlass von Pötzsch Ende 2018 dem Unitätsarchiv der Herrnhuter Brüdergemeine übergeben.
| Personendaten | |
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| NAME | Heymel, Michael |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher evangelischer Theologe, Pfarrer und Sachbuchautor |
| GEBURTSDATUM | 26. Februar 1953 |
| GEBURTSORT | Frankfurt am Main |
| STERBEDATUM | 5. Dezember 2025 |
| STERBEORT | Limburg an der Lahn |